Open Source im professionellen Einsatz

Dritte Konferenz über Open Source Content Management

Wissensräume

Rund 200 Entwickler und Nutzer freier Content-Management-Systeme trafen sich vom 28. bis 30. Mai in den USA. In teils hitzigen Diskussionen ging es um Wissensmanagement und Interoperabilität.

Die Havard Law School war Ort der dritten Oscom-Konferenz

Die Havard Law School war Ort der dritten Oscom-Konferenz

Für die Oscom 3[1] stellte die international renommierte Harvard Law School ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, genauer: das dortige Berkman Center for Internet and Society[2]. Auch die Liste der Redner zeigte, dass sich die Konferenz innerhalb von eineinhalb Jahren etabliert hat. Zum Beispiel sah man Vertreter des Massachusetts Institute of Technology, von Hewlett-Packard und von Red Hat.

Turbulente Keynote

Mit Nachdruck und Leidenschaft präsentierten und diskutierten die Teilnehmer neue Technologien, vor allem zum Wissensmanagement im Internet, und klopften die zum Teil aus der Intelligenzforschung stammenden Konzepte auf ihre Machbarkeit hin ab.

Turbulent verlief die Keynote von Dave Winer[3]. Er stieß eine Kontroverse mit dem Publikum an, die hitzig endete. Der Streit entzündete sich an der Frage, wie man besser zusammenarbeiten könnte, um freie Software verschiedener Entwicklergruppen mit Schnittstellen auszustatten, die einen verlustfreien Datenaustausch erlauben. Dave Winer wurde von einem Teilnehmer vorgeworfen, dass er selbst in seiner Software immer wieder Schnittstellen geringfügig verändere, um andere Anwendungen auszuschließen.

Daraufhin kam es zum offenen Streit, in dem sich Winer zu unschönen Schimpfworten hinreißen ließ. Schließlich brach er seine Keynote zehn Minuten früher als geplant ab. Alle anderen Veranstaltungen auf der Oscom 3 verliefen aber weitaus ergebnisorientierter.

Semantisches Web

Das zeigte vor allem die Veranstaltungsreihe zum Semantic Web. Ein derzeit noch hypothetisches semantisches Web wird die Grenzen herkömmlicher Content-Management-Systeme sprengen. Es erfasst Inhalte gemäß ihrer Bedeutung, unabhängig von der Netzstruktur. Reto Bachmann-Gmuer bemühte in seinem Vortrag[4] das Bild eines Wissensraums, in dem Inhalte näher oder weiter weg vom Nutzer angeordnet sind, je nachdem, wie wichtig sie für ihn sind.

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Ausgabe 07/2013

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