Karin ist noch neu in der Firma und als Teamassistentin dafür zuständig, dass Organisation und Koordination klaglos funktionieren. Doch selbst wenn sie dabei beste Arbeit leistet - für den Linux-Administrator der Firma ist der Neuzugang ein Albtraum. Denn auf Karins Arbeitsrechner soll der flächendeckende Einsatz von Linux als Desktop-Betriebssystem erprobt werden.
Aber Karin hat bisher an einem Windows-Rechner gearbeitet. Und jetzt KDE oder Gnome mit Sawfish oder Twm? Das hieße eine ungewohnte Benutzerführung und die Einarbeitung in neue Programme. Setzte ihr der Kommandozeilen-gewohnte Linux-Admin ungetunt ein Linux-System aus der Box vor, wäre Protest programmiert.
Da soll der Linux-Rechner besser gleich wie das gewohnte System aus Redmond aussehen und so zumindest die psychologische Hürde niedrig setzen: KDE 3.1 ähnelt mit seinem Keramik-Standardfarbschema sehr stark Windows XP. Außerdem bietet es gleich beim ersten Start an, einige Verhaltensweisen und das Aussehen an X11, Windows oder die Mac-Oberfläche anzupassen - und das schnell und einfach. Gnome, das zweifelsfrei Vorzüge wie einen geringen Ressourcen-Bedarf hat, kommt hier derzeit nicht mit.
Update auf KDE 3.1
Beispielhaft an Woody alias Debian 3.0[1] zeigt dieser Workshop, wie Sie als verantwortlicher Admin für einen Arbeitsplatzrechner die Oberfläche Karin-kompatibel designen. Woody ist seit einem knappen Jahr draußen - für ein Debian nicht zu alt. Zu alt aber, um das aktuelle KDE 3.1 zu enthalten. Als Oberfläche dümpelt dort noch KDE 2.2.2 - kein Vergleich mit dem bunten Windows XP. Doch die Desktop-Oberfläche aufwerten ist wenig aufregend. Fügen Sie in der Datei »/etc/apt/sources.list« die Zeile
deb http://ktown.kde.org/~nolden/kde
stable main
hinzu, um anschließend mit einem »apt-get update« die Paketliste zu aktualisieren. Ein beherztes
apt-get install kdebase kdm
auf der Konsole installiert die für den Oberflächenbetrieb notwendigen stabilen Pakete aus dem Netz. Statt der genannten »ktown.kde.org«-Adresse (wo in der Readme-Datei übrigens sehr ausführlich auf die Probleme beim Wechsel von KDE 3.0.x auf 3.1 eingegangen wird) könnte man auch die offizielle Adresse[2] eintragen. Allerdings hat die zuerst genannte Adresse den Vorteil, dass auch KOffice in der neuesten, fehlerbereinigten Version 1.2.1 schon für KDE 3.1 ausgelegt ist. Mit
apt-get install koffice
wechseln Sie von der alten Version auf KDE 3.1. Damit sowohl der Desktop als auch KOffice auf Deutsch erscheinen, ist der Sprachensupport zu installieren:
apt-get install kde-i18n-de koffice-i18n-de
Sehr wichtig - nicht nur für Teamassistenten - ist das Adressbuch mit Telefonnummern, Anschriften und E-Mail-Adressen. Im KDE-Basispaket steckt keines. Das findet sich im Paket Kdepim (»apt-get install kdepim«) und nach der Installation als Eintrag »KOrganizer« im Menü »Programme«.
Außerdem ist in dem Paket Kdepim mit KAlarm ein Alarm- und Erinnerungsnachrichten-Planer enthalten. Nun fehlt an KDE-Paketen zum Arbeiten eigentlich nur noch das Paket Kdeutils, das das Tool KFloppy zum Formatieren von Disketten enthält.
In Sachen Oberflächenergonomie empfiehlt es sich sehr, die Kantenglättung der Schriften (Antialiasing) einzuschalten. Überprüfen Sie das im Kontrollzentrum unter »Erscheinungsbild & Design | Schriften | Kantenglättung (Anti-Aliasing) für Schriften verwenden«.
Flash-Player
Wer im Internet surft, stößt ständig auf Seiten mit Schaubildern oder anderen Grafiken, für die das Flash-Plugin von Macromedia erforderlich ist. Das steht für die aktuellen Distributionen von Mandrake, Red Hat und SuSE als RPM unter[3] bereit. Für Debian gibt es ein Paket, das die Installation automatisiert. Allerdings benötigt es eine Version der Ruby-Libraries aus dem »unstable«-Zweig, sodass der vorsichtige Administrator besser auf die »tar.gz«-Datei ausweichen sollte.
Mit dem Installationsskript »flashplayer-installer« ist das Plugin schnell einsatzbereit. Das Skript weist darauf hin, dass die Ghostscript-Fontpakete »gsfonts« und »gsfonts-x11« benötigt werden; die sind aber in einer Debian-Standardinstallation meist schon vorhanden.
Das Flash-Plugin sollte Root systemweit im Mozilla-Plugin-Verzeichnis installieren, also unter »/opt/mozilla/plugins« oder »/usr/lib/mozilla/plugins«. Danach ist Mozilla neu zu starten. Dem Konqueror bringen Sie das neue Plugin bei, indem Sie über »Einstellungen | Konqueror einrichten | Plugins« die Schaltfläche »Nach neuen Plugins suchen« wählen. Wird danach mit [F5] eine Seite neu geladen, erscheint die Flash-Animation.
Abbildung 1: Fehlende Information: Ohne das Flash-Plugin wird das Schaubild nicht angezeigt.
Abbildung 2: Grafiken im Flash-Format sind für Konqueror nach der Installation des Plugins kein Problem.