Wie administriert man, auf dem Wege des geringsten Widerstands, ein Unix- oder Linux-System? Wer sich diese Frage schon gelegentlich gestellt hat, für den ist der "Unix/Linux Survival Guide" von Erik Keller genau die Lektüre, die er gesucht hat, denn darin plaudert ein Autor aus dem Nähkästchen, der sich seit knapp 20 Jahren als Administrator, Entwickler, Consultant und Trainer täglich mit den unterschiedlichsten Unix-Derivaten herumschlägt.
Wieder einer von diesen 1200-Seiten-Wälzern, die im Regal verstauben? Weit gefehlt: Keller hat es mit einem scharfen Blick für das Wesentliche geschafft, die ganze Bandbreite der Systemadministration auf knapp 300 Seiten zu kondensieren. Dabei lässt er keine Lücken im Konzept: In kleinen, gut nachvollziehbaren Schritten führt er den Leser vom ersten Umgang mit einem fremden Rechner bis zu den Grundlagen der professionellen Systemverwaltung.
Nicht nur für Kenner
In den ersten beiden Kapiteln nimmt Keller auch solche Leser mit, die noch nicht mit Unix-artigen Betriebssystemen vertraut sind. Anschließend aber geht es schnell ans Eingemachte: Effektive Benutzer- und Gruppenverwaltung, Baselining, Patch-Management, Datensicherung, die Installation von Staging-Systemen sowie System- und Netzwerksicherheit kommen in fünf Abschnitten eingehend zur Sprache.
Staubtrockenes Zeug? Mitnichten, in unterhaltsamem Plauderton geschrieben und mit griffigen Beispielen aus der langjährigen Praxis gewürzt eignet sich das Buch auch ohne weiteres als kurzweilige Lektüre für den Nachttisch - zumindest den eines IT-Profis. Öfter allerdings wird man es aufgeschlagen neben dem Rechner antreffen. Dort lassen sich die vielen nützlichen Skripte für alle administrativen Lebenslagen besser ausprobieren. Abzutippen braucht man sie nicht, denn ein Tarball mit den Tools findet sich auf der Website des Verlags.
Quellcode managen
Die Zusammenarbeit mehrerer Programmierer in einem größeren Softwareprojekt ist ohne Werkzeuge zur Verwaltung des Quellcode kaum vorstellbar. Das Buch "Subversion" von Frank Budszuhn eignet sich gut zum Einstieg in das Thema Versionskontrolle, denn es erklärt zunächst die grundlegende Arbeitsweise solcher Systeme.
Erfahrene CVS-Anwender können gleich zu Kapitel 9 vorblättern, wo sie die wichtigsten Informationen für Umsteiger in Kürze erfahren. Anfänger erhalten eine verständliche Anleitung für Subversion auf der Kommandozeile. Der Stil ist konkret und an den praktischen Bedürfnissen von Software-Entwicklern orientiert: Sämtliche Ausgaben des Programms werden erläutert, Diagramme verdeutlichen die Arbeit mit Tags und Branches. Leser, die sofort loslegen möchten, stoßen jedoch auf eine Hürde: Die ersten Kapitel gehen davon aus, dass der Anwender nur mit dem Clientprogramm zu tun hat - die Einrichtung und Administration eines Subversion-Servers erklären erst spätere Kapitel. Dort ist aber auch beschrieben, wie der Administrator Backups erstellt oder wie der Datenbestand auf einen anderen Rechner umzieht.
Frank Budszuhns bevorzugte Zugriffsmethode auf Subversion-Repositories scheint Apache WebDAV zu sein, der Zugriff per SSH kommt etwas zu kurz, so fehlt beispielsweise die Authentifizierung per Public Key.