Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2004

Magneto-optical Disk und DVD-RAM im Leistungsvergleich

Scheiben-Generationen

Magneto-optische Laufwerke werden vornehmlich für die Archivierung und zum Transport von Daten verwendet. Das Hardwarelabor des Linux-Magazins ließ ein modernes MO-Laufwerk gegen DVD-RAM antreten - ein fairer Kampf?

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Im Februar stellte Fujitsu mit dem Dynamo 2300U2 ein neues Magneto-optisches Laufwerk mit USB-2-Anschluss vor. Der Hersteller bewirbt das Produkt als Konkurrent zur DVD und als sicheres Langzeit-Speichermedium. Fujitsu betont die Vorteile von MOD im Vergleich zu den Standards DVD-R/RW und DVD+R/RW, das Hardwarelabor wollte es genauer wissen und ließ das Dynamo 2300U2 gegen den DVD-Kombibrenner GSA-4040B von LG mit DVD-RAM-Medien antreten.

Magneto-optische Laufwerke sind seit gut einem Jahrzehnt in Gebrauch. Anfangs dienten die 230-MByte-Medien im 3,5-Zoll-Format oft als Wechselfestplatten, aber große Festplatten und CD-Brenner verurteilten die MOD bald zu einem Dasein als reines Transport- oder Backup-Medium. MO-Laufwerke findet man heute noch in Backup-Libraries, als Speichermedium in medizinischen Geräten sowie in Druckereien.

MO-Medien werden wie Disketten rein magnetisch beschrieben, aber wie eine CD per Laser ausgelesen. Die Datendichten reichen an die einer DVD heran, auf einem 3,5-Zoll-Medium kommen bis zu 2 GByte unter - wie bei den Herstellern üblich sind auch bei Fujitsu 2,3 GByte nur 2,3 Milliarden Bytes. MODs lassen sich 100000-mal und mehr beschreiben, genau wie DVD-RAM-Medien.

DVD-RAM flexibel

Die DVD-RAM ist, genau wie eine MO oder eine Diskette, in konzentrische Spuren und Sektoren aufgeteilt, sie fasst mit 4,2 echten GBytes jedoch mehr als die doppelte Datenmenge auf der 5,25-Zoll-Scheibe. Auch sind DVD-RAM-Medien erheblich billiger als MODs: Marken-DVD-RAMs gibt es für 5 bis 7 Euro[1] (etwa 1,30 bis 1,65 Euro pro GByte), MODs sind mit 22 Euro pro Cartridge (zirka 11 Euro pro GByte) mehr als achtmal so teuer.

Weitere Pluspunkte sammelt die DVD-RAM bei den Anschaffungskosten: Während das USB-2.0-Gerät Dynamo 2300U2 mit rund 350 Euro zu Buche schlägt, gibt es den DVD-Allesbrenner GSA-4040B von LG schon für rund 100 Euro; ein externes USB-2.0-Gehäuse liegt bei ebenfalls etwa 100 Euro. Dabei ist die Lösung mit dem LG-Brenner viel flexibler als das MO-Laufwerk: Neben DVD-RAM brennt der GSA-4040B auch noch DVD-R/RW, DVD+R/RW, CD-R und CD-RW.

Steinzeit-Daten

Bei der Langzeit-Stabilität der Speichermedien gibt es kaum relevante Unterschiede: Fujitsu schätzt die Lebensdauer auf 50 Jahre, während Maxell nur 30 Jahre angibt - wobei beide Hersteller offen lassen, mit welchen Laufwerken oder Rechnern sich schon in etwa 20 Jahren die Medien noch nutzen ließen. Im Technik-Rückblick würde das bedeuten, man müsste mit heutigen Rechnern noch Lochkarten, Magnetbänder und 8-Zoll-Disketten einlesen - wobei die Laufwerke allenfalls in Museen oder auf Flohmärkten zu finden sind.

Das von Fujitsu ins Feld geführte Argument, MODs ließen sich im Gegensatz zu DVDs ohne Betriebssystemunterstützung beschreiben, hinkt ebenfalls: Brennprogramme braucht es allenfalls für DVD-R/RW und DVD+R/RW, mit einer DVD-RAM lässt sich der LG-Kombibrenner ohne Treiber wie eine Wechselplatte beschreiben und lesen.

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