Open Source im professionellen Einsatz

Linux-Community.de

Irrtümer und Alternative

Die Linux New Media AG - Herausgeberin des Linux-Magazins - betreibt im Internet die Diskussions- und News-Plattform www.linux-community.de. Wir werfen einen Blick auf die dort kontrovers diskutierten Ereignisse der letzten Wochen.

Mac OS X als Alternative zu Linux? Mit dieser Frage setzten sich die Community-Mitglieder unter anderem auseinander. Es zeigte sich wieder einmal, dass die Hardware für das Macintosh-Betriebssystem gemeinhin zwar als zu teuer angesehen wird, doch sind Markenteile für PCs ungefähr gleich kostspielig und PowerPC-Notebooks sogar günstiger.

Vorteil Quelloffenheit

Schönes Design ist jedoch nicht alles - hier sticht ebenfalls die Karte Quelloffenheit. "Mac OS X ist, abgesehen von Darwin, proprietär. Das schränkt ein. So kann ich eben das fraglos gute Mac OS X nicht auf meinem PC betreiben (im Gegensatz zum freien Darwin) oder eine spezielle Version für PDAs erstellen. Wenn Apple den Zeitpunkt für das Ende gekommen sieht, muss ich folgen (so geschehen bei Mac OS 9.x), wenn Microsoft morgen Apple aufkauft, weil die Konkurrenz zu groß wird, dann war's das ebenfalls", so Michael Brandtner zu diesem Thema.

Und Paul Buhr weist auf die marktwirtschaftlichen Auswirkungen von Mac OS X hin: "Seit OS X haben es die PowerPC-Distributionen merklich schwerer. SuSE bietet nicht mehr jede Version für PPC an, viele Distributoren ziehen sich komplett aus dem PPC-Bereich zurück. Andere bieten ihr Paket nur noch für die p-Series von IBM an. Man darf nicht wegdenken, dass ein Linux für PPC seine Macken hat."

Kernel-Entwicklung

Dominik von Wyl stellte die etwas polemische Frage, ob die Kernel-Entwicklung zu rasant vorangetrieben werde und sich deshalb zunehmend Bugs einschleichen. Der Diskussion-Thread rückt die hastige Abfolge von Versionen zwischen Kernel 2.4.10 und 2.4.17 etwas ins rechte Licht. Ein anonymer Poster sagt dazu: "Ein echtes Problem war der bis zu 2.4.15 fehlende Unstable-Tree. Somit waren die User des (so genannten) Stable-Trees 2.4.x an vorderster Entwicklungsfront, dass da die großen Distributionen nicht hinwollten, spricht für ihre Umsicht! Mit dem nun geöffneten 2.5.x haben sich die letzten Kernel im Stable-Tree dann auch gleich schnell stabilisiert."

Der Austausch der Virtual-Memory-Architektur im stabilen Anwenderkernel sei, so Doki Nafaso, ebenfalls ein Fehler gewesen: "Das Management war teils etwas hektisch (wir erinnern uns, mit welcher Schnelligkeit die Kernel-Releases rausgefeuert wurden). Aber seit der 2.5er Kernel abgespalten wurde, gibt es endlich eine reguläre Spielwiese. Auch andere Dinge haben sich geändert (neuer Maintainer, neue Versionsverwaltung). Ich denke, seit mindestens zwei Kernelversionen geht es nun wieder bergauf."

Zuspruch gibt es auch von dem Systemadministrator Jörg Michels, der mehrere Maschinen unter dem Kernel 2.4.1x betreibt: "Meine Erfahrung lehrt mich das Gegenteil. Wir sind unter anderem auch aus Stabilitätsgründen serverseitig auf Linux gewechselt. Derzeit betreiben wir 15 Linux-Server als Web-, Mail, Datenbank- und Notes-Server. Und mit der Stabilität bin ich wirklich zufrieden. Soweit wir überhaupt schon eine Prognose abgeben können (uns gibt es erst seit zirka vier Jahren), liegt die Absturz-Quote bei rund zwei bis drei pro Jahr; wohlgemerkt für alle Server zusammen und nicht pro Server."

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