Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2002

LUUG Heilbronn

Schmelztiegel Usergroup

In Heilbronn hocken BSD-Unixer und Tux-Freunde zusammen an einem Tisch und arbeiten in verschiedenen Projekten an der Verbreitung freier Software.

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Gehen Sie mal zum Linux-Tag und stellen Sie fest, wo wir Linux in unserer Behörde sinnvoll einsetzen können, so hatte der Chef einen klaren Auftrag erteilt. Der Autor dieses Beitrags war 2001 der Empfänger dieser Botschaft.

Sicher war es langfristig sinnvoll, Gleichgesinnte aus der Region zu finden. Schließlich wird man auf einem Linux-Tag nicht alle Fragen los. Das Ergebnis der Recherche fiel enttäuschend aus: "Nein, im Raum Heilbronn gibt es keine Usergroup", so war von einem alten Linux-Hasen in Stuttgart zu hören, der gerade begeistert die Aktivitäten des letzten Linux-Camps vorgestellt hatte.

Doch bevor sich Resignation breit machen konnte, fasste der Befragte nach: "Woher kommst du denn?" Die Antwort des Linux-Tag-Besuchers lautete: "Aus Gundelsheim am Neckar!" "Tja, da gibt es tatsächlich keine Linux Usergroup. Aber an dem Stand dort drüben gibt es mindestens zwei Typen, die aus Gundelsheim kommen."

Schnell kam ein erster Kontakt zustande und knapp drei Monate später wurde der Gundelsheimer Computerclub, der GCC, aus der Taufe gehoben, der - sein Name deutet es ja bereits an - so etwas wie die erste Heimat für die späteren Gründungsmitglieder der LUUG Heilbronn war.

Gundelsheimer CC

Bald schon stellte sich heraus, dass es neben den Vertretern der Fensterwirtschaft auch solche gab, die ein Betriebssystem einsetzten. Warum also nicht zwei Clubs aufmachen? Spiele-Abende abhalten und daneben ernsthaft arbeiten, das klang schließlich prima. Damit war der Weg für eine LUG frei.

Obwohl der besagte Linux-Tag-Besucher später absoluter Tux-Fan wurde, musste er sich dennoch beruflich mit AIX (der Unix-Variante von IBM) befassen. Andere wiederum plädierten eher für das Betriebssystem FreeBSD als für Linux. Die dritte Gruppe hatte sich das neue OS X von Macintosh auf die Fahne geschrieben. Und auch Sun-Solaris-Jünger waren in der Gruppe vertreten.

Alle Mann ins Boot

Da man alle Unixer in ein Boot holen und niemanden ausgrenzen wollte, beschloss man unter LUUG Heilbronn (Linux Unix User Group Heilbronn) zu firmieren. Klar war dabei von Anfang an - der Name sagt es schon - dass Linux nicht zu kurz kommen sollte.

Und so ist es auch geblieben: Während einige Mitglieder die Linux-Camps oder Linux-Tage besuchen und mit anderen Leuten oder Computerclubs Kontakt halten, unterstützen andere aktiv die Neueinsteiger, sei es mit Artikeln, Berichten oder Kurzanleitungen.

Wieder andere, etwa der inoffizielle Chef Tim Weippert, kümmern sich um die strategische Ausrichtung der LUUG Heilbronn und organisatorische Fragen bei den Treffen. Auf diese Weise hat jeder seine Aufgabe gefunden und jeder hilft jedem mit oft ganz unkonventionellen Ratschlägen und Tipps.

Insofern kann man Linux-Anfänger im Heilbronner Raum nur fröhlich ermutigen, sich einfach mal auf LUUG-Abenden sehen zu lassen. Experten sind natürlich auch sehr herzlich willkommen, etwas lernen kann man schließlich bei den Abenden fast immer.

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