Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2003

Digi Edgeport/2 USB-Seriell-Adapter im Test

Aus Alt mach Neu

Der Legacy-Free-PC rückt immer näher - USB sei Dank. Gerade bei kompakten Servern verzichten viele Hersteller aus Platzgründen auf die alten seriellen und parallelen Schnittstellen. Wer ein altes serielles Gerät anschließen will, benötigt einen Schnittstellen-Wandler.

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Die Wintel-Allianz treibt seit Jahren die Entwicklung zum Legacy-PC an: Serielle und parallele Schnittstellen sowie die PS/2-Anschlüsse sollen USB weichen. Das spart nicht nur Platz auf der Rückseite von PCs und Notebooks, durch Verzicht auf die Southbridge lässt sich das Mainboard weiter verkleinern.

Im professionellen und industriellen Umfeld sind serielle Geräte noch vergleichsweise häufig im Einsatz, etwa als Datenkanal zur USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung), fürs Steuern von Power-Switches, als Konfigurationsport von Switches oder Routern, in der Industrie für Steuer- und Regeleinheiten in verschiedensten Bauformen.

Auf der anderen Seite fehlen gerade miniaturisierten PCs auf Einsteckkarten oder in 1-HE-Gehäusen die Legacy-Schnittstellen, meist sind nur ein bis zwei USB-Anschlüsse herausgeführt. Die Nachrüstung einer PCI-Karte mit seriellen Anschlüssen scheitert oft an den Ausbaumöglichkeiten von Kompaktrechnern, hier sorgen die Konverter der Digi-Edgeport-Familie von Inside Out Networks für Abhilfe.

Aus USB macht seriell

Die Konverter werden an den USB-Port angeschlossen und bieten zwei, vier oder acht serielle Schnittstellen (RS-232) mit der maximalen Transferrate von 230 KBaud. Die USB-1.1-Geräte beherrschen maximal 12 MBit/s, selbst bei Volllast auf dem Acht-Port-Modell bleibt so noch genug Bandbreite für den reibungslosen Betrieb. Angenehm fällt auf, dass die Stromversorgung über den USB-Anschluss erfolgt - ein separates Netzteil bleibt dem Anwender erspart.

Für den mobilen Einsatz als Notebook-Erweiterung ist der Edgeport/2 aber nicht gedacht: Es ist kein Anschluss für ein externes Netzteil vorgesehen, an PCMCIA-USB-Adaptern, die keine Versorgungsspannung liefern, lässt sich der Edgeport/2 deshalb nicht betreiben. Ebenfalls hinderlich ist die Größe des Geräts: Mit einer Grundfläche von knapp DIN A5 passt es gerade eben noch in die Jackentasche.

Der aktuelle Linux-Kernel 2.4.20 enthält bereits die benötigten Module »usbserial« und »io_edgeport«, weitere Treiber sind nicht erforderlich. Auch die Kernel aktueller Distributionen wie etwa Red Hat 8.0 enthalten den Treiber bereits von Haus aus.

Volle Geschwindigkeit

Sind die Module geladen, stehen die Devices »/dev/ttyUSB0«, »/dev/ttyUSB1« und so weiter zur Verfügung. Bei Verwendung von »devfs« ist es entsprechend »/dev/usb/tts/0« für den ersten seriellen Anschluss. Die Schnittstellen sind wie gewohnt ansprechbar.

In einem Testlauf bewältigte der Edgeport/2 die Z-Modem-Übertragungen bei voller Geschwindigkeit ohne Fehler, sowohl bei 230400 Baud zu der eigenen zweiten Schnittstelle (wobei mit 22281 Bytes/s das theoretische Maximum nahezu erreicht wurde) als auch mit 115200 Baud zur eingebauten seriellen Schnittstelle des Testrechners.

Einziger Wermutstropfen: Die Beschriftung der Ports am Gerät scheint der Hersteller vergessen zu haben. Der USB-Port ist zwar schwerlich mit den seriellen Anschlüssen zu verwechseln, doch welche der seriellen Schnittstellen ist die erste, welche die zweite - nicht zu erkennen.

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