Kann es denn in Perl, dem Werkzeug für engagierte Tüftler und Extremprogrammierer, noch Hacks geben, die nicht schon woanders ausgewalzt wurden? Dem englischsprachigen O\'Reilly-Buch "Perl Hacks" gelingt es tatsächlich, eine lose Sammlung kurz gehaltener und locker beschriebener Kniffe zu präsentieren, von denen auch mancher Perl-Experte noch nie gehört hat.
Einige Hacks stellen wenig bekannte CPAN-Module vor. Das ist hilfreich, denn wer würde unter zehntausenden von Modulen zufällig auf Schmankerl wie »Contextual::Return«, »SQL::Library« oder »Smart::Comments« stoßen?
Eine Reihe von Produktivitätstipps hilft bei der täglichen Arbeit. Die aus dem Editor aufgerufene Testsuite, selbst geschriebene Debugger-Kommandos oder Tastendrücke sparende Programmierverfahren gestalten die Skriptproduktion effektiver. Einige Abschnitte wandeln allerdings auf fragwürdigen Pfaden: Warum sollte jemand mit aufwändiger und schwer lesbarer Syntax sicherstellen wollen, dass private Methoden und Variablen unantastbar bleiben, nur damit der nächste Hack wieder einen Weg zeigt, das Ganze auszuhebeln?
Abenteuerlich
Viele der vorgestellten Beispiele nutzen atemberaubende und zugleich zwielichtige Methoden, um Perl zurechtzubiegen. Durch Manipulation der Symboltabelle lassen sich zum Beispiel schlecht programmierte CPAN-Module flicken. In Perl 5 noch fehlende, aber unheimlich praktische Perl-6-Syntax kommt zum Zuge, indem der Sourcecode eines Skripts nach dem Start für den Anwender unsichtbar manipuliert wird. Perl erlaubt ja alles, was andere Sprachen verbieten, und die Perl-Hacks nutzen alle erdenklichen Winkelzüge.
Den in der Perl-Szene bekannten Autoren Chromatic, Damian Conway und Curtis Poe ist es gelungen, kurzweiliges Lesefutter für Perl-Experten zuzubereiten. Das Buch setzt allerdings große Perl-Kenntnis voraus, für Anfänger ist es nicht geeignet.
|
Chromatic, Damian Conway, Curtis Poe:
Perl Hacks
O\'Reilly, 2006
296 Seiten
29 Euro
ISBN 0-596-52674-1
|
Interaktionsmuster
"Patterns for Effective Interaction Design" lautet der Untertitel des Buches von Jenifer Tidwell. Die Interaktions-Designerin reduziert die gesamte Welt der grafischen Mensch-Computer-Schnittstellen auf eine überschaubare Menge an Mustern (Patterns) - bewährten Lösungen zu Interaktionsproblemen, die immer wieder auftreten.
Gespickt mit Anweisungen, wann und wie sie eingesetzt werden, haben Patterns eine gewisse Ähnlichkeit mit Human Interface Guidelines. Anders als die abstrakten Richtlinien sind Patterns aber situationsbezogen und greifbar: "Row striping" beispielsweise erklärt kurz und knapp, wann und warum ein Entwickler die Hintergrundfarbe einzelner Zeilen in einer Tabelle abwechseln sollte. Andere Patterns wie Autocompletion sind komplexer: Hier stellt Tidwell detailliert mehrere Arten der automatischen Vervollständigung von Texteingaben vor und illustriert sie.