Abbildung 1: Das freie Projekt DVB on Mac verwandelt den Mac in einen digitalen Fernseher und Videorekorder.
Linus Torvalds bekräftigte schon mehrfach, dass für ihn bei der Auswahl einer Software die technischen Fragen vor den ethischen stehen. So argumentierte er auch bei der Entscheidung für das proprietäre Programm Bitkeeper als Verwaltungssystem für den Linux-Kernel. Inzwischen hat der Hersteller aber beschlossen, keine kostenlose Version des Clients mehr anzubieten. Die Gemeinde der Kernelentwickler steht deshalb vor einem erneuten Wechsel.
Spezialisierte Versionskontrolle
Also machte Linus Torvalds selbst den Anfang für ein neues freies Versionskontrollsystems namens Git [1]. Es soll speziell der Linux-Kernelentwicklung dienen und keinen generellen Ersatz für CVS oder Subversion darstellen. Die aktuelle Git-Version läuft bereits stabil und spätestens bei Kernel 2.6.12 soll das neue Programm Bitkeeper vollständig ablösen. Über Details berichten die "Kernel-News" in diesem Heft.
DVB-T auf allen Plattformen
Mac-OS-Nutzer haben beim Hardwarekauf gelegentlich dasselbe Problem wie ihre Linux-Kollegen: Den meisten Peripheriegeräten liegen keine Treiber für ihr Betriebssystem bei, denn viele Hersteller entwickeln Software ausschließlich für Windows. Standardgeräte wie Tastaturen und Mäuse kommen ohne Treiber aus, aber wenn es darüber hinausgeht, stehen Besitzer anderer Systeme allzu oft im Regen.
So gelten unter Mac OS die DVB-Karten für digitalen Fernsehempfang als Sorgenkinder. Unter Linux funktionieren die meisten DVB-Karten dagegen problemlos. Dass auch Apple im Rahmen seines Open-Darwin-Projekts den Großteil des Quellcode seines Kernels veröffentlicht, ermöglicht es aber freien Programmierern, Kernelmodule dafür selbst zu entwickeln. So gründete John Dalgliesh als Besitzer eines Mac und einer digitalen TV-Karte das Projekt DVB on Mac [2]. Aus dem Quellcode der Linux-Treiber entwickelt er entsprechende Software für Mac OS X.
Die ersten Ausgaben des Treibers unterstützten nur die DVB-T-Karte des Autors. Doch schon bald beteiligten sich weitere Entwickler und fügten nach seinem Vorbild neue Geräte hinzu. Wenige Programmversionen später war die Zahl der betriebsbereiten Karten auf beinahe ein Dutzend gestiegen. Darunter befinden sich inzwischen neben den terrestrischen Geräten auch DVB-S-Karten für den Satellitenempfang.
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