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Linux-Magazin 02/2004
400

Sleep States

Die einzelnen Sleep States (Tabelle 1) sind über »/sys/power/state« steuerbar. Welche Zustände das System unterstützt, erfährt »cat /sys/power/state«. Der Befehl »echo -n " Sleep_State" /sys/ power/state« versetzt das System in den entsprechenden Zustand.

Tabelle 1: ACPI
Sleep States in Linux 2.6

 

ACPI Sleep State

Sleep_State aus
»/sys/power/state«

Beschreibung

Standby (S1)

»standby«

System hat Strom, die CPU führt jedoch keine Instruktionen
mehr aus.

Suspend-to-RAM (S3)

»mem«

System ist bis auf den Hauptspeicher abgeschaltet.

Suspend-to-Disk (S4)

»disk«

System ist abgeschaltet, Hauptspeicher und Status werden auf
Festplatte gesichert.

Anmerkung: Die Zustände S0 (Running, System läuft)
und S5 (Soft Off, System ist abgeschaltet) gehören nicht zu
den ACPI Sleep States.

 

 

Suspend-to-RAM (S3) schaltet bis auf den Hauptspeicher das gesamte System ab: CPU, Caches, Chipsatz und Peripherie (Festplatten, USB und so weiter). Damit der Speicherinhalt nicht verloren geht, bleibt der RAM mit Strom versorgt. Einschlafen und Aufwachen erfolgen bei Suspend-to-RAM in wenigen Sekunden - theoretisch. Nach den Erfahrungen des Autors funktioniert Suspend-to-RAM nur selten auf Anhieb. Zu Recht führt es der Kernel als »Experimental«.

Suspend-to-Disk (S4) spart von allen Sleep States am meisten Strom, da der aktuelle Speicherinhalt sowie Register und Perpheriestatus auf die Festplatte (unter Linux auf eine genügend große Swap-Partition) geschrieben werden und das System danach komplett stoppt. Der nächste Boot liest den Inhalt des Hauptspeichers und den alten Systemstatus von der Festplatte und stellt den früheren Zustand wieder her. Unter Linux 2.6 funktioniert Suspend to Disk auch unabhängig vom ACPI- oder APM-Support. Ein Rückblick: Linux 2.4 beherrscht Suspend-to-RAM überhaupt nicht; Suspend-to-Disk ist mit den Kernelpatches des Projekts Swsusp[7] aber möglich.

Software Suspend und Suspend-to-Disk

Verwirrenderweise kennt Linux 2.6 zwei alternative Methoden von Suspend-to- Disk (S4): Software Suspend (»CONFIG_SOFTWARE_SUSPEND«) und Suspend-to-Disk Support (»CONFIG_PM_ DISK«). Die erste kennzeichnet das Kernelsetup als »Experimental«. Suspend-to-Disk Support ist dagegen ein Stable-Zweig von Suspend-to-Disk.

Software Suspend setzt den Bootprompt-Parameter »resume« voraus - ihn in den Kernel einkompilieren ist nicht vorgesehen. Die Option gibt dem Kernel die Swap-Partition bekannt, in die er den Speicherinhalt und den Status sichern soll. Es ist sinnvoll, den Bootprompt-Parameter in der Konfigurationsdatei des Bootmanagers zu verewigen, beispielsweise als »resume=/dev/hda2«.

Bei dem zum Software Suspend alternativen Suspend-to-Disk Support gibt man die Swap-Partition mit dem Kernelparameter »pmdisk« an. Im Gegensatz zu »resume« lässt sich »pmdisk« statisch in den Kernel einbinden.

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