|
|
|
28
|
TC und Queueing Disciplines
Linux beherrscht viele Techniken, die den Netzwerkverkehr
kontrollieren, begrenzen, priorisieren und aufteilen. Alle
Queueing-Varianten unterstehen der abstrakten QDisc-Schicht, die wiederum dem TC-Kommando gehorcht.
|
|
38
|
TC Next Generation
Der für Bandbreitenkontrolle zuständige TC-Befehl ist nur
Eingeweihten verständlich. TCng implementiert für den
Admin eine einfache Sprache, um Traffic Control leichter zu konfigurieren und für Testzwecke zu simulieren.
|
|
42
|
Trickle im Userspace
Trickle erlaubt einfaches Traffic Shaping ohne Netzwerk-Diplom: Das
Programm arbeitet als normaler Userprozess und schiebt sich per Preloading unter beliebige Applikationen.
|
|
44
|
Bandbreitenmanagement
Admins großer Netze begrenzen und formen den Datenfluss, der
ihr Netz verlässt oder LANs über WAN-Strecken verbindet.
Das steigert die Performance und spart Kosten. Der Artikel stellt passende Verfahren und Produkte vor.
|
Wer während einer SSH-Session große Dateien durch seine DSL-Leitung quält, kennt den Effekt: Downloads blockieren fast die ganze Bandbreite, während in der Shell die Buchstaben einzeln durch das Kabel tropfen. Abhilfe schafft Traffic Shaping, das die Bandbreiten-Brummis bremst und interaktiven Verbindungen die Überholspur überlässt.
Mit gleicher Technik begrenzen Unternehmen die Kosten ihrer Online-Anbindung, verbannen File-Sharing-Anwendungen auf den Verzögerungsstreifen und sorgen dafür, dass Voice-over-IP-Telefone nicht verstummen. Auch Webentwickler profitieren von einer gezielten Netzmanipulation und testen ihre selbst entwickelten HTML-Seiten mit Modem-Speed, egal ob der Server auf der lokalen Maschine läuft oder bei einem Hoster steht.
Traffic Engineering betrachtet jedes Datenpaket einzeln, klassifiziert es nach Herkunft und Aufgabe und steckt es dann in eine zu ihm passende Warteschlange. Wann welches Paket auf die Reise gehen darf, entscheidet der Queueing-Algorithmus. Er verteilt die Bandbreite gerecht und verhindert, dass Vielkommunizierer die Netzwerkübergänge blockieren.
Mit Disziplin ins Netz
QDisc (Queueing Disciplines) heißen diese Verfahren unter Linux. Für ihre Konfiguration ist das »tc«-Programm aus dem IProute2-Paket zuständig. Die genauen Zusammenhänge und Details beschreibt der erste Artikel in diesem Schwerpunkt. Einer praktischen Aufgabe widmet sich der Beitrag ab Seite 38: TCng übersetzt eine verständliche Konfigurationssprache in die reichlich komplizierten TC-Kommandos.
Wer noch bequemer einzelne Programme auf seinem Rechner dem Traffic Shaping unterwerfen möchte, findet in Trickle (Seite 42) ein passendes Programm. Statt sich mit den Schwierigkeiten des Netzwerkbetriebs im Kernel aufzuhalten, schiebt es sich zwischen Applikation und Glibc. Dank Preloading klappt das sehr einfach und kommt ohne Root-Rechte aus. Mit wenigen Optionen begrenzt der Benutzer die Bandbreite seiner Anwendungen aufs gewünschte Maß. Über den Trickle-Daemon stimmen sich mehrere Instanzen ab und sorgen dafür, dass sie auch gemeinsam die Vorgaben einhalten.
Zum Abschluss folgt ab Seite 44 das Bandbreitenmanagement aus Sicht großer Netze. Hier sind vermehrt QoS-Anforderungen (Quality of Service) zu erfüllen. Die Admins müssen wesentlich mehr beachten, wenn sie kein Einzel-LAN mit Internetanschluss verwalten, sondern für Firmen mit vielen Standorten arbeiten. Diese Betriebe wollen auch zwischen ihren Niederlassungen die Netzperformance optimieren und suchen die dazu passende Technologie. Häufig werden sie bei Traffic-Shaping-Appliances fündig.
Fühlbar flotter
Keine TC-Technik vermag natürlich das Wunder zu vollbringen, die Bandbreite einer Netzanbindung im Ganzen zu erhöhen. Durch das gerechtere Verteilen der Netzwerkressourcen arbeiten die wichtigen Applikationen dennoch schneller, ohne unwichtige Programme ungebührlich auszubremsen.