Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 01/2006

Kurztest: Nokia 770 Internet Tablet

Silbertablett

Nokia liefert das silbrig-schwarze Internet Tablet 770 seit Anfang November an Kunden aus. Zeit für einen ersten Test, was die Linux-basierte Firmware leistet und welche Erweiterungen möglich sind.

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Der kleine Tablet-Computer von Nokia war die Überraschung auf der Linux World Expo & Conference Ende Mai dieses Jahres in New York: Niemand hatte von Softwarepatent-Befürworter Nokia einen Linux-Handheld auf Basis eines Open-Source-Entwicklungssystems erwartet. Jetzt liefert der Hersteller die ersten Seriengeräte aus.

Hochkarätig

Das Herz des Nokia 770 ist ein Multi-Core-Prozessor OMAP 1710 von Texas Instruments, der neben dem ARM-Kern ARM926TEJ noch den DSP-Kern TMS320C55x von Texas Instruments enthält. Beide sind mit 220 MHz getaktet. Das Tablet verfügt über 64 MByte RAM, 128 MByte Flash, einen Schacht für Reduced-Size Multimedia-Cards (RS-MMC) und Anschlüsse für USB und Kopfhörer. Ein GSM-, GPRS- oder UMTS-Interface gibt es nicht, für die Internetanbindung sind WLAN-Router oder das Bluetooth-fähige Handy verantwortlich.

Der DSP-Kern des OMAP 1710 übernimmt die gesamte Audio- und Video-Dekodierung in Hardware, was den ARM entlastet. Auch die Stromsparfunktionen des Multi-Core-Prozessors sind bemerkenswert, im Test hielt der Lithium-Ionen-Akku über drei Stunden im Dauerbetrieb und fast eine Woche im Standby.

Scharfes Display

Das TFT-Display des Nokia 770 ist mit einer Auflösung von 800 mal 480 Pixeln bei 220 DPI sprichwörtlich scharf und groß genug, der Mini-Opera-Browser zeigt selbst umfangreiche Websites problemlos auf dem 4,13-Zoll-Display an.

Auf dem Testgerät war die Firmware-Version 0.2005.40-18 mit Kernel 2.6.12 installiert, die einige Stabilitätsprobleme offenbarte. So fror das Tablet manchmal bei mehreren Opera-Instanzen ein, zur Wiederbelebung musste erst der Akku entfernt werden. Auch der Videoplayer spielte den mitgelieferte Filmtrailer nur bei jedem zweiten Versuch ab.

Die Bedienung der Software ist durchdacht: So verändert die Tastenwippe an der Oberseite des Geräts im Browser den Vergrößerungsfaktor, während sie beim Audioplayer die Lautstärke regelt. Die Texteingabe erfolgt in Druckschrift per Handschrifterkennung in einem Eingabefenster oder über die virtuelle Tastatur.

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