Open Source im professionellen Einsatz

Das ideale Dateisystem für den Fileserver

Im roten Bereich

Die Serverprodukte von Red Hat und Novell setzen verschiedene Dateisysteme ein. Dieser Artikel zeigt, inwieweit die Distributoren damit die richtige Wahl treffen und welche Alternativen es gibt.

Die Installation eines neuen Fileservers ist mit vielen Nebenaufgaben verbunden. Eine Kernkomponente - die Wahl des passenden Dateisystems - kommt dabei oft zu kurz (siehe Kasten "Richtig partitionieren"). Eine falsche Entscheidung kostet hier aber täglich Zeit, trägt doch das Dateisystem wesentlich zur Performance eines Systems bei.

Das Linux-Magazin hat für diesen Artikel die Dateisysteme Ext 3, Reiser-FS und XFS der Enterprise-Distributionen Suse Linux Enterprise Server 9 von Novell und Red Hat Enterprise Linux 4 von Red Hat genauer unter die Lupe genommen und deren Performance mit den frei verfügbaren Distributionen Fedora Core 4 und Open Suse 10.0 Beta 2 verglichen.

Drei Benchmarks

Die Redaktion verzichtete diesmal auf die aufwändigen synthetischen Benchmarks Iozone [1] und Bonnie++ [2], ausführliche Tests inklusive diverser Mount-Optionen mit diesen Benchmarks nennt [3]. Stattdessen prüften drei einfache, praxisnahe Bash-Skripte die Dateisysteme. In einem ersten Test musste das Betriebssystem die Quellen des Kernels 2.6.12.5 (rund 230 MByte) von einer Partition auf eine andere kopieren.

Zu diesem Zweck formatierte das Testskript die Partitionen mit identischen Dateisystemen und maß die Zeit des Kopiervorgangs und des anschließenden »sync«-Befehls. Nach zwei Durchläufen formatierte das Testprogramm die Partitionen neu. Jedes Dateisystem durchlief acht Tests. Die Ergebnisse in Abbildung 1 zeigen den Durchschnitt der Testwerte nach dem Streichen des besten und des schlechtesten Resultats.

Ein zweiter Test maß die Performance mit Dateigrößen zwischen 3 und 10 MByte. Dazu kopierte ein Skript eine 2,1 GByte große Sammlung von MP3-Musikstücken. Der dritte Test prüfte die Performance mit großen Dateien. Hier kopierte das Shellskript ein 1 GByte großes Video auf den Testpartitionen. Unter RHEL 4 testete die Redaktion jeweils nur Ext 3, da dieses Betriebssystem für Reiser-FS und XFS keine Kernelmodule mitbringt.

Kernelquellen kopieren

Die Quellen des Kernels 2.6.12 bestehen aus 17360 Dateien und benötigen entpackt rund 230 MByte auf der Festplatte. Die durchschnittliche Dateigröße beträgt somit rund 13 KByte. Gut die Hälfte der Dateien ist über 4 KByte groß.

Wie bereits die früheren Benchmarks zeigten, arbeitet Reiser 4 bei diesen Dateigrößen mit Abstand am schnellsten (dazu später), gefolgt von Reiser-FS. Hier sorgten die Benchmarks also nicht für Überraschungen. Die zeigten sich erst im Vergleich von Reiser-FS des Suse Linux Enterprise Servers 9 mit Fedora Core 4: Hier bringt das Journaling-Filesystem beinahe 10 Prozent mehr Leistung als unter dem SLES 9.

XFS eignet sich für den Einsatz als Fileserver mit besonders kleinen Dateien schlecht. In dieser Hinsicht hat sich seit den letzten Benchmarks des Linux-Magazins nichts geändert.

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