Linux ist nicht das einzige Open-Source-Betriebssystem: FreeBSD[1] und seine nahen Verwandten OpenBSD[2] und NetBSD[3] sind freie Abkömmlinge des 4.3er BSD und des 4.4er BSD Lite, die an der Universität von Berkeley entwickelt wurden (siehe Kasten "BSD-Geschichte"). Der folgende Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen Linux auf der einen Seite und FreeBSD auf der anderen.
BSD-Lizenz und GPL
Einen Teil seines Erfolgs verdankt Linux seiner Lizenz, der GPL[4]. Der Lizenz unterliegt von Haus aus die ganze GNU-Software, die ja einen erheblichen Teil jeder Linux-Distribution ausmacht: die GNU Compiler Collection, Make, Emacs, GNU Privacy Guard, die Bash sowie die GNU Binary Utils wie »tar«, »sed«, »awk« und »gzip«.
Die GPL verlangt, dass die Programmierer jede Änderung an GPL-Code ebenfalls dieser Lizenz unterstellen und der Öffentlichkeit zugänglich machen müssen. Im Gegenzug hat das GNU-Projekt Linux als Zielbetriebssystem angenommen - wohl auch, weil GNU Hurd sich nur sehr langsam entwickelt.
FreeBSD unterliegt einer eigenen freien Lizenz, die jedoch keinen solchen Zwang wie die GPL vorsieht: So müssen Änderungen nicht publik gemacht werden. Sie verlangt lediglich, das angegebene Copyright nicht zu entfernen[5]. Ein bekanntes Beispiel für nicht-öffentlichen Code, den die BSD-Lizenz zulässt, ist Mac OS X, das auf FreeBSD basiert und das Apple als proprietäre Software verkauft.
Aus einem Hause - aus einem Guss
Eine Linux-Distribution besteht bei weitem nicht nur aus dem namengebenden Kernel. Die vielen Tools und Programme, die das System komplettieren, fügt der jeweilige Distributionshersteller hinzu. Die Firma oder das Projekt bestimmen dabei (zumindest zum Teil) die Dateisystem-Hierarchie selbst - wo Konfigurationsdateien und Programme liegen und welche Dateisysteme verfügbar sind.
Trotz einiger nützlicher Projekte für die Vereinheitlichung der Linux-Distributionen gibt es nennenswerte Unterschiede: SuSE Linux zum Beispiel installiert große Programme wie Open Office nach »/opt«, während Debian »/opt« fremd ist. Das kann beim Installieren Distributions-fremder Software zu Problemen führen, die aber mit Symlinks und Ähnlichem zu kitten sind.
FreeBSD hingegen ist aus einem Guss, denn der Kernel und die C-Bibliothek sowie Systemkommandos, Compiler, aber auch Netzwerk-Services wie Sendmail, Kerberus und Bind kommen aus einer Hand und sind ideal auf das System eingestellt. Zusätzliche Software, die nicht vom FreeBSD-Kernteam stammt, wird über die Ports beziehungsweise Packages (siehe unten) installiert.