Open Source im professionellen Einsatz

Kurztest: Groupware Agorum Desk4Web

Total global

Web-basierter Groupware ist es egal, wo die Benutzer sitzen. Desk4Web der deutschen Firma Agorum hat - optional - zusätzliche Samba-, FTP- und IMAP-Schnittstellen, um alternative Clients anzubinden. Intern arbeiten eine Datenbank und Java.

Von Groupware sollte eine integrative Kraft ausgehen. Sie drängt die Benutzer - mehr oder minder sanft - zur Zusammenarbeit auf allen Ebenen: mit E-Mail, Diskussionsforen und Dateiaustausch. Web-basierte Groupware, zu ihr zählt Desk4Web, bezieht auch externe Mitarbeiter mit ein. Das lizenzkostenpflichtige Produkt legt alle Daten strukturiert in einer SQL-Datenbank ab, die die Kunden jedoch getrennt lizenzieren müssen. Geliefert wird ein Set aus mehreren Serverapplikationen, der Java-Middleware, diversen Installationsskripten und Dokumentationen für den Sysadmin.

Wie es sich für Groupware gehört, gibt es ein ausgefeiltes System von Benutzer- und Gruppenrechten (siehe Abbildung 1). Damit ist es nicht nur möglich, Dokumente vertraulich zu lagern, sondern per Access Control Lists auch Informationen gezielt bestimmten Benutzern oder Benutzergruppen zum Bearbeiten oder nur zum Lesen zugänglich zu machen.

Hauptsache Webinterface

Der Zugriff auf Desk4Web erfolgt in der Hauptsache, nomen est omen, über den Browser. Die gestylte Oberfläche stellt jedoch ein paar Anforderungen an dessen Kompatibilität. Zurzeit sind nur Mozilla einschließlich der Derivate und Microsofts Internet Explorer freigegeben. Benutzer anderer Browser, etwa des Konqueror, erhalten eine Warnung, kommen aber in den Genuss einer Anzeige. Je nachdem, ob die Browser-URL auf »http:« oder »https:« hört, erfolgt die Datenübertragung vom und zum Server ungesichert oder verschlüsselt.

Die wichtigsten oberen Menüstukturen gliedern sich in Mozilla gleich hübsch in die Sidebar ein und sind damit immer im direkten Zugriff. Desk4Web hält das Versprechen der einfachen Bedienbarkeit - die wichtigen Funktionen des Büroalltags sind ohne Anleitung verständlich. Eine Hilfe mit knappen Texten, dafür umso üppigeren Bildern, macht den Einstieg leicht. Die vergrößerte Darstellung der betroffenen GUI-Funktionen mit Pfeilen und Kringeln ist gelungen.

Finger weg vom Rückwärts-Button

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Mozilla-Tabs, die Desk4Web selbst generiert: Wer den E-Mail-Tab aufruft und danach die Dateien und dann wieder die E-Mail, der öffnet jedes Mal einen neuen Tab. Auch muss man es sich abgewöhnen, mit der rechten Maustaste zu arbeiten, das Kopieren geht über eigene Buttons von Desk4Web.

Auch den Rückwärts-Button des Browsers sollte man meiden. Apropos: Etwas ungewöhnlich ist die Tatsache, dass bei Buttons nicht immer die ganze Schaltfläche, sondern nur deren Beschriftung auf Klicken reagiert. Noch auffälliger: Eine Gruppenterminverwaltung gibt es nicht.

Desk4Web

Hersteller: Agorum

Internet: [http://www.agorum.com]

Lizenz: Stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest

Preis: Gestaffelt nach Diensten (Basis, SMB, FTP, IMAP), Details noch unklar; ein Modell nach Anzahl der User ist in Vorbereitung

Lieferumfang: JBoss 3.2.3 (Applikationsserver), MySQL 4.10, Open Office (Text-Indizes), Lucene (Suchmaschine), JVM 1.4.3, VNC

Systemanforderungen: Mindestens 1-GHz-CPU, 256 MByte RAM, schnelle Platten

Plattform: Suse Linux ab 8, Red Hat ab 7, Debian, Solaris ab 8, Windows 2000/2003. Geplant: Windows XP, HP-UX, andere Linux-Distributionen sowie eine Appliance auf Basis einer Sun V65.

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