So sehr auch viele Buchhalter ihre Textkonsolen lieben, der Trend geht wie überall zu grafischen Clients, die möglichst auf allen Betriebssystemen gleich aussehen sollen. Dazu bietet sich Java als plattformunabängige Sprache an, oder ein grafisches Toolkit wie Qt, das sowohl für Linux als auch für Windows (und viele andere Betriebssysteme) erhältlich ist. Den ersten Ansatz verfolgt Pentaprise, der Nachfolger der auch schon unter Linux verfügbaren Software S2R, den zweiten Weg geht Parity.
Parity
Die Firma Parity Software aus dem schwäbischen Schwieberdingen hat seit geraumer Zeit die Softwaremodule AB1000, FB1000 und KR 1000 auf dem Markt. Hinter diesen Kürzeln verbirgt sich eine umfassende Software für den Mittelstand, bestehend aus einer Auftragsbearbeitung mit Warenwirtschaft, einer Finanzbuchführung sowie einer Kostenrechnung.
Der Software liegen umfangreiche Handbücher mit einigen tausend Seiten im PDF-Format bei. Die Programme laufen neben Linux auch auf anderen Unix-Varianten, beispielsweise Unixware. Freigegeben ist sie vom Hersteller für Caldera Open Linux 2.2, SuSE 6.0 bis 7.1 oder das inzwischen längst ausgestorbene DLD Linux in Version 6.0.
Unspektakuläre Installation
Die Software ließ sich ohne Probleme auf einer SuSE Linux 7.2 installieren. Die einzelnen Programmteile liegen als RPM vor, ein Shellskript steuert den Installationprozess. Im Programmpaket enthalten ist die Datenbank DB++, deren Installation ebenfalls unspektakulär verlief. Der Aufruf »/usr/parity/parity/bin /fir_auswahl« öffnet die Firmenauswahl. Hierfür wird man sich meist ein Icon auf den Desktop legen oder das Programm ins KDE-Menü einbinden.
Parity ist mehr-mandantenfähig, mehrere Firmen können gleichzeitig bearbeitet werden. Das macht Sinn bei größeren Firmen, die in einer gemeinsamen Buchhaltungsabteilung ihre Tochterfirmen bearbeiten. Im Test ist bei der Neuanlage einer Firma ein Fehler aufgetreten, die Anlage brach mit einem undefinierbaren Fehlercode ab, die Firma ließ sich nicht löschen oder weiterbearbeiten. Hier hilft aber bestimmt der Support weiter. An der Bearbeitung der bereits angelegten Firma änderte sich dadurch nichts.
Die Neuinstallation erfolgt, indem die Firmendaten wie Namen und Adressen eingegeben und die zu installierenden Softwaremodule angeklickt werden. Anschließend ist recht umständlich ein Installationsassistent zu suchen, der den Benutzer durch die weitere Installation führt. Dabei besteht auch gleich die Gelegenheit, die erweiterten Firmenstammdaten einzugeben, etwa Steuernummer, Bankverbindung und Kontenrahmen, und die gewünschten Auswertungen zu bestimmen - um nur einige Beispiele zu nennen.
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