Open Source im professionellen Einsatz

LUG Salem-Beuren

Gute Mischung

Regelmäßig berichtet das Linux-Magazin über LUGs in Deutschland. In diesem Monat erfahren Sie etwas aus der Geschichte der LUG Salem-Beuren.

Die Linux-Usergroup Salem besteht seit dem 27.09.2001. Ulf Jokosch war damals einer der Mitinitiatoren. Der gelernte Wirtschaftsinformatiker studierte an der Fachhochschule in Konstanz und arbeitet heute freiberuflich. Als er 2001 nach Salem zog, standen ihm die Räumlichkeiten zur Verfügung, die Voraussetzung für die LUG-Treffen sind. "Da ich in der Nähe keine aktive LUG finden konnte, habe ich damals die Gründung der LUG-Salem aktiv betrieben", erinnert sich Jokosch.

Linux als Lösung

In seiner Zeit als Netzwerk-Administrator hatte Jokosch 1997 Linux erstmals auf einem Router und einem Mailserver eingesetzt. Bei der Suche nach einer geeigneten Software legten ihm Kollegen damals Linux nahe.

Seit September 2001 treffen sich die Mitglieder regelmäßig mittwochabends in Salem-Beuren im Schwalbenweg. Die meisten Abende stehen unter einem festen Thema, das von ein oder zwei Leuten vorbereitet, an diesem Abend vorgestellt und anschließend in der gesamten Gruppe vertieft wird. Trotz des thematischen Rahmens ist die LUG Salem ein loser Zusammenschluss von an Linux interessierten Menschen. "Ich wollte mich einfach mehr mit Linux beschäftigen und am meisten Spaß macht so was mit anderen zusammen. Jeder kann von jedem etwas lernen. Ich war auch erstaunt, wie groß die Resonanz war", so Jokosch.

Und gerade bei einem Betriebssystem wie Linux, das auf den Desktops nicht so sehr verbreitet ist, ist es umso hilfreicher, Leute zu haben, mit denen man sich austauschen kann. Zu der Entscheidung, eine Usergroup zu gründen, hat die Teilnahme an einem Kurs im Linux-Hotel [http://www.linux-hotel.de], das die Essener LUG beherbergt.

Das erste Mal war - wie immer bei ersten Treffen: Man kannte sich nicht und keiner wusste, was auf ihn zukommen könnte. Aber die Mitglieder haben sich ziemlich schnell zusammengerauft. Von Anfang an galt das Du-Prinzip, das heißt: In der LUG wird nur geduzt, völlig unabhängig von Alter und Berufsstand. Die Bandbreite der Mitglieder reicht von Schülern, Studenten und Auszubildenden über Angestellte bis zu Selbstständigen so- wie Freiberuflern. Es gibt Informatiker und Leute, die beruflich nicht primär mit EDV beschäftigt sind, wie zum Beispiel Ärzte und Verwaltungsangestellte.

Mit dem Du-Prinzip verhindert die LUG, dass bei den Treffen Barrieren zwischen den Mitgliedern errichtet werden, die einer fachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema des Abends vielleicht im Wege stehen könnten. "Wichtig ist, dass die Leute interessiert sind und auch aktiv zu den Aktivitäten der LUG beitragen. Eine Usergroup lebt von den Beiträgen möglichst vieler Mitglieder, wenn da immer nur eine Handvoll Leute etwas tut und der Rest sich nur füttern lässt, dann ginge das wohl nicht lange gut", sagt Ulf Jokosch.

Installpartys helfen Anwendern bei der richtigen Konfiguration von Linux.

Installpartys helfen Anwendern bei der richtigen Konfiguration von Linux.

Bootloader und Kernel

Je nach Thema setzt sich das Publikum entsprechend zusammen. Ein Kern von rund acht Leuten kommt regelmäßig. Auf der Agenda stehen immer anspruchsvolle Themen wie Firewalling, Bootloader oder das Neukompilieren des Kernels. Das Ganze wird von Anwendern für Anwender aufbereitet und bleibt deswegen verständlich.

Dass es trotzdem noch Hürden gibt, wissen auch die Mitglieder der Linux-Usergroup: "Ich selbst habe meinen Arbeitsplatz komplett auf Linux umgestellt und muss sagen, es geht. Aber der Weg dorthin war doch steinig und kann wohl so dem Durchschnitts-PC-Benutzer, der wirklich nur mit dem PC arbeiten und nicht die Tiefen des Betriebssystems erkunden will, nicht zugemutet werden", so Ulf Jokosch.

Wie bei einem Konkurrenzprodukt die CD für einen Scanner einfach ins Laufwerk legen und die Installation startet automatisch und das Gerät läuft - das bleibt vorerst Ansporn, Linux weiter zu verbessern.

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