Open Source im professionellen Einsatz

Workshop: Die individuelle Knoppix-CD

Schlank in Schritten

Klaus Knoppers Distribution enthält viele Programme und Einstellungen, die man nicht in jeder Lebenslage braucht. Dieser Workshop und ein CD-Brenner sind Voraussetzungen für mehr Individualität.

Die normalerweise von CD bootende Knoppix-Distribution zeichnet sich durch ihre gute Hardware-Erkennung und ein Endanwender-freundliches Oberflächen- und Softwaredesign aus. Aber wer braucht in jeder Lebenslage japanische Zeichensätze oder zehn Editoren? Dagegen wäre es oft gut, andere Programme oder einfach eigene Daten für Vorführungen parat zu haben. Wer Programme verbannt, die er nicht benötigt oder mag, schafft Platz für eigene Erweiterungen. Weniger ist dann mehr.

An Anwendungsgebieten für speziell zusammengestellte Knoppix-CDs besteht kein Mangel: Thin-Client-ähnliche Arbeitsstationen im Büro, öffentliche Internetzugänge, Hotel- und Empfangshallen, Internetcafés, Präsentationen und Werbung, Softwarepräsentationen, Produktinformationen, Video und Entertainment, Notebook-Verleih in Krankenhäusern oder Schulen, Lernsoftware für die Weiterbildung, Messe-CDs zum Verschenken und so weiter.

Denkbar ist auch, dass solche CDs massenhaft in der Langzeit-Datenarchivierung in Ämtern und Instituten zum Einsatz gelangen. Bisher kämpfen die Archivare mit dem Problem, dass sie zwar auf speziellen CDs Daten bis zu 300 Jahre lagern können, nach ein paar wenigen Jahrzehnten aber keine Software mehr existiert und lauffähig ist, die solche dann historischen Daten- und Dateiformate zu lesen vermag.

Wenn man dagegen Daten, Betriebssystem und Anwendungssoftware wie hier auf einem Datenträger (oder in einer Datei) vereint, steigen die Chancen für eine Auswertung beträchtlich. Denn es ist davon auszugehen, dass es auch in Zukunft x86-Emulatoren geben wird, die ein heutiges Linux (oder Microsoft Windows) unterstützen.

Vorbereiten der Festplatte

Zur Vereinfachung geht dieser Workshop davon aus, dass der benutzte PC nur eine einzige, leere EIDE-Festplatte besitzt (siehe Kasten "Voraussetzungen"). Wer mehrere oder Nicht-EIDE-Festplatten eingebaut hat oder die vorhandene Platte noch anderweitig einsetzt, muss alle Aufrufe diesem Umstand entsprechend vorsichtig anpassen. Andernfalls droht Datenverlust! Ein Backup sei dann dringend angeraten.

Voraussetzungen

Benötigt wird ein Standard-PC, der insgesamt rund 1 GByte Arbeitsspeicher aufweist, also zum Beispiel 256 MByte RAM und als Swapdatei 750 MByte. Die angepasste Knoppix-CD besitzt ein komprimiertes Filesystem, das bis zu 700 MByte anwächst. Das macht den großen Speicherbedarf notwendig. Außerdem:

  • Festplatte ab 6 GByte, die anfänglich leere Festplatte
    wird später drei Partitionen aufnehmen
  • CD-Brenner und CD/RW-Rohlinge
  • Knoppix-CD, Version 3.3[1]
  • Optional: Debian-CD, Version 3.0r2[2],[3] und zwei formatierte
    Disketten

Als Erstes booten und starten Sie die Knoppix-CD vom CD-Laufwerk. Öffnen Sie ein Shell-Terminal und geben »sudo su« ein. Jetzt haben Sie die Root-Rechte. Installieren Sie jetzt die Knoppix-Distribution auf Festplatte, genauer gesagt auf »/dev/hda2«. Sie wird es sein, die im Laufe des Workshops verschlankt wird. Im noch offenen Terminal mit Root-Rechten starten Sie das (inoffizielle) Installationsskript »knoppix-installer«, ein grafisches Setup-Programm erscheint (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Skript »knoppix-installer« fördert ein grafisches Installationsprogramm zu Tage, um das originale Knoppix von der CD auf die Platte zu kopieren und zu installieren.

Abbildung 1: Das Skript »knoppix-installer« fördert ein grafisches Installationsprogramm zu Tage, um das originale Knoppix von der CD auf die Platte zu kopieren und zu installieren.

Installation der Knoppix-CD auf Festplatte

Partitionieren Sie am besten gleich die Festplatte entsprechend Abbildung 2. Hinter dem Punkt »3.« des Setup-Programms verbirgt sich das Partitionierungstool Qtparted. Legen Sie die erste Partition mit mindestens 3,5 GByte, die zweite mit zirka 2,5 GByte und die Swap-Partition mit rund 750 MByte an. Verwenden Sie für die beiden ersten Partitionen als Typen »ext3« und »Primary Partition«. Die dritte Partition ist ebenfalls eine »Primary Partition« und bekommt den Typ »linux-swap«.

Abbildung 2: Einteilen Ihrer Festplatte - Hda muss entsprechend groß sein.

Abbildung 2: Einteilen Ihrer Festplatte - Hda muss entsprechend groß sein.

Dann wenden Sie sich dem Punkt »1. Installation konfigurieren« zu. Ein deutschsprachiger Wizzard mit integrierter Hilfe will unter anderem einen »Systemtyp« wissen, richtig ist »knoppix«. Zur Erinnerung: Zielpartition ist Hda2. Der zweite Menüpunkt startet den zeitlich aufwändigen Kopiervorgang.

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Ausgabe 07/2013

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