Ulmer Linuxtag 2002
Linux in den Mittelstand
In Ulm fand am 9. November der Linuxtag in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer statt, ein Aktionstag, der schwerpunktmäßig Linux und Mittelstand bekannt machen sollte.
In Ulm fand am 9. November der Linuxtag in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer statt, ein Aktionstag, der schwerpunktmäßig Linux und Mittelstand bekannt machen sollte.
Der Ulmer Linuxtag, der in diesem Jahr in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Ulm stattfand, sollte sich schwerpunktmäßig an kleine und mittelständische Unternehmen richten. Sowohl die örtliche LUG als auch die Aussteller kritisierten jedoch die kaum wahrnehmbare Öffentlichkeitsarbeit der IHK Ulm. "Wir waren beispielsweise enttäuscht darüber, dass keine Plakate gedruckt wurden", sagt Holger Lindemann von der Ulmer Linux-Usergroup.
Mit rund 800 Besuchern registrierte die LUG Ulm einen leichten Rückgang der Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr. Die IHK zählte sogar nur 600 Besucher, zeigte sich aber mit dem Resultat zufrieden: "Für eine Veranstaltung von diesem Umfang ist das ein gutes Ergebnis", so ein Mitarbeiter der Handelskammer.
Ansonsten argumentiert die IHK mit dem Rotstift. Die Werbemittel seien den Einsparungen zum Opfer gefallen. Der Veranstaltungsort lag in diesem Jahr nicht in unmittelbarer Nähe der Ulmer Innenstadt, sodass wenig Laufpublikum im Vorbeigehen eine Blick in die Räume der Industrie- und Handelskammer gewagt hat. Zudem war das Wetter am Samstag nicht einladend.
Die Idee zu einem gemeinsamen Linuxtag ist schon vor gut anderthalb Jahren aus der Taufe gehoben worden. Da Mitglieder der LUG bei der IHK als Dozenten arbeiten, kamen beide Parteien schnell ins Gespräch. Die Ulmer LUG, die nicht als Verein eingetragen ist, braucht schon aus versicherungstechnischen Gründen einen Partner für ihre Großveranstaltungen.
Allen Abwesenden entging ein interessantes Programm, denn die Mitglieder der Linux-Usergroup Ulm konnten zahlreiche Vorträge und Workshops organisieren, die bei den Anwesenden regen Zuspruch fanden. Peer Heinlein berichtete über die Zertifizierung für Linux-Profis mittels LPI-Prüfung und über sein Spezialgebiet - Mailserver. Hier zeigte er, wie man einen Mail Transport Agent richtig absichert. Sebastian Wolfgarten, der Autor des neuen Apache-Buchs aus dem Verlag Addison-Wesley, informierte über diesen Webserver.
Die Mitglieder der LUG standen den Besuchern an einigen Demopoints Rede und Antwort zur Installation des Linux-Systems oder der Textverarbeitung mit Latex. "Gleich um Viertel nach zehn war eine ganze Menge los. Zwar wurde überall noch ein wenig gewerkelt, aber das störte den lockeren Beginn überhaupt nicht. Das Verhältnis zwischen den Ausstellern, Referenten und der LUG Ulm kann ich nur als ausgezeichnet bezeichnen", berichtet Holger Lindemann. "Die Vorträge, an denen ich teilnahm, waren sehr gut besucht und wurden von den Zuhörern gespannt verfolgt. Auf den Fluren und in der Halle waren Fachgespräche zu belauschen. Es wurde gefragt, diskutiert und geredet."
Ralf von Petersdorff, Geschäftsführer der 1stBnA und Aussteller auf dem Linuxtag, lobt die Arbeit der LUG ebenfalls: "Die haben sich richtig ins Zeug gelegt." Petersdorff hatte mit seiner Mannschaft am Freitagabend noch kräftig mit Hand angelegt, damit die Aussteller auch auf das Internet zugreifen konnten. Einer seiner Angestellten hatte kurzerhand noch einen Router aufgesetzt - alles natürlich unter Linux.
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