Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2003

Der Monat auf Linux-Community.de

Wende auf dem Desktop?

Die Linux New Media AG - Herausgeberin des Linux-Magazins - betreibt im Internet die Diskussions- und News-Plattform www.linux-community.de. Wir werfen einen Blick auf die dort kontrovers diskutierten Ereignisse der letzten Wochen.

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Bringt Adobe bald Linux-Produkte auf den Markt? Mit dieser heißen Frage beschäftigte sich das Forum der Linux-Community in der letzten Zeit am meisten. Die entsprechend lange Diskussion dazu ist unter [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=5759] zu finden. Anlass für den Beitrag war ein Interview mit Adobe-Chef Bruce Chizens, das ein Community-Mitglied in der Zeitschrift "MacUp" [http://www.macup.com] gefunden hat.

Darin sagt Chizen sinngemäß, dass er solche Dinge aus der Sicht der Kunden sehe: Wenn die Kunden Linux einsetzen, dann müsse die Firma auch Produkte für diese Plattform anbieten. Besonders interessant war die Feststellung, die Formulierung lasse durchblicken, Adobe habe schon fertige Versionen der Software in der Schublade.

Modernisierung

Den Optimismus bremst natürlich der Hinweis auf die bereits wieder eingestellten Bemühungen, das Programm Framemaker auf Linux zu portieren [http://www.linux-community.de/Neues /story?storyid=677]. Damals hatte Adobe über ein Jahr lang Bugreports von Betatestern auf den ganzen Welt eingesammelt - und am Ende die Entwicklung eingestellt. Die Webseite zu diesem Projekt ist allerdings immer noch online. [http://www.adobe.com/products/framemaker/fmlinux.html]

Damals lautete die Begründung, dass es derzeit keinen Markt für ein solches Produkt gebe. Allerdings trug sich Adobe wohl auch mit Bedenken gegenüber einer angeblichen Kostenlos-Mentalität der Linux-Anwender. In einer Meldung auf der "PC Welt"-Homepage [http://www.pcwelt.de/news/linux/12418/] liest man von Angst vor Raubkopien.

Nach Auskunft eines Mitglieds basierte die alte Portierung auf einer Solaris-Version und nutzte die Motif-Bibliothek. Zudem wurde das heute veraltete X11-R5-System eingesetzt. Daran müsste sich nach Ansicht der Members einiges ändern. Ein modernes Widget-Set, eine ordentliche Zwischenablage sind nur der Anfang. Eine solche Software sollte unbedingt auf die beschleunigten Funktionen der Grafikkarte zugreifen.

Die Frage nach den Linux-Produkten ist letztlich das alte Lied von Linux auf dem Desktop. Dazu hat auch die Meta Group [http://www.metagroup.com] noch einen Beitrag geleistet, indem sie in einer Studie Linux als so starken Desktop-Markt der Zukunft prognostiziert, dass Microsoft nicht mehr umhin komme, Linux-Versionen von seinen Produkten zu entwickeln.

Gentoo vs. Linux

Gentoo, der Neuling unter den Distributionen, hat durch sein Design und die Aktualität der Pakete viele Anwender auf seine Seite gezogen. Mit einem Posting auf der LC tritt ein deutscher Gentoo-Anwender und -Entwickler dem Vorwurf entgegen, Gentoo würde Debian die User abschöpfen. [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=5696] Einige Mitglieder outen sich als Gentoo-Anwender und erläutern ihre Beweggründe für einen Wechsel von Debian nach Gentoo.

An erster Stelle steht dabei der Wunsch, möglichst neue Software auf dem Rechner zu haben. Debian bietet zwar ebenfalls einen Source-Tree an, aus dem die Pakete kompiliert werden können. Damit seien zwar Optimierungen möglich, aber aktueller ist die Software nicht. Ein Mitglied schlug außerdem vor, den Gentoo-Source-Tree nach Debian zu portieren. Da es sich bei dem Build-System von Gentoo nur um einige Python-Skripte handelt, könnte der Aufwand durchaus vertretbar sein.

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