Open Source im professionellen Einsatz

Lebenslang betreut: PC Lifecycle Management für Linux und Windows

Unter Beobachtung

Betreuung kostet. Aber im Unterschied zum sozialen Bereich gibt es bei der Pflegeversicherung für Rechenknechte einen Ausweg aus der Kostenfalle: Automatisierung. Die Managementsuite Empirum Pro behält auch viele tausend Clients sicher im Blick.

Eigentlich tun es bereits alle: Die großen Linux-Distributoren [1] und die findigen Scripting-Künstler, das Heer der Consultants, namhafte Softwarehersteller von IBM über Microsoft bis Novell, Sun oder HP - jeder automatisiert ein Stück Systemadministration. Das Ziel: einen Kostensumpf trockenlegen, in dem oft erkleckliche Summen versinken.

Punktuellen Lösungen bleibt der Durchbruch meist verwehrt, weshalb mehr und mehr ein Ansatz zu Ehren kommt, für den das Marketing den klangvollen Begriff PC Lifecycle Management erfunden hat. Das meint: Alles zwischen Erstinstallation und Verschrottung der Hardware steuert eine zentrale Instanz, wenn möglich vollautomatisch und im besten Fall auch noch plattformübergreifend. Genau diesem hohen Ziel hat sich die Neu-Isenburger Matrix42 AG [2] mit ihrer Managementsuite Empirum Pro verschrieben.

Lebenslang und weltumspannend

Die Software deckt die klassischen Felder Inventarisierung, Systeminstallation und Softwareverteilung (Deployment) ab. Zusätzlich existieren ein Modul für Fernwartung und eins für die Sicherung nutzereigener Daten, das die Wiederherstellung einer individuell konfigurierten Arbeitsumgebung nach einem Systemausfall mit Datenverlust erlaubt.

Im umgekehrten Fall ermöglicht die Software das sichere Löschen von Datenträgern am Ende der Lebenszeit ihres Wirts. Dafür wurde auf das Health- und Performance-Monitoring verzichtet, das vergleichbare Lösungen häufig integrieren. Alle Funktionen bedient und konfiguriert der Admin einheitlich und systemunabhängig in einer Oberfläche, eine zentrale Datenbank sammelt alle Daten.

Empirum unterstützt Linux- und Windows-Clients, auch die nötigen Empirum-Server können prinzipiell in beiden Welten zu Hause sein. Allerdings gibt es kleine Einschränkungen: Die zentrale Managementkonsole ist eine reine Windows-Applikation und beim schon erwähnten Personal-Backup wie auch beim Patch-Management schauen Linux-Clients in die Röhre. Der Hersteller begründet dies mit mangelnder Nachfrage. Die überwiegende Mehrzahl der Kunden verwalte ausschließlich Windows-Clients. Eine Nachrüstung für Linux sei aber prinzipiell möglich und soll zumindest für das Patch-Management auch noch in diesem Jahr verfügbar sein.

Image versus Automat

Für die selbstständige Systeminstallation bestehen zwei verschiedene Konzepte, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Zum einen lässt sich der normale Prozess automatisieren. Dabei läuft im Prinzip der gleiche Vorgang wie bei einer manuellen Installation ab, nur sind alle Antworten auf die Fragen des Installers vorher in einem File hinterlegt.

Diese Variante - die unbeaufsichtigte (unattended) Installation - ermöglicht eine flexible Anpassung an die vorhandene Hardware und den Einsatzzweck zur Laufzeit und gewährleistet, dass stets die neueste Software zum Einsatz kommt. Dafür kostet sie relativ viel Zeit. Der zweite Weg führt über vorbereitete Images, die eine fertige Musterinstallation enthalten: Hier gehen einige Freiheitsgrade verloren, weil weder dynamische Software-Auswahl noch Anpassung an die Hardware möglich sind. Dafür ist er schneller, weil im Wesentlichen nur ein Kopierprozess läuft. Außerdem lässt sich so nahezu jedes Betriebssystem auf dem Client installieren.

Produkt-Infos


Name: Empirum Pro

Funktion: Automatisierte Installation, Softwareverteilung und Systemmanagement für Windows und Linux

Hersteller: Matrix42 AG, Neu-Isenburg [http://www.matrix42.de]

Version: 10.0

Unterstützte Betriebssysteme: Windows, Linux (Suse, Red Hat)

Preise: ab etwa 70 Euro pro Client für die gesamte Suite, einzelne Module ab zirka 15 Euro pro Client

Abbildung 1: Die Vorgaben für die Installation einer bestimmten Art von Linux-Client fasst der Administrator in einem solchen Template zusammen.

Abbildung 1: Die Vorgaben für die Installation einer bestimmten Art von Linux-Client fasst der Administrator in einem solchen Template zusammen.

Empirum beherrscht beide Verfahren. Bei der Unanttended Installation von Linux-Clients greift es auf die zuständigen Techniken der Distribution zurück, also etwa auf Autoyast [3] im Fall von Suse. Wo es entsprechende Techniken nicht gibt, bleibt nur die Installation via Image. In beiden Fällen kann der Client über das Netz booten - sofern er PXE [4] unterstützt, was aber bei neueren Rechnern die Regel ist.

Abbildung 2: Der Steckbrief eines Red-Hat-Clients: Alle Merkmale wurden automatisch erfasst und können als Filterkriterien der Planung von Aktionen dienen.

Abbildung 2: Der Steckbrief eines Red-Hat-Clients: Alle Merkmale wurden automatisch erfasst und können als Filterkriterien der Planung von Aktionen dienen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Als digitales Abo

Als PDF im Abo bestellen

comments powered by Disqus

Ausgabe 07/2013

Preis € 6,40

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook