Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 09/2004

Snapshot-Backups mit Rsync

Unwetterzentrale

Backups sind wie Regenschirme: Hat man einen, passiert nichts. Vergisst man ihn, dauert es nicht mehr lange bis zur Katastrophe. Zumindest gegen drohende Datenschäden helfen ein kleiner Server, ein paar Festplatten und Linux-Bordmittel.

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Ein gutes Backup muss schnell angefertigt, zuverlässig rekonstruierbar und automatisierbar sein. Bereits simple Vollkopien des Datenbestands auf andere Festplatten erfüllen diese Grundanforderungen. Wünschenswert und zeitgemäß sind jedoch Backups übers lokale Netz, die zudem zu mehreren Zeitpunkten Snapshots speichern, was versehentlich gelöschte Dateien zu einem zweiten Leben verhilft. Dafür mehrere Vollkopien - egal ob auf Festplatten oder Bändern - anzufertigen, ist zu aufwändig. Es bieten sich inkrementelle Backups an. Die hier vorgestellte Lösung vereint trickreich die Vorzüge beider Arten.

Ein Hot-Backup auf Festplatten

Die Festplatten aktueller Client-Systeme sind so riesig, dass geeignete zentrale Bandlaufwerke nur im Profibereich noch halbwegs wirtschaftlich sind. Im Vergleich zu Bändern sind Festplatten zudem erheblich schneller beschreibbar. Im Schadensfall sind die Daten auch super schnell im Zugriff - übers Netzwerk, auf diesem Wege sind sie ja auch auf den Backup-Server gekommen, oder im Notfall durch einen kurzen Einbau in den betroffenen Host. Alles in allem ist festzustellen, dass Festplatten ein passables Sicherungsmedium sind.

Eine gute Lösung ist ein kleiner Server mit einem Raid-1-System mit insgesamt drei Hot-Swap-Festplatten, von denen zwei immer im Raid-Array im Server laufen, die dritte lagert der Admin extern. Schnell ist so für wenig Geld ein Backup-Server mit 160 GByte Speicherkapazität oder mehr zusammengebaut. Etwas billiger und langsamer ist es, abwechselnd zwei mobile USB-Festplatten zu nutzen. Natürlich dürfen die Verantwortlichen nicht vergessen, die externe Sicherungsplatte in einem regelmäßigen Zyklus, zum Beispiel jeden Freitagabend, gegen eine aktuelle Platte aus dem Backup-Server auszutauschen. Denn es nützt nichts, wenn ein Brand oder Wasserschaden Hosts und Backups zusammen zerstört.

Sicheres Backup über das Netzwerk

Bei einem Vollbackup werden fast alle Daten eines Hosts über das Netzwerk transportiert - Passwort- und ähnlich sensible Dateien eingeschlossen. Eine Verschlüsselung der Daten ist darum zwingend. Das hier vorgestellten Beispiel greift auf das bewährte SSH zurück, um die Daten zwischen dem zu sichernden PC und dem Backup-Server zu transportieren.

Ganz simpel das auf SSH beruhende SCP dafür heranzuziehen wäre unelegant, denn es würde bei jedem Backup sämtliche Daten des Hosts kopieren und damit immense Datenmengen. Sinnvoller ist dagegen die Kombination aus Rsync und einem SSH-Tunnel (siehe Abbildung 1). SSH - aktuelle Implementierungen vorausgesetzt - ist so sicher, dass die beteiligten Rechner nicht mal im eigenen LAN stehen müssen. Zentrale Backups aus anderen Rechenzentren oder Filialen ohne VPN-Anbindung sind damit kein Problem mehr.

Abbildung 1: Die Kombination aus Rsync und einem SSH-Tunnel ist sicher und spart viel Netzlast.

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