Ist Microsoft das Böse? So fragte der Erased User, vormals unter dem Benutzernamen Sualk Flow unterwegs [http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=3654]. "100 pro" war die prompte Antwort von Nicolas Fischer. Aber wie immer beließ es die Community nicht bei den einfachen Antworten. Die Grundidee hinter der provokanten Frage ist, dass Microsoft mit seiner hohen Marktdurchdringung für Vereinheitlichung und Standards im Hardware-Bereich gesorgt hat und so den Weg auch für Linux bereitet hat.
Waffen der Marktwirtschaft
Der gehörige Schuss Ironie, der in diesem Beitrag steckt, kam bei der Community allerdings nicht mit der gewünschten Wirkung an: Doki Nafaso nennt die Argumentation "etwas brüchig". Michael Brandtner stützt die These vom gemachten Bett: "Wäre die Computerwelt heute noch von Amigas, Ataris und Apples dominiert, wäre die Existenz oder zumindest der Erfolg von Linux in der heutigen Form fraglich."
Marcel Winandy dreht die Argumentation um: "Ich glaube nicht, dass Linux deshalb so erfolgreich ist, weil der PC so erfolgreich geworden ist. Ich denke, es ist eher genau umgekehrt: Weil der PC so erfolgreich geworden ist, wurde Linux vor allem darauf entwickelt. Wenn der Atari oder der Amiga eine dominantere Rolle eingenommen hätte, dann würde dort Linux stärker vertreten sein. Schließlich gibt es Linux doch für fast alle Plattformen."
Neue Horizonte
Neue Horizonte öffnet die Internet-Seite der R+V-Versicherung den Linux-Nutzern nicht. Das Unternehmen, dass zur Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken gehört, hat die Webseiten fast vollständig aus Javascript zusammengebaut und fragt das eingesetzte Betriebssystem und den User Agent ab.
Angaben wie "Linux" oder "Konqueror" führen hier zu einer Einstufung als "BTX-System" - und der Anwender bekommt anschließend lediglich eine Informationsseite zu sehen. Wie die Recherchen der Redaktion ergaben, hatte die Internet-Redaktion bei R+V keinen Linux-PC zur Hand. Aber die Verantwortlichen versprachen nach einer telefonischen Anfrage, ihre Webseiten bald anzupassen.
Viele Mitglieder betonten in diesem Zusammenhang aber auch, dass Web-Design nicht vom eingesetzten Betriebssystem abhängen sollte, neue Besucher könnten so abgeschreckt werden. Wir behalten die Sache im Auge.