Abbildung 1: Das Open Palmtop Integrated Environment, kurz Opie, ist eine für PDAs optimierte grafische Oberfläche. Sie basiert auf Trolltechs QTopia.
Qualitätssicherung ist beim Debian-Projekt traditionell sehr wichtig. Dazu gehört auch, dass tausende Pakete im Hauptteil der Distribution für alle unterstützten Architekturen übersetzbar sind. Das zu überprüfen geht aber nur mit schwerem Gerät.
Zur KDE-Entwicklerkonferenz Akademy bauten die Debianer aus den von HP zur Verfügung gestellten Notebooks und Pentium-4-Desktops ein Compiler-Netzwerk. Es kompilierte in nur zwei Tagen die komplette Sarge-Distribution. Der Test zeigte, dass rund fünf Prozent der Pakete nicht ohne Modifikationen kompilieren. Es gibt noch viel zu tun.
Linux in der Hand
Mehrfach hat die Projekteküche Geräte vorgestellt, auf denen Linux lauffähig ist. Dazu zählen Apples I-Pod[1] und die D-Box 2[2]. Linux schafft auf all den Geräten einen Mehrwert gegenüber dem vorinstallierten proprietären System. Gleiches gilt für die meisten modernen PDAs (Personal Digital Assistants), die Kalender, Aufgabenplaner, Jukebox und sogar Taschenkino in einem sind.
Zum großen Ärger der Linux-Benutzer ist auf den meisten PDAs - Palm-Geräte ausgenommen - standardmäßig Windows Mobile vorinstalliert. Aber genauso, wie man das Microsoft-System mit Linux von einem Desktop-Computer vertreiben kann, ist das auch bei Mobile möglich.
Mit dem Sharp Zaurus gibt es sogar ein Produkt, das der Hersteller offiziell für Linux entwickelt hat und mit Linux verkauft. Die Hardware des Zaurus ist zwar aktuell, der hohe Preis hat aber von Anfang an viele Interessenten abgeschreckt. Daher mag auch rühren, dass Sharp die neuen Geräte in Europa nicht mehr selbst vertreibt. Der bekannteste Händler für Zaurus-PDAs in Deutschland ist Trisoft[3].
Die aktuellen Modelle des Zaurus besitzen eine XScale-CPU mit 400 MHz, 64 MByte RAM, bis zu 128 MByte Flash-ROM, Bluetooth und WLAN. Das Display mit der Standardauflösung von 480 mal 640 Pixeln ermöglicht es, jede X11-Applikation, die auf PCs läuft, auch auf dem Zaurus zu starten. Leider ist der Preis von über 800 Euro genauso fürstlich wie die Ausstattung.
Wer auf einen kleinen Teil des Zaurus-Komforts verzichtet, dem bieten sich deutlich günstigere Varianten für "Linux in your hand". Mögliche Kandidaten sind zum Beispiel die älteren Modelle von Compaqs I-Paq. Sie sind mit einem Strong-ARM-Prozessor ausgerüstet. Im Gegensatz zum Zaurus sind die Funktionen der älteren I-Paqs grundsätzlich gleich - so ist es nicht erforderlich, für jeden I-Paq der 3xxx-Serie eine eigene Linux-Distribution zu erstellen.
Komplette Umgebung
Unter[4] finden sich die nötigen Programme, um Linux auf einen I-Paq dieser Baureihe zu bannen. Der Vorgang ist einfach: Anwender jubeln dem Gerät einen Bootloader unter und installieren aus diesem heraus die Dateien für das Linux-System. Als Distribution bietet sich Familiar Linux von[5] an, das mittlerweile Support für beinahe alle Funktionen des I-Paq mitbringt. Nur auf Cardbus für die I-Paq-Jackets müssen Anwender verzichten.
Die Installation, zu der es auf[4] ausführliche Informationen gibt, setzt eine Verbindung vom Computer zum I-Paqs über die serielle Schnittstelle voraus. Die Verbindung erfolgt mit einem Adapterkabel, das man in den Anschluss an der unteren Seite des Gerätes steckt. Alternativ ist auch die Installation via Compactflash-Karte möglich.
Familiar Linux enthält einen X-Server mit Render Extension für schnellen Grafikaufbau und die Unterstützung von Schriftarten ohne Kanten (Antialiasing). Außerdem ist Familiar mit dem ARM-Port von Debian GNU/Linux kompatibel, sodass sich jedes der vielen tausend Debian-Pakete installieren lässt. Mit der Familiar-Paketverwaltung namens IPKG verwalten Anwender die installierte Software komfortabel.
Sowohl die grafische Umgebung GPE[6] als auch Opie[7] laufen mit Familiar. GPE (GPE Palmtop Environment) basiert auf XFree86 und GTK 2.2, Opie (Open Palmtop Integrated Environment) benutzt die QTopia-Umgebung.