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Linux-Magazin 12/2003

Wireless LAN mit 54 MBit/s nach IEEE 802.11g

Luftige Daten

Halb so schnell wie kabelgebundenes Ethernet soll die Funktechnik nach IEEE 802.11g sein und abwärts- kompatibel zum etablierten 802.11b mit 11 MBit/s. Das Linux-Magazin testet exemplarisch eine 54-MBit/s-Karte und beschreibt die Einrichtung.

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Wireless LAN ist bequem, viele Firmen und Institutionen rüsten Laptops und mobile Arbeitsplätze immer noch mit 2,4-GHz-Karten nach IEEE 802.11b aus. Ein gravierender Nachteil ist jedoch die geringe Datenrate von 11 MBit/s, brutto ist selbst bei guten Empfangsbedingungen nur die Hälfte für Nutzdaten einsetzbar - wer große Datenmengen mit dem Fileserver austauscht, spürt den Engpass WLAN besonders stark.

Abhilfe versprach zunächst die Verdoppelung auf 22 MBit/s. Diese Erweiterung war aber proprietär, nur Texas Instruments konnte den passenden WLAN-Chip liefern. IEEE 802.11a ist mit nominell 54 MBit/s noch schneller, die Geräte arbeiten jedoch im 5-GHz-Bereich - bei einem Wechsel muss die gesamte Infrastruktur ausgetauscht werden. Zudem verschlechtert sich mit der doppelten Frequenz die Reichweite.

Eine bessere Lösung bringen jetzt die Geräte nach IEEE 802.11g: Sie sind abwärtskompatibel zu 802.11b und senden ebenfalls im 2,4-GHz-Bereich, verwenden gegenüber der 11-MBit/s-Technik jedoch mehrere Kanäle und kommen so auf eine Bruttodatenrate von 54 MBit/s. So lassen sich auf den 13 WLAN-Kanälen aber nur vier 802.11g-Netze am gleichen Ort nebeneinander betreiben.

Auch ein paar (fremde) Netze nach 802.11b im Empfangsbereich können die 54-Bit/s-Technik ausbremsen: Im ungünstigsten Fall verteilen sich die langsamen Netze quer über die Kanäle, sodass keine Bündelung für die Breitbandtechnik mehr möglich ist. Weitere Störfaktoren sind Bluetooth-Geräte, auch sie arbeiten im 2,4-GHz-Bereich.

Stellvertretend für andere Geräte nach IEEE 802.11g testete das Linux-Magazin die kurz vor Redaktionsschluss erschienene PC-Card SMC2835W (siehe Abbildung 1) mit Intersil-Prism-Duette-Chipsatz von SMC. Der WLAN-Access-Router SMC2804WBR diente als Access Point.

PC-Card SMC2835W und Access Router SMC2804WBR

Beschreibung: PC-Card (Cardbus) und Wireless Access Router nach IEEE 802.11g mit 54 MBit/s (brutto)

WLAN-Standards: IEEE 802.11b und 802.11g

Verschlüsselung: WEP 64/128 Bit, Wi-Fi Protected Access (WPA), IEEE 802.1x

Chipsatz (PC-Card): Intersil Prism Duette

Anschlüsse (Router): 1 WAN (10/100 MBit/s), 4 Switches (10/100 MBit/s), 2 SMA (Antenne), Netzteil

Besonderheiten (Router): Packet Filter, DSL- und Ethernet-Router mit NAT, DHCP-Server, Webfrontend

Preis: PC-Card: ca. 60 Euro, Router: ca. 125 Euro

Spezielle Kernel-Konfiguration

Die Linux-Treiber für den Intersil-Prism- Duette-Chipsatz steuert mal wieder die Linux-Community und nicht der Hersteller bei, sie stehen auf Luis Rodriguez' Homepage[1] bereit. Derzeit läuft die Integration in die Kernel 2.4 und 2.6, die entsprechenden Kernelpatches sind jedoch ausdrücklich nur für Entwickler bestimmt und funktionierten erwartungsgemäß im Test noch nicht.

Völlig problemlos arbeiteten dagegen die um den Prism-Duette-Treiber erweiterten PCMCIA-Cardservices, die es ebenfalls auf Rodriguez' Homepage unter[2] gibt. Für die Installation auf einer Distribution sind Vorarbeiten nötig, so müssen zum Beispiel die PCMCIA- und die Cardbus-Unterstützung des Kernels unter »General setup | PCMCIA/CardBus support | PCMCIA/CardBus support« abgeschaltet und dann Linux neu übersetzt werden. Für den Test kam der von den Entwicklern empfohlene Plain-vanilla-Kernel 2.4.22 zum Einsatz.

Neue PCMCIA-Cardservices

Die PCMCIA-Cardservices der jeweiligen Distribution sind gegen Version 3.2.4 von[2] auszutauschen, indem man im einfachsten Fall die Quellen von[2] im Verzeichnis »/usr/src« entpackt und anschließend wie üblich mittels »make config all install« installiert. Die Cardservices der Distribution werden dabei überschrieben.

Vorteil dieser Methode ist, dass die Paketverwaltung der Distribution die Cardservices nach wie vor als installiert ansieht und keinen Ärger macht, wenn dann später Pakete mit der Abhängigkeit von PCMCIA-Cardservices zu installieren sind. Andererseits gibt es Probleme oder Überreste, wenn die PCMCIA-Cardservices später mittels Paketverwaltung entfernt oder aktualisiert werden.

Sauberer ist es, die neuen Cardservices erst nach Deinstallation der alten zu übersetzen, was bei abhängigen Paketen zu Problemen führt. Ansonsten bleibt nur, selbst ein neues RPM- oder Debian-Paket zu bauen, das ist die optimale, aber auch aufwändigste Lösung.

Abbildung 1: Die WLAN-Karte SMC2835W von SMC mit 54 MBit/s kostet gerade mal 60 Euro und ist sowohl in Netzen nach IEEE 802.11b als auch nach IEEE 802.11g einsetzbar. Der Prism-Duette-Chipsatz der Karte wird von den erweiterten PCMCIA-Cardservices problemlos unterstützt.

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