Langwierig sind Tests mit Dateisystemen nicht mehr. JFS, ReiserFS und XFS kommen mit großen Partitionen gut zurecht. Nicht länger als ein Wimpernschlag dauert es, wenn die Mkfs-Programme von JFS und XFS eine 1 TByte große Partition formatieren, bei ReiserFS eine halbe Minute. Zeit lässt sich nur Ext 3, das mit rund einer Stunde vergleichsweise lange braucht. Kein Wunder - schließlich handelt es sich im Kern immer noch um Ext 2.
Neben den Programmen zum Formatieren gibt es noch eine Fülle weiterer Utilities für jedes Dateisystem. Manche sollen dabei helfen, die Performance zu steigern. Andere kommen nur zum Einsatz, falls ein Fehler auftritt. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Kommandozeilenprogramme vor. Die Kästen listen die Mount-Optionen auf. Diese kommen entweder auf der Kommandozeile per »mount«-Befehl zum Einsatz oder der Benutzer trägt sie dauerhaft in die Datei »/etc/fstab« ein.
Ext 2/3: Reich an Optionen
Es ist eine gute Idee, ein Ext 2 mit einem Journal auszustatten und somit auf das Ext-3-Dateisystem zu aktualisieren. Das Upgrade verursacht keine Probleme; zumindest berichten Benutzer nichts davon in den einschlägigen Foren. Vor der Ausnahme von der Regel schützt eine aktuelle Datensicherung.
Um Ext 3 zu nutzen, muss die Ext-3-Unterstützung im Kernel aktiv sein. Wer die Root-Partition mit Ext 3 ausstattet, muss zudem den Ext-3-Treiber einkompilieren. Falls Linux mit einer Initial-RAM-Disk (Initrd) bootet, reicht es, den Treiber als Modul zu übersetzen. Erfüllt das System alle Voraussetzungen, kann das Upgrade starten. Zuerst aktualisiert Root das Ext-2-System mit dem Programm Tune2fs, das im Paket E2fsprogs[1] enthalten ist:
tune2fs -j /dev/hda2
Die Option »-j« fertigt lediglich das Journal an und legt die Datei ».journal« im Wurzelverzeichnis der Partition ab. Um das Update abzuschließen, ändert der Benutzer in »/etc/fstab« den Dateisystemtyp von »ext2« nach »ext3«. Ausnahmsweise muss der Rechner anschließend neu starten. Falls das Dateisystem wieder als Ext 2 zur Verfügung stehen soll, hängt es der Admin aus und mountet es neu mit dem Typ »ext2«. Soll dies dauerhaft sein, ist der Dateisystemtyp in »/etc/fstab« zu ersetzen.
Je größer das Dateisystem, desto mehr Zeit nimmt die Dateisystemprüfung in Anspruch, die voreingestellt in festen Intervallen stattfindet. Falls der Check trotz Journal zu lange dauert oder die Intervalle zu kurz sind, passen zwei Optionen dieses Verhalten an. Mit der Option »-i« stellt der Anwender die Tage, Wochen oder Monate ein, nach denen E2fsck die Analyse durchführen soll. Der Check kann auch von einer bestimmten Anzahl von Mounts abhängen. Das lässt sich über die Option »-c« einstellen. Das Argument »0« bei beiden Optionen deaktiviert den Dateisystemcheck.
Formatieren erlaubt
Einen ersten Test führt der Benutzer am besten auf einer kleinen Partition durch. Ohne Optionen aufgerufen ermittelt das Formatierprogramm »mkfs.ext3« alle erforderlichen Parameter selbst. Entsprechend einfach ist es, eine Partition zu formatieren:
mkfs.ext3 /dev/sdb2E
Die Blockgröße leitet das Programm von der Größe der Partition ab. Ist dies nicht gewünscht, übergibt der Anwender die Blockgröße (1, 2 oder 4 KByte) mit dem Schalter »-b« selbst:
mkfs.ext3 -b 2048 /dev/sdb2
Auch für den jeweiligen Einsatzzweck bringt »mkfs.ext3« Optionen mit. Die Option »-T« erlaubt Einstellungen dazu, wie groß die Dateien im Dateisystem hauptsächlich sein werden. Das Programm ermittelt die optimalen weiteren Einstellungen. Die angenommene Größe variiert zwischen 4 KByte (»news«) und 4 MByte (»largefile4«). Das folgende Kommando nutzt den Mittelweg und geht davon aus, dass die meisten Dateien 1 MByte groß sind:
mkfs.ext3 -T largefile