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34 | Übersicht Alle wesentlichen Spielarten der Virtualisierung im Vergleich.
40 | Xen So funktioniert die schnelle Virtualisie-rungstechnik aus Cambridge auf fast jedem Linux-Rechner.
50 | Vserver und OpenVZ Längst kennt auch Linux die Partitionierung des Systems: Zwei Lösungen heißen Vserver und OpenVZ.
62 | Virtualisierung integriert Traditionelle Hersteller von Unix-Servern integrieren Virtualisierung - Lösungen von Sun und IBM im Vergleich.
66 | Virtuelles Rechenzentrum Dutzende Server mit VMware ESX: Erfahrungsbericht aus einem großen Rechenzentrum
70 | Branded Zones Linux unter Solaris - in Open Solaris funktioniert es schon.
76 | Geteilter Desktop Die Vor- und Nachteile der bekannten Produkte im Überblick.
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"Damals auf meinem C64 ..." Wann in einer geselligen Runde gesetzter Admins dieser Satz fällt, ist ungewiss - aber dass er fällt, ist todsicher. Was sich in ihm spiegelt, das ist der Startpunkt einer unvergleichlich rasanten Entwicklung, einer Leistungsexplosion, die jeder auf oder unter dem eigenen Schreibtisch miterlebt hat.
Bei mir zum Beispiel steht dort ein ganz gewöhnlicher 3-GHz-P4, der mehr als 62000-mal so viel RAM verwendet wie mein erster ZX81 trotz Tuning mit dem 16-KByte-Memopak. Der außerdem mit einer drei Zehnerpotenzen höher getakteten CPU mehrere zehntausend Mal fixer operiert (und nicht nur in der Austastlücke) und der statt ein paar KByte pro halber Stunde von einer ewig knittrigen Tonbandkassette ein Vielfaches pro Sekunde von seiner Festplatte liest.
Rechner haben Langeweile
Doch was macht der heutige PC mit diesem Riesengewinn an Rechenpower? Nichts. Er dreht Däumchen - jedenfalls meistens. Das genau ist aber das Problem. Vielleicht nicht unter meinem Schreibtisch, wo ich dem Rechenknecht großzügig das süße Leben gönne, aber beispielsweise in den Racks der Rechenzentren, wo massenhafter Müßiggang ein Kostenfaktor ist. Dort gilt es, hochbezahlte Hardware auszulasten, und zwar nicht allein mit bloßer Heißluftproduktion.
Der Gedanke ist nicht neu, doch erst seit kurzem lohnt es sich, nicht nur Mainframes, sondern auch kleine Standardserver in unabhängige Einheiten zu splitten, denen man grundverschiedene Aufgaben übertragen kann. Die Leitidee ist ein Ressourcenpool aus Standardkomponenten, aus dem die Admins für verschiedene Anwendungen jeweils maßgeschneiderte Ausführungsumgebungen zusammenbauen.
Wo vier Zehntel PC reichen, muss man nicht länger sechs verschenken. Wo drei logische Rechner sich einen physischen teilen können, spart man zwei Plätze im Rack. Wo plötzlich ein weiterer Server gebraucht wird, konfiguriert eine Software ihn schnell zusammen. Und wenn das Testsystem Amok läuft, bleibt es in seiner virtuellen Welt gefangen. So braucht man weniger Administration, Hardware, Kabel, Platz, Strom und Kühlung, nutzt die vorhandenen Ressourcen besser, kann flexibler reagieren und wirtschaftet günstiger.
Das Zauberwort heißt Virtualisierung, einer der großen IT-Trends gegenwärtig, dem vom 14. bis 15. November 2006 auch die 1st International Virtualization Conference während der Linux World Expo in Köln gewidmet sein wird.
Welch breites Spektrum an Techniken sich hinter dem Sammelbegriff verbirgt, erläutert der Beitrag ab Seite 34. Zwei Workshops präsentieren Xen und Vserver, zwei Vertreter der wichtigsten Spielarten unter Linux: ab Seite 40 und ab Seite 50. Auch die traditionellen Unix-Dialekte haben Virtualisierung längst integriert. Lösungen von IBM und Sun vergleicht der Artikel ab Seite 62. Suns virtuelle Zonen werden bald auch Linux bedienen, Open Solaris kann das schon. Mehr dazu ab Seite 70. Voraussetzungen und Konsequenzen der Server-Virtualisierung mit dem VMware ESX Server beleuchtet ein Beitrag ab Seite 66. Namhafte Desktop-Produkte vergleicht der Artikel ab Seite 76.
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