Open Source im professionellen Einsatz

© photocase.com

Ratgeber: Netzwerke von Fast auf Gigabit Ethernet migrieren

Schnell ins Netz gegangen

Der Umstieg vom herkömmlichen Fast Ethernet auf Gigabit verspricht zwar viel Leistungsgewinn bei geringen Investitionskosten und wenig Aufwand. Mit günstigen Netzwerkkarten und in sparsam dimensionierten Firmennetzen lauern jedoch üble Fallen.

Fast Ethernet mit Transferraten von nominell 100 MBit/s ist der Normalfall. Andererseits ist in den letzten Jahren die Anzahl der Gigabit-fähigen Rechner stark gestiegen, schon allein deshalb, weil praktisch alle aktuellen Notebooks, Workstations und Server mit Chipsätzen ausgerüstet sind, die einen Gigabit-Netzwerkanschluss enthalten.

Mischkultur

So ist in vielen Unternehmen über die Jahre ein Mischnetz entstanden, in dem Netzwerk-Switches, Router und ältere Rechner noch mit Fast Ethernet arbeiten, während die Gigabit-fähigen Anschlüsse neuerer Workstations und Server das Potenzial ihrer Netzwerkadapter nicht nutzen. Eine Umstellung aller Komponenten auf Gigabit Ethernet verspricht hier eine schnelle Leistungssteigerung im Netzwerk, und zwar bei sehr überschaubaren Investitionen. Eine so günstige Migration sollte aber gut geplant sein, um nicht neue Engpässe zu schaffen.

Netzwerkinstallationen mit Fast Ethernet aus den letzten fünf Jahren verwenden meist Kabel der Kategorien 5 oder 5e. Der Gigabit-Standard 1000Base-T setzt herkömmliche Cat-5-Kabel voraus, wobei die neueren Cat-5e in der Praxis weniger Störungen versprechen. Jedes mit einer der beiden Varianten ausgestattete Netzwerk lässt sich migrieren, vorausgesetzt es sind doppelt geschirmte Kabel (SF/FTP, Screened Foiled/Foiled Twisted Pair) verlegt. Bei der Neuverkabelung ist Cat 7 die richtige Wahl, es eignet sich selbst für 10GBase-T, den 10-Gigabit-Ethernet-Standard.

Doppelt gemoppelt funktioniert nicht

Ein Problem bei der Umstellung auf Gigabit Ethernet bekommen Unternehmen, die einzelne Ethernet-Kabel für mehrere Dienste oder Rechner verwenden. 100Base-TX verwendet - im Gegensatz zu Gigabit Ethernet - lediglich zwei der vier Adernpaare eines Ethernet-Kabels, die Paare 1 und 4 liegen brach.

Diesen Umstand nutzen Firmen bei Kabel-Knappheit gern, um über das ungenutzte Leitungspaar Systemtelefone oder einen zweiten Rechner anzuschließen. Im Zubehörhandel gibt es Y-Adapter, die einen voll belegten Ethernet-Anschluss auf zwei Ethernet-Buchsen aufteilen, bei denen dann nur die Leitungen 2 und 3 belegt sind. Eine Alternative zu den Y-Adaptern bei 100Base-TX ist, beide Netzwerkanschlüsse einer Ethernet-Doppeldose jeweils nur mit zwei Adernpaaren zu belegen.

Bei der Umstellung auf Gigabit Ethernet müssen in diesem Fall sämtliche Ethernet-Dosen neu verkabelt werden, wobei die Hälfte der bisherigen Netzwerkanschlüsse entfällt. Die angesprochenen Y-Adapterkabel sollten auf keinen Fall umgekehrt, also zur Vereinigung zweier halb belegter Netzwerkanschlüsse zu einem voll belegten, eingesetzt werden, da dies zu verstärktem Übersprechen und schlechteren Signalen führt.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Als digitales Abo

Als PDF im Abo bestellen

comments powered by Disqus

Ausgabe 07/2013

Preis € 6,40

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook