SuSE und Yast 1
06/02, S. 62: Mit Bedauern habe ich den Verlust von Yast 1 kennen lernen müssen. Yast 2 ist umständlich und macht in der Konsolenanwendung auch eine schlechtere Figur als der mir bekannte SCO Openserver, Version 5. SuSE hat es mal wieder geschafft, Kunden zu vergraulen. Ich werde jetzt überlegen müssen, ob ich nicht zu einem anderen Produkt greife, obwohl ich seit der Version 5.1 treuer Kunde bei SuSE bin.
Bernhard Rekemeier, per E-Mail
06/02, S. 62: Die Schlagzeile geht voll am Herzen der eingeschworenen langjährigen SuSE-User vorbei. Sie haben wahrscheinlich lange Diskussionen in den SuSE-Mailinglisten nicht verfolgt, aber es gibt sie noch, die Fans von Yast 1, und das in nicht geringer Zahl.
Das hat nicht nur nostalgische Gründe. Yast 1 lief - und zwar in jeder Lage. Die Routine hat kaum Voraussetzungen und ist schnell, flott und zuverlässig. Der Textmodus von Yast 2, so schreiben Sie im Artikel selber, ist alles andere als intuitiv bedienbar.
Leider ließ sich SuSE nicht umstimmen, als schon vor Monaten die ersten Gerüchte um die Stilllegung auftauchten und sofort eine Diskussion Yast 1 kontra Yast 2 einsetzte, deren Tenor die Weiterführung von Yast 1 neben Yast 2 war.
Marcus Röckrath, per E-Mail
Rein entwicklungsgeschichtlich betrachtet ist es nicht besonders sinnvoll, die These zu unterstützen: Never change a running system. Sonst säßen wir heute noch als Affen auf den Bäumen. Dass SuSE keinen mindestens ebenbürtigen Nachfolger von Yast 1 hinbekommt, steht in einem anderen Blatt - dem Linux-Magazin. (jk)
05/02, S. 62: Als begeisterter Nur-Linux-User muss ich euren Artikel etwas ergänzen: Im Textmodus von Yast 2 kann ich bequem mit [Alt]+[gelber Buchstabe] die einzelnen Punkte anfahren. Ansonsten bin ich von der SuSE auch nicht mehr so begeistert wie früher.
Michael Görtz, per E-Mail
06/02, S. 62: Dieser Testbericht hat mich gefreut und gleichzeitig geärgert: Endlich lese ich eine etwas kritische Stellungnahme zu SuSEs Wirken! SuSE ist tatsächlich dabei, seine Stammkunden zu verärgern; ich meinerseits überlege schon seit der Version 7, ob ich nicht wechseln soll. Was mich bisher vom Wechsel abgehalten hat? Einerseits die Angst vor dem Aufwand beim Umlernen, andererseits die trügerische Hoffnung, Linux sei anders als andere. Und sind denn Red Hat, Mandrake, Debian und Brüder wirklich besser? Das Marketing verlangt Neues zum Vorzeigen. Alte Fehler verbessern ist nicht so attraktiv.
Peter Bichel, per E-Mail
Zumindest das Update funktioniert bei einigen anderen einwandfrei. So habe ich etwa eine Debian Potato (2.2) von CD in der Basis-Installation eingespielt und anschließend über ein »apt-get distupgrade« mit einem Befehl auf die neuste Sid (3.0) upgedated. Bis dahin haben es die Konkurrenten noch weit, dafür ist die Installation bei Debian alles andere als einfach oder gar komfortabel. (mdo)
05/02, S. 62: Ich kann ihrer Kritik an den Installationsroutinen der neuen SuSE-Distribution nur zustimmen: Sobald der vom Marketing angelockte User das voreingestellte Dateisystem ReiserFS durch ein anderes ersetzen möchte, ist es aus mit der versprochenen "Installation mit zwei Mausklicks".
Die Distribution kommt nicht nur mit fehlerhafter TDSL-Konfiguration (wohl dem, der sich rechtzeitig das Patch »sysconfig.rpm« von den SuSE-Support-Seiten besorgt hat), sondern auch mit einem defekten ALSA-Treiber, der das Aufnehmen von Audiodaten über manche Soundkarten einfach unmöglich macht.
Michael Jacobi, per E-Mail
Blick-dicht
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Zu "Blick-dicht - OpenSSH aus Sicht des Administrators" in 05/02, S. 56, gibt es eine Berichtigung. Auf Seite 61 enthält eines der Listings fürs Backup über SSH einen Fehler:
tar czvf - /das/Verzeichnis | ssh user@host cat /tmp/foo.tar.gz
Korrekt lautet dieser Aufruf:
tar czvf - /das/Verzeichnis | ssh user@host "cat > /tmp/foo.tar.gz"
In der falschen Version überträgt der »ssh«-Aufruf zwar das Backup (Tar-Archiv von »/das/Verzeichnis«) auf den Rechner »host«, schreibt es dort aber nicht in die Datei. Stattdessen gibt der »cat«-Aufruf den Inhalt dieser Datei aus. Erst die Ausgabe-Umleitung »>« sorgt dafür, dass »cat« die Daten wie gewünscht in »/tmp/foo.tar.gz« abspeichert. Zudem ist das Kommando in Anführungszeichen gesetzt, sonst würde die Shell auf dem lokalen Rechner die Umleitung vornehmen, nicht die Shell auf »host«.
Ohne die Anführungszeichen überträgt der lokale Rechner das Tar-Archiv per SSH an den Ziel-Host. Dort liest »cat« von der Standardeingabe und schreibt in die Standardausgabe. SSH überträgt sie zurück zum lokalen Rechner, der sie in die »/tmp« schreibt.
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