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Linux-Magazin 12/2002

United Linux: Installation, Sicherheit, Standards

Gemeinschaftsküche

SuSE, SCO, Turbolinux und Conectiva wollen mit United Linux mehr Akzeptanz im Markt schaffen, Linux vereinheitlichen und tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln. United Linux 1.0 erscheint Mitte November. Wir haben anhand der fast fertigen Distribution überprüft, ob viele Köche den Brei verderben.

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Vernunftlösung im Kampf gegen schwindenden Einfluss oder wirklich strategische Vision? Die Motive der vier Gründer von United Linux dürften sich im Detail unterscheiden. Wichtig aber ist, um einen berühmten Saumagen-Gourmet zu zitieren, "was hinten rauskommt". Und das ist eine Linux-Distribution, kein Standard, kein Whitepaper, sondern reale CDs mit Software. Aller Voraussicht nach werden diese am 18. oder 19 November verfügbar sein. Die vier Teilnehmer zeigen sich jedenfalls entschlossen, den ursprünglichen Zeitplan einzuhalten.

So weit, so einfach. Der Rest aber ist erklärungsbedürftig. Diese Linux-Distribution soll in Reinform nicht zu den Endkunden gelangen, vielmehr werden die vier Distributoren Serviceleistungen und zusätzliche Software beipacken, also ein "Value Added"-Konzept fahren - oder "Freedom Substracted", wie Richard Stallman, der Gründer der Free Software Foundation, sagte.

Es dürfte ziemlich sicher sein, dass die von United Linux abgeleiteten Produkte "Per Seat"-Lizenzen haben, also nicht frei im Unternehmen verteilt werden dürfen. Schon United Linux selbst ist ja dank Yast-Lizenz nicht frei an Dritte verteilbar, obwohl es innerhalb des Unternehmens beliebig oft kopiert und unbeschränkt genutzt werden darf. Zumindest gilt das für die Lizenzbestimmungen der uns vorliegenden Vorab-Version. Diesem Nachteil für den Endanwender steht gegenüber, dass große Softwarehersteller wie Oracle, BEA oder natürlich IBM ihre Produkte für United Linux zertifizieren werden. Für Hardwarehersteller gilt das Gleiche.

Damit können typische Wiederverkäufer wie Systemhäuser oder Anbieter von Unternehmenssoftware die von United Linux abgeleiteten Produkte wie jedes andere Betriebssystem behandeln, Gesamtlösungen daraus stricken und Lizenzen verkaufen. United Linux kommt also nur durch die Vordertür in die Unternehmen. Der oft zitierte Administrator, der Windows auf dem Server durch Linux ersetzt, ohne dass der Chef es merkt, ist als Zielgruppe uninteressant geworden.

SuSE gibt den Ton an

Wer bei United Linux den Ton angibt, ist klar. Integrator, also Hersteller der Distribution, ist SuSE. Deshalb ist es keine Überraschung, dass Yast als zentrales Werkzeug für die Installation und Konfiguration zum Einsatz kommt. United Linux richtet sich an Server-Betreiber, eine voll ausgestattete Desktop-Umgebung wird man deshalb ebenso wenig erwarten wie die perfekte Sammlung von Entwicklungswerkzeugen.

Wie United Linux unter der Haube aber wirklich aussieht, erfahren Sie ab der nächsten Seite. Wir hatten die Gelegenheit, noch kurz vor Redaktionsschluss den Release Candidate 2 genauer zu betrachten.

Standards und United Linux

Wie sich United Linux an die Standards hält, steht im darauf folgenden Beitrag. Zwar haben die Linux Standard Base (LSB) und die Free Standards Group andere Ziele als United Linux, beiden geht es aber im weitesten Sinne um eine Vereinheitlichung. Viele derzeitige und ehemalige Mitarbeiter von SuSE und SCO sind auch federführend bei der Definition von LSB-Standards.

Ein Bericht über die in Europa weniger bekannten United-Linux-Mitglieder Conectiva aus Brasilien und das im Fernen Osten aktive Turbolinux sowie ein Interview mit General Manager Paula Hunter runden unseren Schwerpunkt ab.

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