Open Source im professionellen Einsatz

Tooltipps

Streamtuner 0.99.99

Radio-Aggregator

Quelle: [http://www.nongnu.org]

Lizenz: BSD

Alternativen: Amarok, Tunapie

Seit jeder Mensch im Netz seine eigene Radiostation betreibt, buhlen Senderportale wie Shoutcast und Google Stations um die Gunst der Hörer. Streamtuner vereint die Anbieter unter einem Dach. Hinter jedem Reiter des GUI verbirgt sich ein Portal mit den angebotenen Streams. Zu den unterstützen Seiten zählen unter anderem Shoutcast, Live 365, Punkcast.com und Google Stations.

Der Klick auf einen Reiter listet die Sender auf, ein Mausklick spielt den Stream in einem Audioplayer der Wahl ab. Neben einer Beschreibung der Sender verrät die Software auch, mit welcher Bitrate die Webradios ihr Programm auf die Hörer loslassen. Zum Aufzeichnen eines Streams genügt ein Klick auf den grünen Aufnahmeknopf - und Streamtuner schneidet das Programm über das externe Tool Streamripper mit.

Über die Voreinstellung bestimmt der Radiohörer, auf welchem Player die Musik spielt, der Standard heißt XMMS. Zudem greift der Freund gestreamter Töne auch über einen Socks-5-Proxy auf die freien Wellen zu.

***-- Streamtuner vollbringt keine Wunder, bahnt aber einen Pfad durch den Dschungel der Radiostationen und erleichtert den Musikfans die Bergung wertvoller Schätze. (Kristian Kißling)

Arpwatch 2.1a15

Netzwerk-Tool

Quelle: [http://ee.lbl.gov]

Lizenz: BSD

Alternativen: Arpalert, Arpguard

Arpwatch verfolgt einen einfachen Zweck: Das Tool überwacht die Zuordnung von MAC- zu IP-Adressen. Es schaltet die Netzwerkkarte in den Promiscuous Mode, wodurch sie von Änderungen der IP-MAC-Kombinationen im Netzwerk erfährt. In diesem Fall sendet es eine Mail an den Admin, der erkennt, ob sich jemand am ARP-Spoofing versucht. Das ließe sich auch durch den Einsatz eines statischen ARP-Cache verhindern, doch meist wollen die Nutzer eines Netzwerks nicht jedes neue Notebook beim Admin anmelden.

Arpwatch meldet auch, wenn ein Host eine neue MAC-Adresse erhält, eine lange inaktive IP-MAC-Kombination auftaucht oder IP und MAC häufig wechseln (Flip-Flop). Zusätzlich protokolliert das Tool auffällige Ereignisse in einer zuvor spezifizierten Logdatei, die der Admin vor dem Start manuell anlegen muss. Gewöhnlich liegt sie im Ordner »/var/lib/arpwatch/arp.dat«.

Will ein User Arpwatch verwenden, genügt - unter Ubuntu - der Aufruf »sudo /usr/sbin/arpwatch -i eth0 -u User -f /home/user/arp.dat«, um die Protokoll-Datei im Homeverzeichnis abzulegen.

***-- Fehlt ein Layer-3-Switch und fürchtet der Admin ARP-Spoofing im internen Netzwerk, erleichtert das simple Tool die Kontrolle. (Kristian Kißling)

Thoggen 0.6.0

DVD-Ripper

Quelle: [http://thoggen.net]

Lizenz: GPL

Alternativen: Dvd::rip, Handbrake

Mit Thoggen verwandelt der Filmliebhaber DVD-Inhalte in einen Film im freien OGG-Media-Format. In naher Zukunft peilt das Projekt auch den Support für proprietäre Formate wie Xvid und Mpeg 4 an. Die aktuelle Version 0.6.0 greift auf Gstreamer 0.10.10 zurück.

Die GTK+-Oberfläche erspart dem Nutzer Komplexität, was die Software von anderen Lösungen wie Dvd::rip und Handbrake absetzt. Nach dem Einlegen einer DVD erkennt Thoggen diese automatisch, liest die Tracks ein, und der Anwender wählt einen oder mehrere Tracks zum Konvertieren aus. Im nächsten Fenster legt er dann Sprache und Auflösung des Films fest und schneidet schwarze Ränder weg.

Noch befindet sich das Tool im Betastadium. Neben kleineren Bugs belastet das Rippen der DVD die CPU mit mehr als 90 Prozent. Es dauert 4 Stunden aufwärts, einen 90 Minuten langen Film zu überspielen - Handbrake schafft das in einem Bruchteil der Zeit.

**--- Die einfache Handhabung spricht für Thoggen. Unter der Motorhaube muss das Team aber noch schrauben, um mit Thoggen von der Pole Position zu starten. (Kristian Kißling)

Jalbum 6.5.4

Webgalerie

Quelle: [http://jalbum.net]

Lizenz: LGPL / Proprietär

Alternativen: Konqueror, Kallery

Mit der Digitalkamera unzählige Urlaubsfotos schießen - das bringt Spaß, das Aufbereiten der Datenmengen meist weniger. Jalbum generiert aus den Fotos per Knopfdruck eine Web-fähige Galerie. Es gehört zu den besten kostenlosen Werkzeugen dieser Kategorie. Dank Java 1.4 arbeitet es plattformübergreifend und strickt nicht nur für Fotos, sondern auch für Videos einen hübschen Mantel.

