Schulen neigen aus Angst vor Spam und Viren dazu, das Internet zu meiden. Diese Angst will ihnen die deutsche Firma Extis mit einem Stand-alone-Linux für Schulen nehmen: Open School Server (OSS,[1]) kombiniert ein auf dem Suse Linux Enterprise Server 9 (SLES 9) basierendes Grundsystem mit einer grafischen Administrationsoberfläche und einer Groupware-Komponente.
Der Open School Server nimmt nach einer Standardinstallation unter anderem folgende Aufgaben für Windows- und Linux-Clients wahr:
- Fileserver
- Mailserver
- Authentikationsserver
- Internet-Proxy
- Groupware-Server mit Webinterface
- Firewall
Die für Mai 2005 geplante Release der Version 2.0 unterstützt 32-Bit-Rechner von Intel und AMD. Betaversionen stehen unter[2] zum freien Download zur Verfügung. Extis verkauft den OSS als Boxenprodukt in einer DVD-Hülle. Der Preis von 400 Euro beinhaltet nebst Installationsmedium und Handbuch ein Jahr Maintenance für OSS und SLES 9 sowie technischen Support per E-Mail. Die Software ist zurzeit nur für akademische Institute verfügbar. Eine Version ohne SLES 9, die jedermann erwerben kann, ist in Planung.
Installation
Die Installation des Schulservers unterscheidet sich nur wenig von jener des SLES 9. Nach dem Systemstart über CD und der Auswahl der Sprache erscheint der Übersichtsbildschirm von Yast. Er bietet Zugriff auf die wichtigsten Installationsoptionen wie Software-Auswahl, Systemstart und Partitionierung.
Bei der Standardinstallation nimmt der Schulserver die ganze Festplatte für sich in Anspruch. Die Verzeichnisse »/var« und »/home« legt er auf separate Partitionen. Findet der Installer zwei Festplatten, richtet er »/home« auf der zweiten ein. Wer den Open School Server neben einem bestehenden System installiert will, muss manuell partitionieren. Die Partitionen »/var« und »/home« benötigen dazu die Mount-Optionen »defaults« und »usrquota«.
Eine der zentralen Aufgaben des Schulservers besteht in der Internetanbindung. Der OSS-Rechner sollte deshalb zwei Netzwerk-Interfaces besitzen. Die Installation ist auch mit einer Netzwerkkarte möglich, der OSS arbeitet dann allerdings nur als Intranetserver.
Schulnetz einrichten
Nach der Installation des Grundsystems findet in vier Schritten das Setup des Schulservers statt. Im ersten Dialog sammelt der Installer Informationen zum Domainnamen der Schule und zum Netzwerk (Abbildung 1). Dazu stellt Yast Werte für die Netze »10.0.0/8«, »172.16 .0.0/16« und »192.168.0.0/16« bereit. Wichtig sind hier die Optionen für »Anon_DHCP-Bereich« und »Anzahl der Schulräume«. Sie dienen dem DHCP-Server als Richtwert beim Austeilen der IP-Adressen. Der Anon-Bereich legt fest, welche IP-Adressen der Schulserver an nicht registrierte Rechner vergibt.
Im nächsten Dialog (Abbildung 2) legt der Administrator die einzelnen Klassen und Jahrgänge an. Der Schulserver kombiniert die hier gemachten Angaben automatisch und legt aus den möglichen Kombinationen Gruppen, Verzeichnisse und Mail-Aliase an. Ein Minuszeichen vor dem Jahrgang verhindert das Anlegen von Parallelklassen. Im unteren Teil des Dialogs fragt Yast die grundlegenden Werte des Samba-Servers ab: den Namen der Arbeitsgruppe und den Netbios-Namen des Schulservers.
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Komponente
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Version
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Kernel
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2.6.5-7.135
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OpenLDAP
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2.2.6
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MySQL
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4.0.18
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Samba
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3.0.9
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PHP
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4.3.4
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KDE
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3.2.1
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E-Groupware
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1.0.006
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Open Xchange
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0.7.5
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Java
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1.4.2
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