Abbildung 1: Im Vordergrund sieht man einen BZFlag-Panzer, der sich - gerade abgeschossen - in Rauch auflöst.
What\'s cooking? Wir servieren diesmal zunächst ein Spiel, bei dem man ziemlich schnell gegrillt werden kann, dann ein Chat- und ein Rip-Programm sowie Informationen über das Verhältnis zwischen der Darpa und OpenBSD. Als Nachtisch hat die Projekteküche noch einen eigenen Teil für Debian GNU/Linux. Und wer gar nicht genug bekommen kann, dem wird der vorgestellte Salat schmecken.
BZFlag
Nicht alle Anwender, die ihren Computer zum Spielen benutzen, stehen auf komplizierte Storyboards und aufwändig gestaltete 3D-Umgebungen mit Schatteneffekten - manche lieben eher einfache Handlungsmuster und Bildschirmszenen. Wo früher Spiele wie Counterstrike das Maß aller Dinge waren, begeistern heute auch XBill und Konsorten die Benutzer. Das Spiel BZFlag[1] gehört grundsätzlich in die Kategorie der Ego-Shooter, besetzt den Arbeitsspeicher des Rechners aber nicht mit Texturen und Grafiken. Es verlangt nicht nur herumzuballern, sondern durchaus auch taktische Überlegungen.
Das Handlungsprinzip von BZFlag ist simpel und ähnelt dem von Counterstrike: Es gibt ein großes Spielfeld, jeder teilnehmende Spieler ist in einem Panzer mit Bordkanone unterwegs, es wird in Mannschaften gespielt und das Ziel ist, möglichst viele Panzer der gegnerischen Teams zu zerstören. Insgesamt gibt es fünf Teams in den Farben Rot, Gelb, Grün, Blau und Lila.
Viele Kleinigkeiten, die allerdings erst nach und nach auffallen, machen das Spielen interessant: So muss man einen Panzer, um ihn zu zerstören, genau an der richtigen Stelle treffen. Das ist nicht immer ganz einfach, besonders dann nicht, wenn sich beide Panzer während des Schießens bewegen.
Ein weiteres wichtiges Detail sind die so genannten Flags, die überall auf dem Spielfeld zu finden sind. Sie entstehen an den Stellen, an denen ein Panzer zerstört wurde, und können von anderen Panzern aufgelesen werden, die dann zufällige Eigenschaften erhalten - positive wie negative. So kann es zum Beispiel passieren, dass aus der eigenen Bordkanone nach dem Einsammeln eines Flags ein Laser oder ein Gewehr mit lenkbaren Raketen wird. Andererseits kann man aber auch vorübergehend erblinden und das Spielfeld und die Panzer dort nicht mehr sehen.
Das Spiel wird zusätzlich interessant, weil es hoch oben über dem eigentlichen Spielfeld (Luft-)Straßen und Wege gibt, zu denen man sich über spezielle Tore auf dem Boden beamen lassen kann. Dort oben verstecken sich schon mal Spieler, um ihre Kontrahenten aus dem Hinterhalt anzugreifen.
Weil die Spieler nach einer gewissen Zeit selbst das größte Spielfeld und alle Tricks wie ihre Westentasche kennen, kann der Server verschiedene Maps laden. Ein besonderes Feature fällt erst auf, wenn man mal tagsüber und mal nachts spielt: Der BZFlag-Server liest aus der Uhr des Rechners die Tageszeit und verändert entsprechend die Lichtverhältnisse im Spiel. Im Klartext: Ist dort, wo der Server steht, gerade Nacht, ist auch der BZFlag-Himmel schwarz.
BZFlag ist ein reines Multiplayer-Spiel und man braucht einen Server, um es spielen zu können. Es lässt sich zwar auch ein Server auf »localhost« starten und ein weiterer Client mit einigen Robots mit diesem Server verbinden, doch die kriegerischen Fähigkeiten der Robots sind recht begrenzt und so mag - ohne Server und Netzverbindung - kein rechtes Spielgefühl aufkommen.