Das Programm des Schweden David Ekholm akzeptiert Vorlagen im Jpg, PNG und Gif-Format. Um weitere Typen zu nutzen, braucht es ein Zusatz-Plugin von Sun. Zahllose Skins verpacken die Fotos in einem ansprechenden Design. Ein Mausklick vergrößert die angezeigten Thumbnails auf eine vom Anwender bestimmte Auflösung. Das Programm wertet die Exif-Header der Bilder aus und ergänzt die Galerie auf Wunsch mit den Ursprungsdaten und weiteren technischen Informationen.

Über den eingebetteten FTP-Client transferieren die Fotofreunde ihre Schnappschüsse samt HTML-Gerüst aus dem Programm heraus auf die persönliche Webseite. Leute ohne eigenen Grundbesitz im WWW veröffentlichen die Bilder über den integrierten Webserver unter ihrer öffentlichen IP-Adresse. Was Linuxern besonders gefallen dürfte: Jalbum kennt auch die Kommandozeile. Mögliche Parameter und ihre Defaultwerte listet die deutsch- und englischsprachige Webseite auf.

****- Gute Webseite, viele Skins, einfache Bedienung und doch genug Möglichkeiten zum Verändern der Bilder: Jalbum erleichtert die Präsentation der Urlaubsfotos - am Ende sieht's auch noch gut aus. (Kristian Kißling)

GNU Netcat 0.7.1

Netzwerk-Tool

Quelle: [http://netcat.sf.net]

Lizenz: GPL

Alternativen: Socat, Cryptcat

Linux lässt die Katze aus dem Sack - sie liest und schreibt Daten über TCP- oder UDP-Verbindungen und nutzt Stdin und Stdout. GNU Netcat entfaltet sich wie der Namensvetter Cat auf der Kommandozeile, tauscht Daten über TCP/IP aus, führt Portscans durch und leitet Ports um. Es entstammt dem GNU-Projekt und soll volle Kompatibilität zum Original-Netcat von 1996 gewähren.

GNU Netcat läuft auf der Kommandozeile im Client- oder Server-Modus und lässt sich gut mit Skripten und Pipes kombinieren. Als Client holt es Informationen von entfernten Servern, als Server wartet es auf eingehende Verbindungen und führt - entsprechend kompiliert - festgelegte Befehle aus.

Über einen Eintrag in der Datei »/etc/inetd.conf« leitet Netcat auch Ports um. Greift der entfernte Host A auf Port 80 des lokalen Host B zu, reicht Host B via Netcat die Daten eines dritten Host C an Host A weiter.

Sogar zum Chat-Client eignet sich die Katze. Als Server lauscht sie an einem spezifischen Port, an den der Admin über den Client Nachrichten sendet. Über das Kommando: »netcat -vz IP-Adresse 1-1024« fahndet Netcat nach offenen Ports zwischen 1 und 1024 auf einem Rechner. Ein Schwachpunkt liegt in der Verschlüsselung: Es gibt keine. Das Tool Cryptcat - eine leicht abgespeckte Version von Netcat - verschlüsselt seine Kommunikation über Twofish.

***-- Trotz Unsicherheit erweist sich Netcat als Mehrzweck-Tiger. Besonders im Security-Bereich ist es beliebt, da sich das Tool auch für halbseidene Spielereien eignet. (Kristian Kißling)

Vuescan 8.3.77

Scan-GUI

Quelle: [http://hamrick.com]

Lizenz: Proprietär, 50 / 90 Dollar

Alternativen: Xsane, Kooka

Es gibt Xsane, es gibt Kooka, wer braucht also eine kommerzielle Scan-Software? Um eben schnell ein Foto einzuscannen, leisten Xsane und Kooka gute Dienste. Geht es aber in den professionelleren DTP-Bereich, lohnt sich ein Blick auf Vuescan. Das Programm unterstützt etwa 500 Scanner und ist als Standard- oder Profiversion zu haben. Die erste kostet 50 Dollar, die zweite 90: Letztere beherrscht dafür aber auch das Farbmanagement und bekommt zudem sämtliche Upgrades frei Haus.

Die kostenlose Demoversion macht zwar die fertigen Bilder durch Wasserzeichen wertlos, aber nicht Texte der integrierten OCR-Software, die englischsprachige Vorlagen nahezu fehlerfrei identifiziert. Für die Farbbalance von Fotos bietet die Software verschiedene Profile an. Sie arbeitet mit einer Farbtiefe bis zu 64 Bit und versteht IT8-Vorlagen. Die lädt der Entwickler gegen Bares von einer externen Seite herunter. Ihre Integration ermöglicht dann Farbmanagement über ICC-Profile.

Dank ROC (Receiver Operating Characteristic) ermittelt und
optimiert Vuescan Grenzwerte für die Farbgebungen der Fotos
und entfernt mit ICE (Image Correction and Enhancement) Staub und
Kratzer von gescannten Dias. Auch Raw Scan Files - also
gewisser

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