Abbildung 1: Stellarium verdeutlicht mit schönen Grafiken die Lage von Sternbildern am Firmament.
Das Planetarium bringt den Menschen einem Wunschtraum näher - der Reise in den Weltraum. Allerdings ist er dort bis heute auf den Zuschauerrang verbannt. Seit unter dem heimischen Schreibtisch leistungsfähige Rechner stehen, kann er sich die Sterne zumindest nach Hause holen, zum Beispiel mit dem elektronischen Planetarium Stellarium [1].
Stellarium
Stellarium verfügt neben der reinen Darstellung des Abendhimmels über viele andere Funktionen und macht so den Rundblick durch die Sternbilder zu einem multimedialen Erlebnis (siehe Abbildung 1) - auch für die Nicht-Astronomen unter den Anwendern. Seine Entstehung verdankt das Programm einem Zufall: Eines Tages entdeckte der Franzose Fabien Chéreau im Haus seiner Eltern einen Sternenkatalog und begann, mit seiner alten Voodoo-2-Karte unter OpenGL zu experimentieren. Für den frisch immatrikulierten Informatikstudenten stand gerade C++ auf dem Lehrplan, also nahm er dies als willkommene Gelegenheit.
Bei der Darstellung zweier Sterne unterschiedlicher Kategorien stellte er fest, dass der hellere Stern im Vergleich zum dunkleren Stern viel zu hell war, und informierte sich über die Funktionsweise des menschlichen Auges. Dies trieb das Projekt stetig voran.
Ein in vieler Hinsicht mustergültiger Anfang für ein freies Projekt, der sich zur Nachahmung wärmstens empfiehlt: Die Kombination aus aktuellem Anlass sowie Neugier und Geduld des Programmierers bilden die Substanz, aus dem oft gute Programme entstehen.
Umfangreiche Daten
Gegenüber der Vorgängerversion wuchs bei der aktuellen Ausgabe 0.7.0 von Stellarium die Menge der Nutzdaten beachtlich: So umfasst Stellarium Daten über die 120000 Sterne aus dem Hipparcos-Katalog mit Namen und Zusatzinformationen für die helleren Sterne (Abbildung 2). Dabei berechnet das Programm die Planeten sowie deren größere Satelliten in Echtzeit und zeigt die Sterngruppen der 88 Sternbilder mit ihren Namen an. Bilder von mehr als 70 Nebeln sowie eine fotorealistische Milchstraße machen zudem Lust auf Fernreisen.
Um das Gefühl der realistischen Sternenbeobachtung perfekt zu machen, blinken Sterne sowie Sternschnuppen und die Landschaft lässt sich dabei durch eigene Panoramen ersetzen. Außerdem berücksichtigt die Software die physiologischen Besonderheiten des Auges ebenso wie atmosphärische Effekte.
Ausgehend von bescheidenen Anfängen entwickelte sich Stellarium zu einem umfangreichen Projekt. Neben Fabien tun sich Robert Spearman, Johan Meuris und Tony Furr durch besonders viele Beiträge hervor.
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