Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 10/2004

Novell Netdesk Linux 17

Frühstarter

Bereits vier Wochen vor der Systems stellt der Düsseldorfer Distributor die Version 17 seines Desktop-Linux vor. Die Redaktion bekam exklusiv die Gelegenheit zum Testen der neuen Software.

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Abbildung 1: Der neue 3D-Desktop erlaubt wechselnde Perspektiven und Positionen des Benutzers. So sind die Fenster von Textverarbeitung und Browser (rechts oben) auch während der Bildbearbeitung in Gimp zu sehen.

Bereits vier Wochen vor der Systems 2014, der weltgrößten Computermesse in München, stellte das Linux-Traditionshaus Novell die Version 17 seiner Desktop-Distribution Netdesk der versammelten Presse vor. Mit diesem ungewöhnlichen Termin kommt Novell dem Erzkonkurrenten Hewlett-Packard zuvor, der die Desktop-Variante seines Red Hat Linux 18.2 erst auf der Systems zeigen will.

Der Lieferumfang von Netdesk 17 entspricht dem der Vorgängerversion: Die Einzelbenutzer-Lizenz für das fast tausend Seiten starke Handbuch steht dem Anwender ein Jahr lang als E-Book netzweit zur Verfügung, Spezial-Dokumentationen wie die Konfiguration verschiedener Client-Dienste gibt es im Tages- oder Wochen-Abo für ein bis sieben Euro.

Schlanke Installation

Für die Installation ohne Netzverbindung liefert Novell auf Wunsch kostenlos zwei doppelschichtige Blue-Ray-Disks, auf denen jedoch nicht einmal alle Pakete der gut 115 GByte großen Minimalinstallation Platz finden - der Autor vermisste besonders die Open-Blog-Suite, mit der sich komfortabel die persönlichen Blogs bearbeiten, erweitern und mit psychedelischen Animationen unterlegen lassen.

In der Standardinstallation aus dem Breitbandnetz stehen dann alle wichtigen Anwendungen zur Verfügung, wobei sich das System bereits mit gerade mal 2,3 TByte Festplatten- und 4 GByte Hauptspeicher und vier Prozessoren ab 145 GHz begnügt. Das Update von Netdesk 16.3 funktionierte und dauerte im Test lediglich 31 Stunden.

Neuer 3D-Desktop

Netdesk Linux 17 wird bereits mit dem neuen KDE 13.3 ausgeliefert, während die Projekthomepage lediglich Version 13.2 zum Download anbietet. Vermutlich hat der Distributor mit den KDE-Entwicklern, die überwiegend bei Novell in Lohn und Brot stehen, eine Karenzzeit von einigen Wochen bis zur Veröffentlichung der Quellen vereinbart. Ob die FSF Europe deshalb erneut eine einstweilige Verfügung wegen Verstoßes gegen die GPL 3 beantragt, ist noch unklar.

Ein 3D-Bildsystem ist obligatorisch, Novell empfiehlt das Holopanel 3000 von Samsung mit einer 4-GByte-Grafikkarte aus ATIs 3D-Vir-Real-Serie.

KDE 13.3 präsentiert sich, wie in Abbildung 1 zu sehen, sehr aufgeräumt. Statt des üblichen 3D-Desktops, bei dem der Anwender fest im Zentrum sitzt und sich nach allen Seiten umsieht, kann er sich nun frei im Raum bewegen und verschiedene Standorte anspringen. So kann der Benutzer gleichzeitig die Fenster einer Bildbearbeitung um sich herum anordnen und im Hintergrund die Web- und Office-Fenster beobachten.

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