Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2006

Vorbereitung auf die LPIC-1-Prüfung - Teil 1

Paket-Jongleure

Eine grundlegende Aufgabe von Administratoren ist das Installieren und Verwalten von Applikationen. Dieser Artikel vermittelt die dafür notwendigen Kenntnisse, um bei der LPI-Prüfung 101 zu bestehen.

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Die meisten Administratoren verwenden zur Installation von Softwarepaketen die Werkzeuge ihrer Distribution. Daher prüft das LPI die entsprechenden Kenntnisse (siehe Kasten "LPI-Aufgabengruppen"). Den Abschnitten Festplattenpartitionierung und Installation eines Bootmanagers, die auch zur Aufgabengruppe 1.102 gehören, widmet sich ein späterer Artikel über Dateisysteme.

LPI-Aufgabengruppen

Das Linux Professional Institute gliedert die Prüfungsfragen in Aufgabengruppen ([1], [2]). Dieser Artikel erklärt die Abschnitte:

  • 1.102.3: Erstellen und Installieren von im Sourcecode
    vorliegenden Programmen
  • 1.102.4: Verwalten von Programmbibliotheken
  • 1.102.5: Debian-Paketverwaltung
  • 1.102.6: RPM-Paketverwaltung

Die Punkte 1.102.1 und 1.102.2 folgen in der nächsten Ausgabe.

Paketverwaltung

Das LPI erwartet für eine erfolgreiche Prüfung von den Teilnehmern, dass sie sowohl mit der Paketverwaltung RPM (Red Hat, Fedora, Suse) als auch mit DPKG und »apt-get« (Debian, Ubuntu, Kubuntu) umgehen und sie einsetzen können.

Mit der jeweiligen Paketverwaltung seiner Distribution kann der Admin die installierten Pakete und deren Installationsdatum feststellen und die installierten Dateien aufrufen. Speziell beim Upgrade eines Pakets kennt die Paketverwaltung die Konfigurationsdateien der installierten Programme und schützt sie vor dem Überschreiben.

RPM

Für die RPM-Paketverwaltung dreht sich in der Prüfung alles um den Befehl »rpm«. Er installiert (»-i«) und deinstalliert (»-e«) Pakete. Dabei überprüft das RPM-System, ob die Installation oder Deinstallation ohne Probleme erfolgt. Eine erste Trockenübung vor der Installation erlaubt die Option »--test« am Ende der Befehlszeile. Treten mit ihr Fehler auf, bricht der Vorgang ab.

Bei einer Wiederholung der Installation mit den Optionen »--force« oder »--nodeps« ignoriert RPM die Fehler beziehungsweise fehlenden Abhängigkeiten. Speziell für das Update mit »rpm -U« gibt es zusätzlich die Option »--oldpackage«, die eine Installation älterer Pakete über neuere erlaubt.

Für alle Optionen existieren auch Langversionen: »--install« (»-i«), »--erase« (»-e«) und »--upgrade« (»-U«). Besonders interessant sind auch die Optionen »--verify« (»-V«), »--checksig« (»-K«) und »--query« (»-q«), die der Aspirant bei der LPI-Prüfung kennen soll. Die Option »-V« prüft die Integrität eines installierten Pakets. Fehlende oder modifizierte Dateien zeigt der Befehl ebenfalls an. Die Angabe von »-K« prüft vor der Installation die Integrität des Pakets. Sie zeigt Fehler in der Prüfsumme oder in der Signatur an, die sicherstellen, dass die RPM-Pakete aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen und konsistent sind.

Die Option »-q« zeigt alle gespeicherten Informationen über die installierten Pakete an. Das sind die Listen der installierten Dateien (»-ql«), Konfigurationsdateien (»-qc«), Dokumentationsdateien (»-qd«) sowie allgemeine Informationen über das Paket (»-qi«). Mit »-qa« (siehe Abbildung 1) erhält der Benutzer eine Aufstellung aller installierten Pakete. Wer zum Beispiel erfahren will, welche Gnome-Pakete installiert sind, nutzt folgenden Befehl:

rpm -qa | grep gnome

Zu welchem Paket eine bestimmte Datei gehört, zeigt die Eingabe von:

rpm -qf /etc/motd/setup-2.5.44-1

Um eine Query-Optionen auf ein noch nicht installiertes Paket anzuwenden, ist zusätzlich »p« anzugeben. Ein anderer Befehl - »rpm --rebuilddb« - repariert eine defekte RPM-Datenbank und baut sie neu auf.

Abbildung 1: Der Befehl »rpm -qa« zeigt alle installierten RPM-Pakete an, »grep« filtert die Ausgabe.

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