Open Source im professionellen Einsatz

OpenLDAP, Linux-Unix-Kurzreferenz

Tux liest

Linux-Administratoren, die des Englischen nicht ganz so mächtig sind, freuen sich erfahrungsgemäß über deutschsprachige Handbücher. Ob Vorfreude die schönste Freude ist, untersucht der Rezensent an einem Buch zu OpenLDAP und einer Linux-Unix-Kommandoreferenz.

Allgemein verständliche Literatur über Verzeichnisdienste ist rar. Eines der wenigen aktuellen Bücher zum Thema in deutscher Sprache ist "OpenLDAP" von Oliver Liebel und John Martin Ungar, erschienen im Galileo-Verlag.

Praktischer Leitfaden

In vier übersichtlich gegliederten Kapiteln führen die beiden Autoren Schritt für Schritt in die Benutzung und Administration des OpenLDAP-Daemon ein und halten sich dabei nicht lange bei der grauen Theorie auf. So erfährt der Admin genau jene Dinge, die er wissen muss, um mit der freien Software einen funktionierenden Verzeichnisdienst aufzusetzen. Von einer Vorstellung der einzelnen Softwarebestandteile auf der Client- und Server-Seite über den Aufbau von LDAP-Schemata bis hin zur Benutzung der LDAP-Tools wie »ldapsearch« und »slapadd« spannt sich der Bogen der Einführung.

Darauf folgt ein umfangreiches Kapitel mit Spezialitäten wie zum Beispiel Replikation, Verschlüsselung, Authentifizierung und Autorisierung, ACLs, Performance-Tuning und Overlays. Die Anbindung von LDAP an Samba, Kerberos, Postfix, Cyrus-Imap, Apache und Squid rundet die Darstellung ab.

Hilfreich sind die detaillierten Hinweise zum Troubleshooting, die den Leser sogar in die Lage versetzen, die wenigen noch vorhandenen Fehler im Buch aufzuspüren, beispielsweise die nicht ganz zutreffenden Angaben zur Generierung von Serverzertifikaten auf den Seiten 121 und 122. Besonders hervorzuheben: die Beispielskripte und sonstigen Dateien, die die Autoren auf der Website des Verlags zur Verfügung stellen. Sie lassen sich gut zum Einarbeiten einsetzen und ersparen dem Neuling viel Zeit.

Der Index des Buches könnte umfangreicher sein; ein wichtiger Begriff wie »dc« taucht zum Beispiel gar nicht auf. Trotz kleiner Mängel: Wer einen Verzeichnisdienst unter Linux einzurichten hat, kommt um dieses Buch kaum herum.

Info


Oliver Liebel undJohn Martin Ungar:

OpenLDAP

Galileo Computing, 2006

340 Seiten

35 Euro

ISBN 3-89842-762-5

Unübersichtliches Nachschlagewerk

Professor Helmut Herold, bekannt als Autor von Grundlagenwerken über Unix und Linux, legt im Verlag Addison-Wesley die dritte Auflage seiner "Linux/Unix-Kurzreferenz" vor. Auf über 300 Seiten beschreibt er Kommandos von »a2ps« bis »zmore«, die wichtigsten Shells und Tools wie »awk« und »make«.

Ein gutes Nachschlagewerk zeichnet sich aus durch eine übersichtliche Gliederung, Ausgewogenheit der inhaltlichen Bestandteile und ein konsistentes Layout. Zudem wünscht sich der Benutzer Hilfen beim raschen Nachschlagen und eine lesefreundliche Schrift. An diesen Zielen sind Autor und Verlag jedoch gründlich vorbeigeschossen. Das Buch ist offenbar durch Zusammenkopieren der Referenzteile aus Herolds Einzelwerken entstanden. Hieraus ergeben sich Unausgewogenheiten und überflüssige Wiederholungen.

Ein wenig redaktionelle Arbeit hätte Platz schaffen können für größere Schrift und eine übersichtliche Seitengestaltung. Der Satz, vom Autor selbst angefertigt, ist durch unterschiedliche Schriften (8 Punkt und kleiner) und zusammengequetschten Seitenaufbau unerträglich. Ein Gesamt-Inhaltsverzeichnis ist nicht vorhanden. Die Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Kapitel sind flach und lassen keine logische Ordnung erkennen.

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