LUG-Ingolstadt
Linuxtag selbst gemacht
In Ingolstadt werden nicht nur weithin bekannte Automobile hergestellt. Es bastelt auch eine aktive Linux-Usergroup an der Verbreitung des freien Betriebssystems.
In Ingolstadt werden nicht nur weithin bekannte Automobile hergestellt. Es bastelt auch eine aktive Linux-Usergroup an der Verbreitung des freien Betriebssystems.
Die Linux-Usergroup Ingolstadt (LUGIN) wurde im Herbst 2001 ins Leben gerufen, nachdem Alexander Braun einige Anfragen in den gängigsten Newsgroups sowie auf [www.linux.de] gestartet hatte. Der richtige Zeitpunkt für die Gründung schien gekommen zu sein: Innerhalb weniger Tage stieg die Anzahl der Interessierten auf 15 in der neuen Mailingliste.
Etwa zwei Monate später, in denen sich das noch knappe Dutzend Mitglieder virtuell näher kam, trafen sich etwa sechs bis acht Mitstreiter zum ersten Stammtisch. Dass es nicht bei den Stammtischen bleiben sollte, war schnell klar. Im neuen Jahr nahmen die ersten Vorträge Form an. Die LUGIN startete zudem eine Kooperation mit der Berufsschule I, die Räumlichkeiten stellte, und gewann die Volkshochschule als Veranstalter. Damit war der Weg frei für die ersten Ingolstädter Linuxtage Lin-Tux 2002, die am 10. und 11. Mai in den Räumen der Berufsschule I stattfanden.
Die Themen waren breit gestreut; sie reichten von einer Einführung in Linux- und Shell-Programmierung über einen Tex/Latex-Workshop, die Arbeit mit LAMP und einer Einführung in Networking on Linux bis zu TCP/IP-Highjacking, bei dem sich rege Diskussionen zur Absicherung von LANs entspannen. Das Publikum befasste sich zudem mit Easy Motif, einem GUI-Builder für Motif-Oberflächen. Jürgen Keidel, der dieses Toolkit zusammen mit Manfred Reimann verfasste, stellte es zum Abschluss der Veranstaltung vor.
Heute sind die Mitglieder der LUG in vielen Projekten aktiv: So beteiligt sich Dennis Wecker an der Lokalisierung des Debian-Junior-Projekts, Michael Forstner ist am OpenHBCI-Projekt beteiligt, das die HBCI-Schnittstelle auch auf den Linux-Desktop bringen soll, und Erhard Forchammer bringt sich mit Bugfixes und Beiträgen für verschiedene Security- Projekte ein.
Die Fragen nach Haftung und Rechtssicherheit warfen bereits während der Organisation der Lin-Tux den Gedanken auf, die LUGIN zu einem Verein zu machen, da sie seit ihrer Gründung nur ein loser Zusammenschluss von Linux-Begeisterten ist. Hier sind aber die Fragen nach Vereinsform, Zielsetzungen und Zugangsvoraussetzungen noch lange nicht geklärt, da ein Verein als solcher einen der Grundgedanken der Free-Software-Bewegung, nämlich die Offenheit nach allen Seiten, systemimmanent bereits ein wenig einschränkt.
Die LUGIN möchte jedoch sowohl in ihren Organisationsstrukturen als auch im Bereich des Knowledge-Sharings weiterhin die Offenheit nach außen erhalten, die es jedem ermöglicht, ungezwungen zu den Treffen zu erscheinen, seine Beiträge zu leisten oder nur als stiller Mitläufer sein Wissen aufzustocken, bis er selbst seinen Beitrag zur Gemeinschaft leisten kann.
Ein weiteres Projekt, das die Mitglieder derzeit in Angriff nehmen, ist der Aufbau einer kleinen CA für PGP und GPG-Keys, um die Kommunikation in der Gruppe abzusichern. Zwar hat der eine oder andere bereits einen zertifizierten GPG-Schlüssel, aber der Weg zu Messen, um dort bei einer bekannten CA seine Schlüssel zu zertifizieren, ist weit.
Die geplante LUGIN-CA möchte diesen Dienst auch lokal interessierten Internet- Teilnehmern anbieten, nicht zuletzt um auch das Bewusstsein um Sicherheit und Verschlüsselung bei der Kommunikation im Internet zu stärken. Ein weiteres Projekt richtet sich an Schulen: Es werden erste Versuche unternommen, um Linux auf dem Desktop von Lehrern zu etablieren, deren Hauptaugenmerk nicht auf dem Wegklicken von Schutzverletzungen liegt, sondern beim Nutzen des Rechners als Werkzeug.
Diese Pläne lassen nicht im Alleingang verwirklichen und so freuen sich die Linuxer von der Schanz über jeden neuen Gast, der bei den Stammtischen im Caf Tagblatt auftaucht und die Gemeinschaft belebt. (agr)
Infos |
| Webseite: [http://www.lug-in.de] E-Mail: [contact@lug-in.de] Mitgliederzahl: zirka 30 Gründung: September 2001 Treffen: jeden zweiten Sonntag um 16 Uhr im Caf Tagblatt, Ingolstadt Aktivitäten: GPG-CA geplant, verschiedene Workshops; Ingolstädter Linuxtage abgeschlossen |
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