Abbildung 1: Das Programm DVD Styler erstellt im Handumdrehen aus MPEG-2-Videos eine DVD mit Startbildschirm, Menü und sogar Buttons. Es dient als Frontend zu den Programmen »dvdauthor« und »growisofs«.
Dass in der Open-Source-Community viel mehr Männer als Frauen zu Hause sind, ist kein Geheimnis. Beim Debian-Projekt haben sich daher vor kurzem die Frauen auf der neuen Mailingliste [debian-women] organisiert. Sie soll dabei helfen, mehr Frauen ins Debian-Projekt zu integrieren. Erstes Resultat ist ein Fehlerbericht, der die sexistische Sprache auf der Debian-Website bemängelt. Sämtliche Seiten seien sprachlich im maskulinen Stil gehalten, die Frauen fordern jetzt wenigstens den Wechsel zu einer geschlechtsneutralen Sprache.
Linux auf der D-Box 2 - nichts ist unmöglich
Die Ausgabe 10/04 der Projekteküche[1] berichtete bereits darüber, wie sich Linux auf der D-Box 2 installieren lässt. Die Installation ist seitdem noch einfacher geworden und Anwender müssen nur wenige Schritte beachten, um die proprietäre Beta-Nova-Software gegen Linux auszutauschen. Mit Tuxbox[2] gibt es sogar eine eigene Linux-Distribution für die D-Box 2.
Der Tuxbox-Entwickler Alexander Wild hat bis Anfang dieses Jahres immer aktuelle Images zur Verfügung gestellt, die Anwender direkt auf ihrer Box installierten. Sie funktionierten in der stabilen Version meist tadellos und waren mit Abstand die verbreitetsten D-Box-2-Images - denn den Tuxbox-Sourcecode aus dem CVS-Repository kompilieren ist keine leichte Aufgabe.
Doch im März dieses Jahres hat sich Alexander Wild zurückgezogen und es gibt keine aktuellen Images mehr. Als Ersatz zu den Wild-Images hat sich jedoch sehr schnell das Yadi-Projekt (Yet another D-Box 2 Image) erwiesen. Die grafische Oberfläche der Yadi-Images unterscheidet sich kaum von der in Wilds Images. Die Veränderungen fanden eher unter der Haube statt, die Entwickler haben den elektronischen Programmführer verbessert und einige Neuerungen und Bugfixes eingebaut. Informationen zur Installation von Yadi gibt es unter[3].
Videos aufzeichnen
Wer seine D-Box mit Linux betreibt, hat nicht nur eine schönere Oberfläche, sondern auch alle Möglichkeiten, die ein normales Linux-System bietet. So auch die komplette Netzwerk-Funktionalität. Mit ein paar Tricks lassen sich daher MPEG-2-Videos aufnehmen und übers Netzwerk speichern (dank der integrierten Ethernet-Schnittstelle). Die D-Box dient dann als Videorekorder.
Da alle DVB-Varianten immer reines MPEG-Video verwenden, sind die Voraussetzungen für Aufnahmen brillant. Das Gerät, das die Streams empfängt, muss lediglich das Video auf einem Speichermedium ablegen. Das VDR-Projekt[4] hat für diese Problemstellung eine passende Software entworfen, die einen herkömmlichen, mit einer DVB-Steckkarte ausgestatteten PC zum vollwertigen DVB-Receiver macht.
Einen Standard-PC Wohnzimmer-tauglich machen ist allerdings recht teuer, auch vorgefertigte Festplatten-Receiver schlagen meist mit über 500 Euro zu Buche. Billiger geht's mit der D-Box 2, die bei E-Bay deutlich weniger kostet. Sie war außerdem von Anfang an für das Wohnzimmer vorgesehen, ist lüfterlos und produziert keinen Lärm. Zudem sieht sie besser aus als ein normales PC-Gehäuse. Die einzige Hardware, die der D-Box fehlt, ist eine Festplatte. Doch auch das ist kein Hindernis - das Zauberwort heißt NFS. Tuxbox unterstützt die Netzwerk-Schnittstelle und bringt einen NFS-Treiber mit.
Die Vorbereitungen sind nicht schwierig. Nach dem Austausch der Beta-Nova-Software durch Linux lädt der Anwender den SPTS-Treiber (Single Program Transport Stream) im Konfigurationsmenü unter »Diverse Einstellungen«. Danach ist ein Reboot fällig. Außerdem muss im LAN ein NFS-Server vorhanden sein, auf dem die Aufnahmen lagern. Wenn die D-Box gestartet ist, mountet der Benutzer das NFS-Verzeichnis im Menü zur Netzwerkkonfiguration (siehe Abbildung 2). Das lokale Verzeichnis auf der D-Box ist meist »/hdd«. Über die Aufnahmekonfiguration im Menü lässt es sich als Aufnahmeverzeichnis festlegen.
Abbildung 2: Mit Linux auf der D-Box 2 lassen sich problemlos NFS-Verzeichnisse mounten. Die D-Box wandelt sich so zu einem vollwertigen digitalen Videorekorder.