Open Source im professionellen Einsatz

Der Monat auf Linux-Community.de

Wachtelbrust und Kernel-Kuchen

Die Linux New Media AG - Herausgeberin des Linux-Magazins - betreibt im Internet die Diskussions- und News-Plattform www.linux-community.de. Wir werfen einen Blick auf die dort kontrovers diskutierten Ereignisse der letzten Wochen.

Im Vorfeld der Linux World Expo in San Francisco hat sich die Marketing-Abteilung des Distributors Red Hat auf die Suche nach Partnern aus der freien Entwicklerszene gemacht und fragte dabei unter anderem auch beim KDE-Projekt an, ob bei den Mitgliedern Interesse an einer Zusammenarbeit bestünde. Die Bedingungen waren allerdings hart: Auf allen PCs am KDE-Stand sollte Red Hat laufen. Im Gegenzug sollte KDE mit seinem Logo bei Red Hat am Stand in Erscheinung treten.

Red Hats Offerte

Sowohl KDE-Developer als auch die Mitglieder der Linux-Community diskutierten die merkwürdige Offerte des amerikanischen Konzerns [http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=4426]. Rene Staack vermutet: "Das scheint amerikanisches Business-Verhalten zu sein, bei dem man, meiner Meinung nach, mit unlauteren Mitteln versucht, die Konkurrenz aus dem Wettbewerb zu drängen. Man scheint sich etwas vom Microsoft-Marketing abgeschaut zu haben. Das Verhalten der KDE-Entwickler ist angemessen. Da kann man nur hoffen, dass sich andere Entwicklerteams daran ein Beispiel nehmen. Red Hat ist nicht Linux, nur eine Distribution wie viele andere, auch wenn sie sehr erfolgreich ist."

Ralf Kolleß erwidert: "Unlautere Mittel sind das eigentlich nicht. Eher scheint es mir, als ob da einige Consultants bei Red Hat den Stellenwert von KDE unterschätzen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass in den USA Linux ein Synonym für Red Hat ist. Daher ist es für andere Distributoren dort so schwer, ihre Bundles an den Markt zu bekommen." "Nein, unlauter sind die Methoden sicher nicht. Aber sie hinterlassen schon ein Gschmäckle", meint Peter Sütterlin.

Neuen Kernel backen

Die Nachricht, dass Marcello Tossati den Kernel 2.4.19 freigegeben hat, stieß bei den Mitgliedern der Community auf großes Hallo [http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=4479]. Es hatte ja mit der 2.4-Serie eine ganze Weile arge Probleme gegeben. Aber auch der Maintainer selbst hatte Schwierigkeiten. Dazu schreibt Henry Jesuiter: "Einerseits hatte Marcello ja Probleme mit der amerikanischen Einwanderungsbehörde, andererseits wollte er wohl sichergehen, dass im überarbeiteten IDE-System keine Fehler mehr drin sind. (Meines Erachtens seit Pre8 nicht mehr, denn seitdem funktioniert der Preemption-Patch bei mir wieder.)"

Christian Nobis setzte sich nach Erscheinen des neuen Kernels gleich an den Rechner und fing damit an, ihn zu konfigurieren und zu übersetzen. Dazu gibt er eine sehr kurze Anleitung, wie man eine Initrd erstellt und sie korrekt in die Datei »lilo.conf« einträgt. Eine Initrd oder auch Initial RAM-Disk enthält Treiber, die zum Starten des Rechners gebraucht werden, aber eigentlich nur als Modul vorliegen.

Paul Buhr betont, dass die Initrd nützlich sein kann, weil man so Module von Drittanbietern einbinden kann, die im Kernel-Baum nicht zu finden sind.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Als digitales Abo

Als PDF im Abo bestellen

comments powered by Disqus

Ausgabe 07/2013

Preis € 6,40

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook