Open Source im professionellen Einsatz

Neues bei Debian

Debianopolis

Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.

Aus dem Streit um die Bezahlung der Debian-Release-Manager durch die Firma Dunc-Tank, ist Projektleiter Anthony Towns als Sieger hervorgegangen – zumindest vorerst, denn die Gehaltsfrage beschäftigt die ehrenamtlichen Helfer weiterhin.

Towns im Amt bestätigt

Die Finanzspritze von Dunc-Tank soll es den Release-Managern ermöglichen, vollzeit an der neuen Release 4.0 alias Etch zu arbeitet. Der Streit war ausgebrochen, als Anthony Towns mit dem Vorhaben scheiterte, die Release-Manager intern zu finanzieren. Als er die Finanzierung auf Dunc-Tank auslagerte, warfen ihm einige Entwickler vor, das Projekt zu untergraben, und forderten die Absetzung des Debian-Project-Leader.

Die projektinterne Abstimmung der rund 1000 Debian-Entwickler verloren die Towns-Gegner allerdings deutlich. Bei nur 330 abgegebenen Stimmen sprachen sich 277 für Towns aus. In einer zweiten Abstimmung kam es für die Dunc-Tank-Gegner noch dicker: Die Mehrheit bestätigte den DPL und wünschten dem Dunc-Tank-Projekt offiziell Erfolg.

Geld und Freundschaft

Inzwischen ist bekannt, dass Dunc-Tank den beiden Release-Managern für einen Monat 6000 US-Dollar zur Verfügung stellt. Prompt gab es neuen Streit, dieses Mal über die Höhe der Summe. Erneut kündigten einige Entwickler an, ihre Arbeit an Debian zugunsten anderer Aktivitäten zurückstellen wollen.

Erste Folgen dieses Protests sind bereits zu spüren: Martin Schulze, der bisher emsig die Debian-Weekly-News (DWN) zusammengestellt hat, sieht nicht ein, warum er viel Arbeit ohne Entlohnung verrichten sollte. In seinem Blog bezifferte er den Zeitaufwand für eine DWN-Ausgabe auf einen Arbeitstag. Im vergangenen Oktober gab es deshalb nur eine Debian-Weekly-News-Ausgabe.

Die Auswirkungen von Dunc-Tank erläutert Jörg Jaspert, ebenfalls ein sehr aktiver deutscher Debian-Entwickler, in einer Mail an die Debian-Devel-Announce-Mailingliste [1]. Dort listet er Fälle auf, in denen Entwickler ihre Aktivitäten wegen Dunc-Tank zurückgefahren haben.

Abbildung 1: Die Entwickler auf Kurs halten

Abbildung 1: Die Entwickler auf Kurs halten

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