Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 07/2002

Kurztest: Wireless-LAN-Karte Allnet ALL0192 mit Prism-3-Chipsatz

Völlig losgelöst

Drahtlose Netzwerke bieten Bewegungsfreiheit: Ob am Schreibtisch oder auf dem Balkon, der Laptop bleibt stets vernetzt. Günstige Karten mit Prism-3-Chipsatz machen Wireless LAN auch privat erschwinglich. Mirko Dölle

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Wireless LAN - nach IEEE 802.11b mit einer Datentransferrate von bis zu 11 MBit/s - hat sich bei drahtloser Vernetzung von Computern aller Art durchgesetzt. Inkompatible Geräte findet man nur noch selten, die meisten Karten erfüllen den als Wireless Fidelity (Wi-Fi) bezeichneten Standard.

Kernel-Support abschalten

Dazu zählt auch die PC-Card ALL0192 von Distributor Allnet. Die Karte ist mit dem neuen Prism-3-Chipsatz ausgestattet, der aber weder vom Linux-Kernel noch von den PCMCIA-Card-Services unterstützt wird.

Das Tar-Archiv »linux-wlan-ng-0.1.14 pre2« von [ftp://ftp.linux-wlan.org/pub /linux-wlan-ng/] enthält die benötigten Treiber für Prism-3-Chipsätze. Sie sind aber nicht für Kernel-PCMCIA geeignet, für die Installation benötigt man also einen aktuellen Kernel sowie die PCMCIA-Card-Services aus dem Download-Bereich von [http://pcmcia-cs.sourceforge .net/]. Getestet wurde mit Kernel 2.4.18 und den Card-Services 3.1.33

Nach Abschalten der PCMCIA-Unterstützung im »General setup« des Kernels und Deaktivieren aller Wireless-LAN-Module aus »Network device support« muss der Kernel neu übersetzt und installiert werden. Ein Neustart ist aber erst nach dem Kompilieren und Installieren der neuen Card-Services fällig. Andernfalls fehlt dem Kernel der PCMCIA-Support und PCMCIA-Netzwerkkarten oder externe CD-ROMs ließen sich nicht mehr ansprechen.

Zuletzt erfolgt das Übersetzen der Prism-Treiber aus dem Paket »linux-wlan-ng«. Vorsicht ist beim Zusammenspiel mehrerer unterschiedlicher Wireless-LAN-Karten geboten: Bei der Installation wird die Datei »/etc/pcmcia/wlan-ng.conf« angelegt, in der einige bereits von den Card-Services unterstützte Karten neue Treiber erhalten.

Für die Karte Allnet ALL0192 ist nur der Eintrag »Bromax OEM 11Mbps 802.11b WLAN Card (Prism 3)« mit Manufacturer-ID »0x0274, 0x1613« erforderlich, alle anderen Zuweisungen sollten auskommentiert werden. Die Einstellungen bezüglich Netz-Zugehörigkeit und ESSID sind in der Datei »/etc/pcmcia/wlan-ng .opts« vorzunehmen.

Anwendung nicht unkritisch

Als Access-Point wurde im Test der Groupserver Toshiba Magnia SG-20 verwendet, auf Client-Seite setzten wir das Dell Latitude C600 aus Linux-Magazin 04/01 ein. Zum Vergleich standen zwei Wireless-LAN-Karten PA3064U von Toshiba zur Verfügung.

Anders als die Toshiba-Karten benötigte die Allnet ALL0192 gelegentlich einige Sekunden, bis die Verbindung mit dem Access-Point bei 64-Bit-WEP-Verschlüsselung aufgebaut war. In seltenen Fällen war sogar ein Herausnehmen und erneutes Einsetzen der Allnet-Karte erforderlich. Was zu diesen Link-Problemen führte, blieb bis heute unklar.

Auch das Paket ALL0190 - bestehend aus ALL0192-WLAN-Karte plus PCI-Adapter mit Cardbus-Bridge Ricoh RL5c475 - bereitete unerwartet Probleme: Nach Laden des Prism-Moduls und erfolgreichem Verbindungsaufbau der WLAN-Karte zum Access-Point blieb der Kernel reproduzierbar stehen, allerdings nur im Zusammenhang mit dem Gigabyte-Mainboard GA7DXR. Auf anderen Testsystemen trat der Fehler nicht auf. Ein weiterer Nachteil des Bundles: Die ALL0192 hat keinen Antennen-Ausgang, je nach Aufstellungsort des Rechners kann die Datenrate durch ungünstige Abstrahlungsverhältnisse für die eingebaute Antenne sinken.

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