Open Source im professionellen Einsatz

Tooltipps

Tork 0.12 Beta

GUI für Tor

Quelle: [http://tork.sf.net]

Lizenz: GPL

Alternativen: Tor, JAP

Bislang arbeitet der kostenlose Anonymisierungsdienst Tor lediglich auf der Kommandozeile. Nun entwickelt ein Projekt eine grafische Oberfläche unter KDE für den Onion-Router: Tork.

Nach dem Kompilieren landet die ausführbare Datei »tork« im Verzeichnis »/usr/local/kde/bin«. Der Start aktiviert einen grafischen Wizard, der zunächst prüft, ob die Pfade zu Tor und Privoxy stimmen. Findet der Konfigurator die beiden Programme nicht, installiert er sie über Arkollon aus dem Quellcode. Schließlich entscheidet der Anwender, in welchem Modus sein Tor-Client läuft: nur als Server, nur als Client oder in beiden Modi zugleich.

Meldet sich der Benutzer im Tor-Netzwerk an, zeigt der Reiter »Tor Network« die genutzten Circuits, Router und Server an. Über das Register »Anonymize« überführt er vom Konqueror über Kopete bis zu SSH diverse Dienste in die Anonymität. Auch anonyme Webseiten - so genannte Hidden Services - bietet er ohne großen Aufwand an. Beim Einrichten führt erneut ein Wizard durchs Programm.

****- Tork schützt die Privatsphäre, indem es den Umfang von Tor ausschöpft und dessen Bedienung sinnvoll vereinfacht. (Kristian Kißling)

Mp3gain 1.4.6

Normalisierer

Quelle: [http://mp3gain.sf.net]

Lizenz: LGPL

Alternativen: Gnormalize, Amarok

Freunde von Mixtapes kennen das Problem: Beim Abspielen der privaten MP3-Sammlung brettert ihnen plötzlich ein Heavy-Metal-Stück um die Ohren. Mp3gain reguliert die durchschnittliche Lautstärke der MP3-Sammlung und bewahrt vor brachialen Überraschungen. Das Tool normalisiert Musikstücke, indem es sie dem menschlichen Hörempfinden über den Replay-Gain-Algorithmus anpasst. Gleichen gewöhnliche Normalisierer lediglich die Amplitude an, findet Mp3gain heraus, wie laut ein Song für das menschliche Ohr klingt.

Das Tool kodiert die MP3s nicht um, sondern schreibt die neuen Informationen einfach in die Metadaten, die ID3-Tags. Das geht seit ID3v2, der Player muss diese Tags aber auch lesen und verstehen. Mp3gain ist über die Kommandozeile zu bedienen, die Webseite bietet aber auch ein Java-GUI an.

***-- Dass Mp3gain keine Ogg-Dateien normalisiert, erweist sich im Linux-Umfeld als dicker Nachteil. Aber um MP3s schnell zu verarzten, genügt das Tool sicherlich. (Kristian Kißling)

Dar 2.3.0

Archivierung

Quelle: [http://dar.linux.free.fr]

Lizenz: GPL

Alternativen: Mondo, Rsnapshot

Wer Backups macht, ist feige - heißt es. Dar hilft Hasenfüßen auf die Sprünge, die Abkürzung steht für Disc Archive. Die Backup-Lösung schreibt die Daten eines Rechners mit Vorliebe auf DVDs, CDs und andere externe Medien, aber auch auf Festplatten. KDE-Nutzer greifen wahlweise auf Kdar als GUI zurück.

Dar beherrscht volle, differenzielle und inkrementelle Backups. Um Platz zu sparen, komprimiert der Archivar die Daten über Gzip und Bzip2. Will er große Mengen gesicherter Daten auf mehrere Medien verteilen, zerlegt er das Archiv in nummerierte Einzelstücke (Slices) mit fester Größe. Welche Befehlszeile Daten sinnvoll komprimiert, demonstriert ein Tutorial auf der Webseite, die auch eine ausführliche Dokumentation anbietet. Dar bemerkt korrupte Dateien und rettet sie im Idealfall über Parchive.

Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz: Mit dem Blowfish-Algorithmus verschlüsselt Dar Archive und schützt so vor Datenspionen. Wiederherstellen lassen sich Dateien wahlweise im Bündel oder am Stück: Dar restauriert Files auch flach, ohne ihre Verzeichnisbäume.

***-- Dar ermöglicht eine solide Datenarchivierung, die der Benutzer mit Hilfe von Cronjobs auch recht problemlos automatisiert. (Kristian Kißling)

IEs4Linux 2.0.5

Internet-Explorer-Tester

Quelle: [http://www.tatanka.com.br]

Lizenz: GPL/Proprietär

Alternativen: Windows, Wine

Noch immer browsen viele Anwender mit dem Internet Explorer. Das merken insbesondere Webdesigner, die unter Linux arbeiten. Sie müssen Seiten im Explorer testen, wollen aber kein Windows kaufen. Der Vorschlag "Nehmt Wine!" erzeugt in der Praxis einen Konfigurationsaufwand, den Webdesigner nicht zu Unrecht scheuen. Eine bessere Lösung heißt IEs4Linux. Das brasilianische Projekt setzt auch auf Wine, macht aber die Installation zum Kinderspiel.

