Abbildung 1: Die Cyclades PM8i-Leiste (Mitte) lässt sich seriell oder via Alterpath-Konsolenserver (unten) über einen Browser schalten. Der zu dem getesteten Infratec PRS PM 8 bauähnliche PM 4-IP (oben) ist dagegen nur über die Weboberfläche schaltbar.
Steckdosenschalter bieten die Möglichkeit, elektrische Geräte - meist Server oder Switches - computergesteuert ein- und auszuschalten. Je nach Typ verfügen sie über vier oder acht Schaltausgänge (Outlets) und wahlweise einen seriellen Port für den direkten Anschluss an PC oder Ethernet. Um die Anzahl der Schaltausgänge zu erhöhen, lassen sich auch mehrere Steckdosenschalter über Patchkabel kaskadieren.
PM8i gegen PM 8
Die von der Redaktion getesteten Power Switches PM8i von Cyclades[1] und PRS PM 8 von Infratec[2] sind beide mit jeweils acht schaltbaren Kaltgerätebuchsen ausgestattet. Abgesehen von dieser Gemeinsamkeit unterscheiden sich die Leisten sowohl im Aufbau als auch in der Handhabung. Die Cyclade-Leiste passt in ein 19-Zoll-Rack. Die Verbindung mit dem PC erfolgt über ein normales Patchkabel und einen speziellen seriellen Adapter.
Der Power Switch von Infratec hat anders als das Cyclades-Gerät zwei Netzanschlüsse und eignet sich damit zum Schalten von HA-Komponenten - ideal für Server mit mehreren Netzteilen. Der Platzbedarf der horizontal ausgerichteten Schaltausgänge ist erheblich, das Gerät passt nicht mehr in ein 19-Zoll-Rack. Für den Kontakt mit dem PC sorgt ein spezielles Kabel mit einem RS232-Anschluss für den Rechner und einem RJ-11-Stecker am anderen Ende.
Bedienung
Infratec liefert für die Bedienung des PRS PM 8 die Programme »pmodule« und »pmtool« inklusive Quellcode auf der beiliegenden CD. Das ist allerdings nirgends dokumentiert. Beide Programme lassen sich leicht erweitern oder in eigene Skripte einbauen. Das Hauptprogramm »pmodule« schaltet die Schaltausgänge wahlweise mit Angabe der entsprechenden Outlet-Nummern oder binär, wobei jedes Bit einen Schaltausgang repräsentiert. So schaltet zum Beispiel der Befehl »pmodule -d0 -a112 /dev/ttyS0« den fünften, sechsten und siebten Schaltausgang ein und alle übrigen aus.
Bei diesem Befehl oder der Angabe der entsprechenden Outlet-Nummer schaltet die Infratec-Leiste alle Schaltausgänge gleichzeitig. Zeitversetztes Schalten ist nur über den Binärmodus möglich. Sie unterscheidet sich hierin von der Cyclades-Leiste, die die Schaltausgänge stets nacheinander schaltet.
Mit dem Programm »pmtool« lassen sich laut Programmhilfe den einzelnen Schaltausgängen Namen zuordnen. Im Test hat dies in Zusammenarbeit mit dem Befehl »pmodule« allerdings nicht funktioniert. Die Steuerung der Cyclades-Leiste funktioniert über ein Terminalprogramm wie Minicom. Dazu muss der Administrator zunächst die Kommunikationsparameter von Minicom auf 9600 Baud, 8N1 einstellen. Anschließend kann er den Start der PM8i-Leiste direkt mitverfolgen (Abbildung 2).
Abbildung 2: Sind in Minicom die richtigen Kommunikationsparameter eingestellt, lässt sich der Start der Steckleiste direkt mitverfolgen.
Nach Abschluss des Bootvorgangs loggt sich der Systemadministrator als »admin« auf der Steckleiste ein und kann dann die einzelnen Schaltausgänge mit den Befehlen »off Schaltausgangsnummer« respektive »on Schaltausgangsnummer« aus- und einschalten.