Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2006
© photocase.com

© photocase.com

Ratgeber: Netzwerke von Fast auf Gigabit Ethernet migrieren

Schnell ins Netz gegangen

Der Umstieg vom herkömmlichen Fast Ethernet auf Gigabit verspricht zwar viel Leistungsgewinn bei geringen Investitionskosten und wenig Aufwand. Mit günstigen Netzwerkkarten und in sparsam dimensionierten Firmennetzen lauern jedoch üble Fallen.

373

Fast Ethernet mit Transferraten von nominell 100 MBit/s ist der Normalfall. Andererseits ist in den letzten Jahren die Anzahl der Gigabit-fähigen Rechner stark gestiegen, schon allein deshalb, weil praktisch alle aktuellen Notebooks, Workstations und Server mit Chipsätzen ausgerüstet sind, die einen Gigabit-Netzwerkanschluss enthalten.

Mischkultur

So ist in vielen Unternehmen über die Jahre ein Mischnetz entstanden, in dem Netzwerk-Switches, Router und ältere Rechner noch mit Fast Ethernet arbeiten, während die Gigabit-fähigen Anschlüsse neuerer Workstations und Server das Potenzial ihrer Netzwerkadapter nicht nutzen. Eine Umstellung aller Komponenten auf Gigabit Ethernet verspricht hier eine schnelle Leistungssteigerung im Netzwerk, und zwar bei sehr überschaubaren Investitionen. Eine so günstige Migration sollte aber gut geplant sein, um nicht neue Engpässe zu schaffen.

Netzwerkinstallationen mit Fast Ethernet aus den letzten fünf Jahren verwenden meist Kabel der Kategorien 5 oder 5e. Der Gigabit-Standard 1000Base-T setzt herkömmliche Cat-5-Kabel voraus, wobei die neueren Cat-5e in der Praxis weniger Störungen versprechen. Jedes mit einer der beiden Varianten ausgestattete Netzwerk lässt sich migrieren, vorausgesetzt es sind doppelt geschirmte Kabel (SF/FTP, Screened Foiled/Foiled Twisted Pair) verlegt. Bei der Neuverkabelung ist Cat 7 die richtige Wahl, es eignet sich selbst für 10GBase-T, den 10-Gigabit-Ethernet-Standard.

Doppelt gemoppelt funktioniert nicht

Ein Problem bei der Umstellung auf Gigabit Ethernet bekommen Unternehmen, die einzelne Ethernet-Kabel für mehrere Dienste oder Rechner verwenden. 100Base-TX verwendet - im Gegensatz zu Gigabit Ethernet - lediglich zwei der vier Adernpaare eines Ethernet-Kabels, die Paare 1 und 4 liegen brach.

Diesen Umstand nutzen Firmen bei Kabel-Knappheit gern, um über das ungenutzte Leitungspaar Systemtelefone oder einen zweiten Rechner anzuschließen. Im Zubehörhandel gibt es Y-Adapter, die einen voll belegten Ethernet-Anschluss auf zwei Ethernet-Buchsen aufteilen, bei denen dann nur die Leitungen 2 und 3 belegt sind. Eine Alternative zu den Y-Adaptern bei 100Base-TX ist, beide Netzwerkanschlüsse einer Ethernet-Doppeldose jeweils nur mit zwei Adernpaaren zu belegen.

Bei der Umstellung auf Gigabit Ethernet müssen in diesem Fall sämtliche Ethernet-Dosen neu verkabelt werden, wobei die Hälfte der bisherigen Netzwerkanschlüsse entfällt. Die angesprochenen Y-Adapterkabel sollten auf keinen Fall umgekehrt, also zur Vereinigung zweier halb belegter Netzwerkanschlüsse zu einem voll belegten, eingesetzt werden, da dies zu verstärktem Übersprechen und schlechteren Signalen führt.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • NFS live

    Was zählt, ist die Praxis, hat sich das Linux-Magazin gedacht und eine Bitte um Kommentare an Mailinglisten und Einzelpersonen geschickt. Das Ergebnis sind Erfahrungen und Performance-Tipps aus dem NFS-Alltag von Sysadmins, darunter auch ein waschechter NFS-4-Anwender.

  • NEC erweitert Komponenten für Linuxcluster

    Die NEC Deutschland GmbH erweitert ihre Clusterserie LX um einen Xeon-Server mit vier 45-nm-Vierkernprozessoren von Intel und einen fehlertoleranten Hochleistungsserver als Masterknoten.

  • Erster 25/100 Gigabit Ethernet-Switch mit Ubuntu

    Mellanox hat den weltweit ersten  25/100 Open Ethernet Switch vorgestellt. Er läuft unter Snappy Ubuntu Core.

  • TCP-Replay 4.0.0 unterstützt Gigabit-Ethernet

    TCP-Replay, eine Tool-Sammlung zum Bearbeiten und Abspielen von Netzwerk-Traffic (PCAP), hat einen neuen Maintainer. Mit seiner Unterstützung hat das Projekt im noch jungen Jahr 2014 die Version 4.0.0 veröffentlicht.

  • Pinger

    Die Round Trip Time (RTT) von Pings verlängert sich, wenn die Pakete Netzwerkgeräte oder lange Leitungen durchlaufen. Der Autor zeigt mit Messreihen und einem eigenen Programm, wie er damit Switches und transparente Bridges aufspürt und Kabellängen ermittelt.

comments powered by Disqus

Ausgabe 05/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 7,62
(inkl. 19% MwSt.)

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.