Open Source im professionellen Einsatz

Aktueller Überblick über freie Software und ihre Macher

Projekteküche

Wie Köche arbeiten auch Software-Autoren an immer neuen Kreationen. Wir picken die Leckerbissen für Sie heraus. Diese Woche: VDR 1.2 und Foobillard. Außerdem berichten wir über das IRC-Netzwerk Freenode und Debian auf dem Linuxtag. Für die Feinschmecker gibt's diesmal köstlichen Toast.

What\'s cooking? Wir servieren diesmal ein Spiel für gemütliche Abende und ein Programm für den Genuss digitalen Fernsehens, denn auch Linuxer sollten mal ausspannen. Und essen müssen sie auch, wir sorgen uns um und für alles. So ein Toast ist schnell gebacken und die Zutaten sind durchaus flexibel wählbar - wie es bei offenen Systemen üblich ist. Wer überbackenen Camembert nicht mag, der nimmt eben anderen Käse, wer Birnen aus der Dose nicht mag, der ...

Foobillard

Abbildung 1: Eine gemütliche Partie Snooker am eigenen Computer - Foobillard macht's möglich.

Abbildung 1: Eine gemütliche Partie Snooker am eigenen Computer - Foobillard macht's möglich.

Computersimulationen von realen Sportarten sind sehr beliebt. Bowling, Billard und Dart auf dem Computer spielen ist für viele Benutzer eine angenehme Abwechslung im Vergleich zur Action der Ego-Shooter. Das Problem: Die Spielehersteller entwickeln ihre Produkte fast ausschließlich für Windows - andere Betriebssysteme bleiben auf der Strecke. Jetzt bringt das freie Programm Foobillard wenigstens Billard auf den heimischen Linux-Rechner. Foobillard basiert auf der OpenGL-Bibliothek. Ältere Grafikkarten ohne Hardwarebeschleunigung bringen dabei wenig.

Direkt nach dem Start erscheint ein grüner Tisch mit einer aufgebauten Partie Poolbillard, die man sofort anstoßen kann. Ungeübte Spieler werden an einer solchen Partie kaum Gefallen finden: Die Fehlerquote des Computer-Gegners ist standardmäßig auf null gestellt, was zur Folge hat, dass er, wenn er erst mal am Stoß ist, den Tisch in der Regel komplett abräumt. Wer eine Chance haben will, sollte das Spiel lieber mit dem Argument »--ai2err=0.5« starten.

Foobillard bietet neben dem bekannten Poolbillard noch drei weitere Varianten: 9-Ball, Carambolage und Snooker. Der Autor des Programms, Florian Berger, hat die Billardatmosphäre dabei sehr detailgetreu gestaltet.

Das Programm ist detailliert konfigurierbar. Für jeden einzelnen Spieltyp lässt sich die Tischgröße bei Spielbeginn individuell einstellen. Gefällt das Grün des Tischtuchs nicht? Kein Problem, man kann zwischen mehreren Tisch-Themen wählen. Auch grafische Effekte wie Lichtreflexe an den Kugeln darf der Spieler fast nach Belieben anpassen.

Immer nur gegen den Computer spielen wird auf Dauer langweilig. Deshalb lassen sich zwei Foobillard-Programme über ein Netzwerk miteinander verbinden. Damit kann man nach vorheriger Absprache abends gemütlich eine Partie mit dem besten Freund spielen, aber auch ein kurzes Spiel im Büro ist möglich, natürlich nur in der Mittagspause. Wer eine äußerst gelungene Billardsimulation für Linux mit vielen Möglichkeiten für Anpassungen sucht, ist also bei Foobillard genau richtig.

Digitales TV mit VDR

Digital Video Broadcasting (DVB) macht es möglich, Fernsehprogramme digital und damit in exzellenter Qualität zu senden. DVB-PCI-Karten ermöglichen den Empfang dieser Programme auf dem Computer und die DVB-Treiber des Linux-TV-Projekts[1] sorgen dafür, dass die meisten Karten unter Linux funktionieren. Für den vollen DVB-Genuss ist aber mehr als nur der Treiber erforderlich: Ohne eine TV-Applikation wäre es nicht möglich, zwischen den einzelnen Programmen umzuschalten oder eine Sendung aufzuzeichnen.

Klaus Schmidinger hat ein solches Programm geschrieben. Es heißt VDR (Video Disk Recorder,[2]) und nutzt das volle Spektrum der Funktionen von DVB unter Linux: Umschalten, Aufnehmen und Schneiden. Nach mehr als einem Jahr Entwicklung hat Klaus jetzt die Version 1.2 freigegeben. Am Benutzerinterface hat sich sehr wenig geändert: Die Menüs erscheinen in den gewohnten Farben und Formen und weisen kaum neue Einträge auf. Die Neuerungen verstecken sich vor allem unter der Oberfläche des Programms.

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