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Den Füllstand meiner Serverplatten überwache ich mit Nagios. Wenn der Netsaint-Nachfolger mir nun freudestrahlend mitteilt, der verfügbare Plattenplatz auf Server XY sei unter die magischen zehn Prozent gefallen, bin ich zwar gewarnt, stehe aber sofort vor dem nächsten Problem. Wenn ich Pech habe, liegt der gesamte Datenbestand auf einem Raid ohne nennenswerte Partitionsunterteilung, wie es bei kleineren Servern oft der Fall ist.
Mit etwas mehr Glück sagt Nagios mir noch, dass die »/var«-Partition es ist, bei der das Schühchen drückt. Danach muss ich zusehen, dass ich mit »du« herausfinde, wo genau der Megabyte-Teig quillt. Leider ist die Ausgabe von Disk Usage in unübersichtlichen Verzeichnisbäumen - und andere habe ich nicht - genau das: unübersichtlich.
Retter-Ritter
Als Retter in der Not tritt nun der »du«-Klon Ncurses Disk Usage an, der Hydra die Köpfe zu lichten. Ncdu [1], programmiert von dem 18-jährigen Niederländer Yoran Heling betritt als 91 KByte schlanker Tarball die Arena und zieht bereits nach »./configure && make && make install« das Schwert. Nach dem Start präsentiert »ncdu« den Baum des aktuellen Verzeichnisses übersichtlich (siehe Abbildung 1). Mit Hilfe des Ncurses-Fensters navigiere ich dann bequem mit den Pfeiltasten.
Abbildung 1: Ncdu ist das bessere »du«, da der Bediener per Hotkey durch die Verzeichnisse navigieren und die Sortierung beeinflussen kann.
Heiße Taste
Das laufende Ncdu akzeptiert einige weitere Tastaturbefehle. So kann ich mit [N] auf alphabetische Sortierung umschalten - normalerweise sortiert Ncdu der Größe nach. Zweimaliges [N]-Drücken listet alphabetisch rückwärts. Manchmal passiert es, dass ein Verzeichnis zunächst harmlos aussieht, weil Ncdu zuoberst einige wenig voluminöse Verzeichnisse angezeigt. Weiter unten im Baum aber, erst durch Scrollen sichtbar, machen sich die fetten DVD-Images von einem Dutzend Linux-Distributionen breit. Ein Druck auf [T] - und Ncdu sortiert alle Objekte streng der Größe nach, egal ob Dateien oder Verzeichnisse.
Wer es genau wissen will, kann die Anzeige der Größen mit [P] zwischen 1000er- und 1024er-Einheiten wechseln lassen. Wichtiger: [H] blendet versteckte Verzeichnisse ein. Man staunt, wie sich die Heimlichtuer aufblähen.
Fazit: Einmal dran gewöhnt, hat Ncdu jetzt ein sicheres Plätzchen in meinen Werkzeugkasten. »du« dagegen ist komplett aus dem Rennen. Für Admins, denen Ncdu vielleicht zu monochrom ist, listet Ncdu-Autor und Black-Metal-Fan Heling auf seiner Webseite [1] unter »Similar projects« artverwandte, aber bunte Tools auf. Mir ist die allgegenwärtige mysteriöse Datenvermehrung grell genug, da muss das zugehörige Diagnosetool nicht auch noch aussehen wie Las Vegas bei Nacht. (jk)
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Charly Kühnast administriert Unix-Betriebssysteme im Rechenzentrum Niederrhein in Moers. Zu seinen Aufgaben gehören die Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ (demilitarisierte Zone). In seiner Freizeit lernt er Japanisch, um endlich die Bedienungsanleitung seiner Mikrowelle lesen zu können.
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