Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2004
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Eckdaten

Sobald »cpufreq« erfolgreich initialisiert, stehen im Sysfs unter »/sys/devices/ system/cpu/cpu0/cpufreq« die folgenden Einträge zur Verfügung:

In »cpuinfo_max_ freq« und »cpu_ min_freq« stehen der maximale und der minimale Prozessortakt, den die vorhandene CPU verträgt. Die zwei tatsächlichen Frequenzgrenzen - zwischen denen die CPU pendelt - speichern dagegen »scaling_max_freq« und »scaling_min _freq«. Mit »echo Takt > scaling_max_freq« und »echo Takt > scaling_min_freq« kann Root die Werte neu belegen. » Takt« muss dabei im Wertebereich von »cpuinfo_max_ freq« und »cpuinfo_min_freq« liegen.

Der Eintrag »scaling_available_governors« gibt preis, welche Strategien für die Anpassung des Takts das System beherrscht: »powersave«, »userspace« oder »performance«. Die aktuell aktive Strategie steht in »scaling_governor«. Root darf per »echo Governor > scaling_governor« für das System eine andere einschalten, wobei er » Governor« durch einen der drei von »scaling_available_governors« bekannten Strings ersetzt.

Um ein bisschen von den Echos auf der Kommandozeile wegzukommen, hat das Projekt Cpudyn[8] einen Daemon entwickelt, der das Interface von »cpufreq« benutzt. Cpudyn hilft die Taktraten-Strategie moderner CPUs an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

ACPI Throttling

Ein Gutteil der Prozessoren, die ihren Takt nicht dynamisch anpassen können, bremst der Kernel dank ACPI auf andere Weise aus. Die gesparte elektrische Leistung ist der Hitze- und Lärmentwicklung vieler Systeme zuträglich - eine gute Idee vielleicht für manchen Server in den Nachtstunden.

Hierfür muss der Prozessor das so genannte Throttling (Drosselung) unterstützen. Davon überzeugt sich der Admin in »/proc/acpi/processor/CPU x/ throttling«, das die verfügbaren Throttling-Zustände listet. Im Zustand »T0« läuft der Prozessor ungebremst. In allen anderen Throttling-Zuständen wird der Prozessor gemäß der Prozentangabe aus »/proc/acpi/processor/CPU x/throttling« langsamer.

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