Open Source im professionellen Einsatz

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Entwicklungsumgebungen auf dem Prüfstand

Werkzeug-Sammlung

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Eingefleischte Linuxianer setzen noch auf die guten alten Editoren aus der Unix-Urzeit. Entwickler anderer Plattformen wie Mac und Windows sind grafische Entwicklungsumgebungen längst gewohnt. Dieser Artikel verrät, was die gängigen Linux-IDEs taugen.

Klar lassen sich auch mit Vi komplexe Programme entwickeln. Ein bisschen grafische Unterstützung beim Erstellen von GUIs könnte aber nicht schaden. Angesichts der Komplexität moderner Bibliotheken mit tausenden Funktionen und Klassen ist es kein Verrat an heiligen Idealen, wenn die Software das Gedächtnis des Programmierers nach Kräften unterstützt. Das sind keine utopischen Forderungen, doch Linux-IDEs erfüllen sie nicht in jedem Fall. Der Test vergleicht die Features der wichtigsten Entwicklungsumgebungen.

Kdevelop

Um KDE-Anwendungen zu entwickeln, muss der Programmierer nicht mehr tausende Zeilen Code in einen Texteditor hacken: Mit Kdevelop [1] hat er seit 1999 eine grafische Entwicklungsumgebung zur Hand, die verschiedene Prozesse der Software-Entwicklung integriert, unter anderem das Debuggen, die Übersetzung des Quellcode und die GUI-Entwicklung. Kdevelop bedient außerdem nicht nur KDE-Entwickler, sondern unterstützt viele gängige Programmiersprachen und Projekte. Gnome-Programmierer arbeiten damit ebenso wie Kernelentwickler und Java-Autoren.

Projektzentriert

Eine Stärke von Kdevelop liegt in der Projektorientierung: Es generiert zu jedem Projekt ein Gerüst aus Templates, Konfigurationsdateien und Dokumenten, die sich jeder Entwickler sonst mühsam mit der Hand erstellen müsste. Per Mausklick schnürt die IDE das Sammelsurium zu einem Tar.gz-Archiv. Via Tastendruck übersetzt sie das komplette Projekt, die Rückmeldungen zeigt der Tab »Meldungen«.

Das Interface nutzt ein praktisches GUI-Layout, bei dem ausziehbare Tabs eine zentrale Arbeitsfläche einrahmen, die abhängig von den anderen geöffneten Tabs schrumpft oder wächst (siehe Abbildung 1). Zwar kann der Entwickler damit die zentralen Fenster nicht teilen und zwei Dateien nebeneinander anordnen, aber ein integriertes Diff-Werkzeug markiert die Unterschiede in den verglichenen Dokumenten farbig.

Abbildung 1: Kdevelop stellt die wichtigsten Bedienelemente wie Editor und Dateibrowser übersichtlich dar. Der Editor-Teil passt sich dynamisch an die Anzahl der geöffneten Tabs an.

Abbildung 1: Kdevelop stellt die wichtigsten Bedienelemente wie Editor und Dateibrowser übersichtlich dar. Der Editor-Teil passt sich dynamisch an die Anzahl der geöffneten Tabs an.

Um das komplette Projekt den eigenen Bedürfnissen anzupassen, empfiehlt sich ein Blick in die Projekteinstellungen. Dort legt der Entwickler Hand an die Configure- und Make-Optionen, passt das integrierte Doxygen-System an, bindet Qt-Headerdateien ein und konfiguriert die Code-Komplettierung.

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