Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2004

Kurztest: Linux mit der Einhand-Tastatur Tasta bedienen

Einarmiges Drücken

Linux mit links bedienen ist mit der Einhand-Tastatur Tasta nicht weiter schwierig, sie ersetzt mit nur zehn Tasten und einer Reihe komplexer Tastenkombinationen ein ausgewachsenes Keyboard. Das Competence Center Hardware testete, wie gut sich die Spezialtastatur und ihre Bedienung für Linux eignet.

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Abbildung 1: Die Spezialtastatur ersetzt mit nur zehn Tasten eine herkömmliche MF-2-Tastatur, hier die Variante für Linkshänder.

Herkömmliche Tastaturen sind für Eingaben mit nur einer Hand kaum geeignet, die Tastenabstände und die Anordnung der Steuertasten machen es schwer, einige alltägliche Tastenkombinationen zu greifen. Behinderte und Benutzer, die etwa aufgrund des Arbeitsablaufs nur eine Hand frei haben, benötigen eine Spezialtastatur. Die Einhand-Tastatur Tasta der Firma Technik für Behinderte (TfB) kommt mit nur zehn einzelnen Tasten aus und ersetzt eine konventionelle MF-2-Tastatur.

Robuste Bauform

Das Stahlgehäuse der Tasta ist sehr robust, die eingebauten Tasten haben die Qualität einer Cherry-Tastatur. Auf der Rückseite des Geräts befindet sich der USB-Anschluss, alternativ gibt es eine PS/2-Variante. Treiber sind für beide Versionen nicht nötig, der Controller der Tasta emuliert handelsübliche USB- oder PS/2-Tastaturen. Das Gerät gibt es sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder (Abbildung 1). Die Bedienung unterscheidet sich grundlegend von der normaler Tastaturen: Die Tasta arbeitet mit Tastenkombinationen: Es sind bis zu sieben Tasten zu drücken, das Zeichen wird erst beim gleichzeitigen Loslassen erzeugt. Jedem Finger der Hand ist eine eigene Tastengruppe zugeordnet.

Die am häufigsten benötigten Zeichen wie [Space] oder [E] werden ohne Kombination gegriffen, das [W] erfordert hingegen alle fünf grauen Tasten. Die rote Taste leitet Ziffern ein, die gelbe Sonderzeichen. Mit der blauen Taste beginnen Cursor-Sequenzen, Kombinationen aus der roten und der gelben Taste sowie den grauen stehen für die Steuertasten [Strg], [Alt] und [Shift].

Leicht erlernbar

Bei der zweiwöchigen praktischen Erprobung war der Autor überrascht: Bereits am ersten Tag bleiben die wichtigsten Tastenkürzel im Gedächtnis. Die Bedienung ist allerdings nicht auf Linux abgestimmt. Insbesondere die auf der Kommandozeile unerlässlichen Zeichen [/] und [>] sowie die Navigationsbefehle [Strg]+[A] oder [Shift]+[Bild ab] erfordern bis zu zehn Tasten in unterschiedlichen Kombination.

Am lästigsten ist die Cursor-Navigation: Um die rote Taste sowie ihre drei Nachbarn in ein Cursorkreuz zu verwandeln, muss der Anwender das Handgelenk heben und die Feststelltaste rechts unten (Abbildung 1) einrasten. Die Alternative ist eine zweistufige Tastenkombination. Das macht es äußerst nervig, etwa einen Tippfehler in einem langen Wort zu beseitigen - neu schreiben ist oft schneller. Sinnvoll wäre ein kleiner Joystick zwischen der blauen und der gelben Taste, der permanent als Cursor funktioniert und vom Zeigefinger bedient wird.

In einer stark verkleinerten Version ohne Feststelltasten taugt das Konzept der Einhand-Tastatur auch für mobile Rechner, PDAs oder Erfassungsterminals. Statt Miniaturtasten wie beim Sharp Zaurus einzubauen, ließe sich die Einhand-Tastatur als breites Armband am Handgelenk tragen.

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