Ubuntu-Nutzer installieren einfach die Pakete »Wine« und »Cabextract« und starten dann das Skript »ies4linux«. Es holt selbstständig die notwendigen Dateien für den Internet Explorer von Microsofts Internetportal und installiert sie an den richtigen Stellen. Der Anwender beantwortet lediglich die auf der Kommandozeile gestellten Fragen mit Ja oder Nein - einfacher geht's kaum. Anschließend startet er den Browser, indem er jeweils »ie6«, »ie55« oder »ie5« eingibt. Der Support für den gerade erschienenen Internet Explorer 7 befindet sich noch im Betastadium.

Um den Start zu vereinfachen, legt die Software IE-ähnliche Icons auf den Desktop. Will der Seitenmacher zusätzliche Plugins wie den Shockwave- oder Flashplayer installieren, findet er Hinweise auf der IEs4Linux-Webseite. Die Seite listet auch Fehler auf, die es in der Wine-Version noch gibt: So unterstützt der IE 6 unter anderem keine Transparenz in PNGs.

****- Da der Internet Explorer nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden wird, erweist sich IEs4Linux als gelungener Workaround. (Kristian Kißling)

Liferea 1.0.26

RSS-Aggregator

Quelle: [http://liferea.sf.net]

Lizenz: GPL

Alternativen: Akregator, Raggle

Die virtuelle Antwort auf die gedruckte Zeitung am Morgen sind dutzende Zeitungen - und mehr. Der RSS-Aggregator Liferea bereitet RSS-Feeds aus aller Welt in einem praktischen GTK-GUI auf. Der aufmerksame Leser sortiert die Informationsbrocken nach Themen, Ländern oder eigenen Kriterien und liest so schon beim Frühstück, welche Katastrophen und Sicherheitslücken die Welt für ihn bereithält. Liferea frischt seine Informationsquellen per Mausklick auf und differenziert zwischen gelesenen und ungelesenen News, die es mit Datum und Uhrzeit der Veröffentlichung auf dem Bildschirm anzeigt. Ein Klick auf eine Schlagzeile öffnet den kompletten Artikel wahlweise in einem externen Browser oder in Liferea selbst.

Der Aggregator lädt neben Bildern und Texten auch Podcasts in Form von Filmen und Sounds herunter und spielt sie auf Wunsch in einem externen Programm ab. Über den Reiter »Enclosures« in den Einstellungen regelt der Abonnent, welche Dateitypen der Reader akzeptiert. Zum Download der Inhalte setzt Liferea wahlweise auf Curl oder Wget.

Seit Version 1.1 lässt sich das Tool auch über LUA erweitern. Die Skripte landen im Ordner »~/.liferea_1.1/cache/scripts«. Per Website Scraping ermöglicht es der Reader, Seiten zu abonnieren, die zwar neue Nachrichten bringen, diese aber nicht als RSS-Feed ausliefern. Dabei kommt ein Perl-Skript zum Zuge, das die Webseite des Projekts anbietet.

***-- Liferea will auf einfache Weise RSS-Feeds aufbereiten - revolutionär ist das nicht. Aber wer morgens Informationen zu aktuellen Themen sucht, greift nicht daneben. (Kristian Kißling)

Nerolinux 2.1.0.3

Brennprogramm

Quelle: [http://www.nero.com]

Lizenz: Proprietär, 20 Euro

Alternativen: K3b, Bonfire

Unter Windows beherrscht das Brennprogramm Nero den Markt. Gegen einen Obolus gibt es mit Nerolinux auch eine Linux-Version der Software. Alternativ lässt sich die Linux-Version mit dem Key der Windows-Version von Nero 6 aktivieren. Nerolinux bietet grundlegende Brennfunktionen. Neben Daten- und Musik-CDs sowie DVDs in allen Geschmacksrichtungen kopiert das Brennprogramm auch direkt Datenträger oder verwandelt sie in Images.

Entsprechende Hilfsprogramme vorausgesetzt überführt Nerolinux auf Wunsch die Audio-Tracks automatisch in ein anderes Format wie MP3 oder Ogg Vorbis. Das Tool unterstützt sogar Dual-Layer-DVD-Rs, die es im Layer-Jump-Recording-Verfahren beschreibt. Dabei speichert es die Daten in mehreren Sitzungen abwechselnd auf beiden Lagen. Video-DVDs brennt Nerolinux, stellt sie aber leider nicht zusammen, wie es der große Windows-Bruder tut.

Da unter der an K3b angelehnten Oberfläche das gleiche
Programmherz schlägt wie bei der Windows-Verwandtschaft, kommt
Nerolinux auch mit exotischen Brennern zurecht. Es erkennt sogar im
laufenden Betrieb angestöpselte Firewire- und USB-Brenner
(Hotplugging). Eine Demoversion bietet der Hersteller ebenso an,
wie ein englischsprachiges Handbuch. Als Systemvoraussetzungen
genügen Kernel

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