BZFlag ist ein einfaches, unkompliziertes Spiel und begeistert dank vieler kleiner Einzelheiten. Der Nachteil: Weil das Spiel auf der OpenGL-Bibliothek basiert, braucht man eine Grafikkarte mit beschleunigtem Treiber.
XChat 2.0
Wer von Windows auf Linux umsteigt, vermisst schon mal einen Ersatz für MIRC, den De-facto-Standard fürs Chatten im IRC unter Windows. Hier hilft XChat[2], das viel Ähnlichkeit mit MIRC hat. XChat basiert auf der GTK++-Bibliothek und hat mit dieser viele Änderungen mitgemacht. Anfang Februar wurde die letzte Major-Release von XChat in Version 2.0 vorgestellt, die auf GTK 2.0 basiert. Mit Version 2.0.2 ist der 2.0er Tree nun endgültig im Maintenance-Mode - Grund genug also, einen kurzen Blick auf die neue Major-Version zu werfen.
Der Anwender erkennt eine Neuerung, sobald er den Client startet: Durch die Umstellung auf GTK 2 wirkt die Oberfläche moderner und vielerorts runder. Da XChat 2 GTK-Themes benutzt, passt es sich automatisch an die persönlichen Einstellungen an, die zum Beispiel über das Gnome-Konfigurationsmenü ausgewählt wurden. Viele Icons sind neu, auch die Struktur der Menüs wurde überarbeitet.
Bei den Schriften hat sich ebenfalls einiges getan: XChat 2 unterstützt jetzt das schnelle Rendern von Schriftarten. Außerdem fanden viele kleinere Features ihren Weg in den Client, so zum Beispiel die Möglichkeit, den Hintergrund transparent zu schalten. An der Oberfläche haben die Verbesserungen nicht Halt gemacht: Während der Perl-Support in XChat 1.8 noch statisch einkompiliert war, kommen in der neuen Version Plugins zum Zuge.
Das hat gleich mehrere Vorteile: Einerseits kann man mit Plugins die verfügbaren Ressourcen besser handhaben. Andererseits ist ein Programm, sobald ein Plugin-Interface vorhanden ist, nahezu beliebig mit Zusatzfunktionen erweiterbar. Schon bald, nachdem Plugins funktionierten, entstanden zusätzliche Erweiterungen für Python und Tcl-Skripte. Mit Perl, Python und Tcl bietet der IRC-Client eine der umfangreichsten Skriptsprachen-Unterstützungen.
Clients im IRC - und gerade in eher technischen Kanälen - benutzen häufig verschiedene Zeichensätze. Deswegen kann der eine oft nicht lesen, was der andere schreibt. Ein Beispiel: Red Hat hat als Default einen UTF-8-Zeichensatz. Wenn nun ein Benutzer von einer Red-Hat-Maschine aus im IRC chattet, werden alle Chatter, die mit dem älteren ISO-8859-1 als Zeichensatz arbeiten, nur kryptische Zeichen sehen, sobald der Red-Hat-Benutzer Umlaute verwendet.
XChat 2.0 hat für dieses Problem eine intelligente Lösung gefunden: Hier gibt es das »/charset«-Kommando, mit dem sich der verwendete Zeichensatz in XChat on the fly verändern lässt. Damit kann man im laufenden Betrieb den Zeichensatz je nach den aktuellen Gegebenheiten umstellen. Probleme durch nicht lesbare Zeichen auf der einen oder der anderen Seite gehören der Vergangenheit an.
Alles in allem macht XChat 2.0 einen sehr guten Gesamteindruck. Die Oberfläche ist funktionell und trotzdem nicht zu aufdringlich, die Struktur der Menüs ist gut durchdacht und es dauert in den meisten Fällen nicht sehr lange, bis man den Schalter für eine bestimmte Funktion gefunden hat. Das exzellente Font-Rendering und die sehr große Stabilität runden das Angebot ab.
Abbildung 2: Viele kleine Details haben sich in der 2.0er Version von XChat verändert.