Open Source im professionellen Einsatz

Der Monat auf Linux-Community.de

Gemeinsam für Linux

Die Linux New Media AG - Herausgeberin des Linux-Magazins - betreibt im Internet die Diskussions- und News-Plattform www.linux-community.de. Wir werfen einen Blick auf die dort kontrovers diskutierten Ereignisse der letzten Wochen.

Darf Linux einfach über E-Bay verkauft werden? Eine Frage, die sich der eine oder andere nach zahllosen vergeblichen Installationsversuchen wohl stellt. Kristian Albrecht hat die Community gefragt, nachdem er bei der Internetbörse ein Angebot von gebrannten CDs mit Distributionen gefunden hatte. Die Antwort ist gar nicht so einfach: Verschiedene Distributionen wie etwa die von SuSE haben lizenzierte Komponenten und können nicht einfach kopiert und verkauft werden. Darauf weist Doki Nafaso hin. [http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=3902]

Linux bei E-Bay

Michael Brandtner sagt dazu: "Das hier Linux synonym mit Linux-Distribution oder GNU/Linux verwendet wird, ist naheliegend. Auf die Frage gibt es erst mal die grundsätzliche Antwort Ja. Natürlich gibt es bei unterschiedlichen Distributionen unter Umständen Einschränkungen." Mats-Peter Schmitz weist in diesem Zusammenhang auf eine andere Tatsache hin: "Die andere Sache ist: E-Bay verbietet ausdrücklich den Verkauf von gebrannten CDs - gleich unter welcher Lizenz sie nun stehen."

"Ich finde es okay, wenn Kopien verkauft werden, so lange das zu einem fairen Preis geschieht. Natürlich ist klar, dass es einige schwarze Schafe gibt und immer geben wird, die versuchen andere übers Ohr zu hauen. Mein Tipp: In sehr vielen Regionen gibt es LUGs, die sicherlich helfen können", sagt Charlie dazu.

United Linux

Paul Buhr und Ulrich Wolf haben der Linux-Community über die neue Initiative einiger Firmen berichtet, die sich zusammenschließen, um eine einheitliche Linux-Distribution für die Industrie zu entwickeln.

Hans Kottmann dazu: "Die Frage, die sich für mich als Anwender stellt, ist die, ob dadurch ein Ende der Balkanisierung im Linux-Markt möglich werden wird. Doch wie's aussieht, dürfte dies leider nicht der Fall sein, da sich diese Zusammenarbeit nur auf den Businessmarkt beschränkt. So wird denn auch weiterhin jede Distri andere RPM-Pakete brauchen und das Chaos mit den unterschiedlichen Konfigurationen einzelner Distris wird erhalten bleiben. Schade eigentlich, denn eine Vereinheitlichung wäre für Linux und auch für die Distributoren die einzige Chance, auf dem Markt zuzulegen, und zwar nicht nur im Serverbereich."

Auch Tobias Gläßer ist optimistisch, hat aber auch Bedenken: "Ich begrüße diese Entwicklung, so eine Allianz von Distris habe ich schon lange erhofft. Mir macht es jedoch Angst, dass Red Hat sein eigenes Süppchen kocht und dabei offenbar auf die - oh Schreck - Unterstützung der Hardwarehersteller setzt."

Droht hier ein Szenario, das aus der Vergangenheit wohl bekannt ist? Ein übermächtiger Konzern, der mit seiner Marktstellung und seinen PR-Kampagnen alle Mitspieler auf seine Seite zieht und dadurch die Konkurrenten im Regen stehen lässt? Es bleibt also spannend um United Linux - das System bietet trotzdem mehr Chancen als Gefahren.

Mit Blick auf den Terroranschlag in New York am 11. September 2001 werden die abenteuerlichsten Thesen verbreitet: Die letzte Kampagne aus der Gerüchteküche kommt zur Abwechslung mal nicht aus Geheimdienstkreisen, sondern von der Alexis de Tocqueville Institution (ADTI). Diese mahnt nämlich, dass freie Software mit ihrem offenen Quellcode nicht in der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden sollte. Angreifer könnten sonst leicht Sicherheitslücken ausspähen, was durch einen geschlossenen Quellcode verhindert würde.

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Ausgabe 07/2013

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